Peter Schiff: Deflationsgefahr in Europa ist "Unsinn"


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Peter Schiff, Ökonom und CEO vor Euro Pacific Capital, sagte in einem Interview, dass dem aktuellen Absturz des Euro ein Absturz des Dollar im Zuge eines weiteren QE-Programms folgen werde. Zudem gab er an, dass eine Deflation in Europa völliger Unsinn sei. Deflation sei überhaupt nicht gefährlich und nur ein PR-Tool hochverschuldeter Regierungen.

Peter Schiff, Archivbild
Quelle: Screenshot Youtube

Die Stärke des Dollars ist nicht zu halten, sagte Peter Schiff, CEO von Euro Pacific Capital im Interview mit Newsmax TV. Gegenüber dem Euro stieg der Dollar in der vergangenen Woche auf ein 11-Jahreshoch.

Die Europäische Zentralbank werde am Donnerstag ein QE-Programm starten, worauf auch die Federal Reserve mit QE4 beginnen werde. QE3 endete erst im Oktober. Damit sind Käufe von Staatsanleihen durch die Zentralbanken mit Luftgeld ohne Gegenleistung gemeint (ein reißerischer Artikel dazu hier). Eine Deflation in Europa sei schlichtweg „Unsinn“, sagte der Ökonom. „Inflation kann nicht zu niedrig sein“, fügte er hinzu. „Warum sollen fallende Ölpreise gut sein, Deflation aber schlecht? … Es ist nichts schlecht an fallenden Verbraucherpreisen, das bedeutet lediglich, dass unser Geld wertvoller wird, was wiederum bedeutet, dass wir uns mehr Dinge kaufen können und unser Lebensstandard steigt. Das Geschwafel von der Deflation ist eine Nebelwand“, so Schiff .

„Die Regierungen, die darüber besorgt sind, haben ein Problem mit ihren Schulden. Es gibt Regierungen mit einer Menge Schulden. Sie können diese unmöglich zurückzahlen, also wollen sie sie weginflationieren. Dass wir Inflation für unser Wirtschaftswachstum benötigen ist kompletter Unsinn.“

11 Kommentare

  1. Welch ein Verbrechen, was dieser „Vorposten zur NWO“ an Lügen da von Stapel lässt. Wehe, wer solchen Gaunern auch nur ein einziges Wort glaubt.

    Was kommen wird, ist die Abschaffung des Bargeldes und eine neue Währungseinheit. Wer denken kann, der weiß was das für ihn persönlich und für die Allgemeinheit bedeutet.

  2. @diantus
    Peter Schiff ist ein “Vorposten zur NWO”? Wie kommst du darauf? Würde mich über Infos freuen.

  3. Ich bin diametral anderer Ansicht wie Peter Schiff und habe dafür meine Gründe.Deflation kann es garnicht geben? Alle Währungen haben in den letzten zweihundert Jahren Phasen der Inflation und der Deflation erlebt!
    Man lese nur einmal Kostolanys Geschichte des Dollar!

    Und was ist mit Japan? Das scheint H. Schiff nicht zu wissen oder verdrängt die dortige Deflation seit etwa 25 Jahren. Nach 1990 geriet Japan in eine Deflationsspirale von etwa 1 % jährlich. Erst seit 2 Jahren ist diese anscheinend beendet und ersetzt durch eine Miniinflation von 1 % jährlich.

  4. das einzige stichhaltige Argument von Peter Schiff einer „Zinserhöhung“ wurde wissentlich von den Entscheidungsträgern bisher konsequent verhindert– die Frage ist für wie lange noch ? Wenn die Zinserhöhung kommt werden alle sagen: ja, dem Peter Schiff haben wir ja schon immer geglaubt–verlogenes Volk

  5. Das ist typischer, neoliberaler Unsinn, den Herr Schiff hier absondert!
    Deflation ist ein Schutzzaun für reichen Kapitalbesitzer, weil es deren Vermögen aufwertet! Alle anderen zahlen drauf, denn die Preise sinken erst NACHDEM es zu Lohnsenkungen gekommen ist, sozusagen als Folge davon!
    Inflation entwertet Schulden und Vermögen, was aber gerade für die Beschäftigten KEIN Porblem ist, wenn die Löhne entlang des Produktivitätsfortschritts PLUS Inflationsziel (1,9%) steigen. So erhalten die Beschäftigten immer mehr als durch Inflation entwertet wird!
    Nur das wird ja von den Kapitalisten nicht gewünscht, die z.B. in Deutschland in den letzten 15 Jahren den kompletten Produktivitätsfortschritt abgegriffen haben (und nicht nur das!!!).
    Das einzige Ziel dieser Leute ist eine wachsende Profitrate auf Kosten der breiten Bevölkerung, des Sozialstaates, etc.
    Dass „Gegenfrage“ diesen kompletten Unsinn von Schiff abdruckt, erstaunt mich doch sehr!!

    Links:

    http://www.flassbeck-economics.de/die-deflationsleugner/

    http://www.flassbeck-economics.de/die-macht-der-maechtigen-der-zins-und-der-lohn/

  6. @traumschau
    Da kann man trefflich drüber streiten. Wenn die Massen – Nettoeinkommen sinken und die Preise deutlich weniger sinken, bleibt unter dem Strich ein Kaufkraftverlust für die meisten Arbeitnehmer. EINKOMMENSDEFLATION! Inflation ist bei durch Nullzinsen tendenziell sinkenden Krediten und somit Masseneinkommen nur durch Steuererhöhungen zu machen. Dass eine Überproduktionskrise (die Kapazitätsauslastungen der Industrie ist in den meisten Ländern <80% (!), deshalb investiert niemand und es kann überhaupt nichts wachsen)zu steigenden Löhnen und Preisen (Lohn-/Preisspirale=Inflation) führt kann auch ein Flassbeck vergessen. Staatswirtschaft mit Gelddrucken durch die Zentralbank schafft keinerlei Werte.

    Nach dem derzeitigen Bild gehen die US-Fracker ausnahmslos bis Jahresende pleite. Die US-Exporteure sehen wegen des starken Dollars nennenswerte Gewinnrückgänge. Die Finanzbuden stöhnen unter den Nullzinsen. Damit dürfte sich so mancher "Reichtunm" zu dem auflösen, der er immer war. Heiße Luft. So ist in den USA die Dollarabwertung und QE 4 nicht abwegig. Damit würde der Kern des Problems, die Überkapazitäten der Industrie, weiterhin nicht gelöst. Natürlich würde die Lösung des Problems durch Schlachten der bankrotten Staats-, Privat- und Industriezombies die sozialen Verwerfungen ins richtige Licht rücken. Ohne das wird die Krise niemals enden.

  7. @ Traumfrau

    Leider falsch. Die Deflation beginnt immer, wirklich ausnahmslos immer, dann
    wenn die Warenanbieter um den Kunden kämpfen müssen.
    Was macht ein Gaststättenbesitzer wenn der Laden immer voll ist?
    senkt er die Preise? Natürlich nicht. Aber wenn der Laden meistens leer steht, dann muss er etwas ändern. Entweder die preise senken oder bessere Qualität zum bisherigen Preis. Das ist das altbekannte wesen der Deflation.
    Die Deflation ist deshalb gefährlich, weil, wenn die Preise einmal auf breiter Front sinken, die Unternehmen immer weniger Geld einnehmen. Denn die Löhne und Gehälter sinken keineswegs, weil tariflich fixiert. Außerdem versteht der durchschnittliche Arbeitnehmer nicht, was eine Deflation ist und will trotzdem jedes Jahr mehr Geld, weil er das so gewöhnt ist.
    Bitte so zur Kenntnis nehmen! Wers nicht glaubt, sollte Fachbücher lesen und selber nachdenken. Was die Gewerkschaften und die Linkspartei behaupten, dass die Löhne steigen müssten und dann hätten die Hersteller wieder zu tun, ist hanebüchener Unsinn aus dem 19. Jahrhundert.
    In der globalen Welt, 56 % unserer Produkte gehen ins Ausland, spielt der Binnenmarkt, also das was Deutsche kaufen, kaum noch eine Rolle!

  8. @ Traumschau; Pardon, nicht „Traumfrau“
    (könnte aber oft das gleiche sein).

    Nochmal: Es gibt in Deutschland keine „Einkommensdeflation“.
    Löhne und Gehälter sind tariflich festgelegt. Das einzige, was vor kommt ist, wenn der Kostendruck zu arg ist, dass die übertarifliche Bezahlung gekürzt wird. Aber das ist keine Einkommensdeflation, sondern nur die (meist partielle) Rücknahme von freiwillig zuviel bezahlten Leistungen.

    Die Gewerkschaften haben ökonomische Verhältnisse noch nie verstanden und können ohnehin nicht erklären, was Geld ist. Die dümmste aller Antworten, das habe ich vor Jahren in einer Betriebszeitung gelesen, ist, Geld sei ein „Zahlungsmittel“.

  9. Peter Schiff hat Recht, das 2%-Inflationsziel ist blanker Unsinn.
    Und nur weil die sinkenden Ölpreise den Warenkorb billiger machen ist eine Deflation noch lange nicht in Sicht. Selbst Herr Weidmann zweifelte kürzlich an dem Deflationsszenario.

    Wo das 2%-Inflationsziel eigentlich herkommt, siehe
    http://konjunktion.info/2015/01/ron-paul-zwei-prozent-inflation-und-das-aktuelle-fed-mandat/

    Letztlich maßen sich Notenbanker eine Wirtschaftssteuerungskompetenz an, welche sie offensichtlich nicht haben und noch nie hatten.
    In der Schweiz nennt man sie treffenderweise Zauberlehrlinge.

  10. Die beste Begründung für die tatsächliche Existenz sinkender Preise sind die Banken selbst, mit ihren Minuszinsen.
    Weil dann die Bürger ihr Geld, um die Strafzinsen zu sparen, lieber Zuhause aufbewahren, soll das Bargeld mittelfristig abgeschafft werden.
    Ich selbst bin in der Kälte- und Klimatechnik zuhause und ich sehe eine deutliche Tendenz zu sinkenden Preisen.
    Bei Autos ist es doch das gleiche. Noch nie waren die Rabatte so hoch wie heute. Der Deflationsdruck ist da!

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