Philippinen sind nicht „kleiner, brauner Bruder“ der USA, sagt Außenminister


von

Die Philippinen sind nicht der „kleine, braune Bruder“ der USA. Das Land habe sich weiterentwickelt und die Beziehungen zwischen Washington und Manila müssten auf gegenseitigem Respekt beruhen. Dies sagte der philippinische Außenminister Perfecto Yasay am Donnerstag.

usa philippinen kleiner brauner bruder
By King Rodriguez – Presidential Communications Operation Office, Public Domain, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=50043216

Die Philippinen seien fest entschlossen, die Allianz mit den Vereinigten Staaten aufrechtzuerhalten, werden sich jedoch nicht über Menschenrechte belehren lassen und „wie einen kleinen, braunen Bruder behandeln lassen.“ Diese Aussage traf der philippinische Außenminister Perfecto Yasay am Donnerstag.

Er fügte hinzu, dass einige Aussagen von Präsident Duterte zuletzt falsch verstanden worden seien. Beim geforderten Abzug der US-Truppen handle es sich lediglich um eine Sicherheitsmaßnahme, da philippinische Truppen in der Region eine Offensive gegen Abu Sayyaf-Kämpfer beginnen. Die Beziehungen zwischen Manila und Washington sollten auf gegenseitigem Respekt beruhen, so der Außenminister weiter.

„Ich bitte unsere amerikanischen Freunde, die amerikanischen Führer, einen Blick auf unsere Erwartungen zu werfen. Wir können nicht ewig der kleine, braune Bruder von Amerika sein. Wir haben uns weiterentwickelt und müssen zum großen Bruder unseres eigenen Volkes heranwachsen. Ihr müsst damit richtig umgehen und nicht zu uns kommen und sagen: Wir werden euch etwas geben, euch helfen zu wachsen, aber hier ist eure Checkliste, an die ihr euch halten müsst und wir werden euch über Menschenrechte aufklären.“ Yasay betonte, Präsident Duterte sei „fest entschlossen, bestehende Allianzen zu respektieren und aufrecht zu erhalten, auch mit den USA.“



Als „kleiner, brauner Bruder“ wurden die Filipinos von US-Amerikanern während der Zeit der US-Kolonialherrschaft bezeichnet. Die Anrede wurde nach dem philippinisch-amerikanischen Krieg von William Howard Taft geprägt, der von 1901 bis 1904 das Amt des Generalgouverneurs der Philippinen bekleidete und später zum 27. Präsidenten der Vereinigten Staaten gewählt wurde.

Die auf den Philippinen stationierten US-Militärs nutzten die Bezeichnung spöttisch. Taft soll damals gesagt haben, dass „unsere kleinen, braunen Brüder fünfzig oder hundert Jahre lang beaufsichtigt werden müssen, um angelsächsische politische Prinzipien und Fähigkeiten zu entwickeln.“

Quelle: reuters, wikipedia (en)

Schreibe einen Kommentar

Your email address will not be published.

* Die Checkbox für die Zustimmung zur Speicherung ist nach DSGVO zwingend.

Ich stimme zu.