Pentagon bezahlte britische PR-Firma für Fake-Terrorvideos


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Das Pentagon bezahlte während des Irakkriegs insgesamt 540 Millionen Dollar an ein britisches PR-Unternehmen für die Herstellung gefälschter Terrorvideos, arabischer Nachrichten und Daily Soaps.

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Brainwash Propaganda, Bild: Deesillustration.com

Während des Irakkriegs bezahlte das Pentagon 540 Millionen Dollar an ein britisches PR-Unternehmen für die Produktion gefälschter Terrorvideos und arabischer Nachrichtensendungen. Dies enthüllte die britische Journalisten-Initiative The Bureau of Investigative Journalism (BIJ). Namentlich geht es dabei um die Firma Bell Pottinger, welche in der Vergangenheit bereits mit einer Reihe umstrittener Kunden zusammenarbeitete, darunter die Regierung Saudi-Arabiens oder der chilenische Diktator Augusto Pinochet.

So arbeitete Bell Pottinger während des Irakkriegs auch mit der US-Regierung zusammen, um Propaganda zu produzieren. Das Unternehmen berichtete an die CIA, den National Security Council und das Pentagon und hatte den Auftrag, Al-Qaida negativ darzustellen und mögliche Anhänger der Gruppe zu verfolgen. Dies wurde dem BIJ von Martin Wells bestätigt, der kurz nach Beginn des Irakkriegs für das Unternehmen arbeitete und in Bagdad an „psychologischen Operationen“ arbeitete.

Die Firma erstellte TV-Spots über Al-Qaida sowie gefälschte arabische Nachrichtensendungen in absichtlich schlechter Qualität. Zudem wurden Soap Operas auf arabisch produziert, in denen die Darsteller sich in der Story gegen Al-Qaida aussprachen und sich dadurch alles zum Guten wendete. Die Videos wurden über den damals populären Real Player ausgestrahlt, der eine Internetverbindung benötigte. Unter Verwendung von Google Analytics verfolgte das US-Militär die IP-Adressen der Betrachter der Videos. Aufgenommen wurden die Videos in Syrien, im Iran und in den USA, so Wells weiter.

Das Pentagon bestätigte inzwischen, dass man unter der Bezeichnung Information Operations Task Force (IOTF) mit der PR-Firma zusammenarbeitete mit dem Auftrag, „wahrheitsgemäße“ Berichterstattung zu produzieren. Das Unternehmen arbeitete auch unter dem Pseudonym Joint Psychological Operations Task Force (JPOTF) mit dem US-Verteidigungsministerium zusammen. Hierzu lehnte das Pentagon jedoch eine Stellungnahme ab.

Das US-amerikanische Gesetz verbietet der Regierung den Einsatz von frei erfundener Propaganda, um die eigene Bevölkerung zu beeinflussen, weshalb eine ausländische Firma mit der Erstellung der Meldungen beauftragt wurde, so der Bericht weiter. Dokumente belegen, dass das Pentagon zwischen 2007 und 2011 insgesamt 540 Millionen Dollar an Bell Pottinger überwiesen hat. Ein weiterer Auftrag in Höhe von 120 Millionen wurde bereits im Jahr 2006 angewiesen.

Dabei handelte es sich jedoch nicht um das einzige Unternehmen, das im Auftrag des Pentagon Propaganda produzierte. Im Jahr 2009 beauftragte die US-Regierung die PR-Firma Rendon Group, welche die Berichterstattung von Journalisten überwachen sollte. Im Jahr 2005 erstellte das PR-Unternehmen Lincoln Group Zeitungen und Magazine mit positiven Berichten über das US-Militär, welche dann im Irak herausgegeben wurden.

Quellen: thebureauinvestigates, democracynow, stripes