Tschüss US-Dollar: Pakistan und China stellen Handel auf Yuan um


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Nachdem US-Präsident Trump Pakistan beschuldigt hat, Taliban-Kämpfer aus Afghanistan zu beherbergen, hat die pakistanische Zentralbank angekündigt, den Handel mit China von Dollar auf Yuan umzustellen.

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Pakistan China USA Yuan Dollar, Adler: Gegenfrage.com, Flagge: gemeinfrei

Pakistans Zentralbank hat verkündet, dass sie den US-Dollar im Handel mit China offiziell durch den chinesischen Yuan ersetzten wird. Dieser Schritt folgt der feindseligen Rhetorik von US-Präsident Donald Trump, dass Pakistan Terroristen aus Afghanistan beherberge.

In einer am Mittwoch veröffentlichten Erklärung meldete die Zentralbank, dass alle Vorkehrungen getroffen worden seien, um die chinesische Währung für den bilateralen Handel sowie für Investitionen zwischen den beiden Ländern zu nutzen.

„Die Staatsbank Pakistans hat als politischer Entscheidungsträger der Finanz- und Währungsmärkte umfassende politische Maßnahmen eingeleitet, um sicherzustellen, dass Importe, Exporte und Finanztransaktionen in Yuan durchgeführt werden können“, heißt es in der Stellungnahme der Organisation.

„Die Vereinigten Staaten haben Pakistan in den letzten 15 Jahren törichterweise mehr als 33 Milliarden Dollar an Hilfe gegeben, und sie haben uns nichts als Lügen und Täuschungen gegeben, weil sie unsere Führer als Narren betrachten. Sie geben den Terroristen, die wir in Afghanistan jagen, mit etwas Hilfe einen sicheren Zufluchtsort. Schluss damit!“, twitterte Trump am Montag.

USA stoppt Unterstützung für Pakistan

Die amerikanische UN-Botschafterin Nikki Haley bestätigte später auf einer Pressekonferenz, dass das Weiße Haus 255 Millionen Dollar an Unterstützung für Pakistan zurückhalten werde.

Washington beschuldigt Islamabad seit langem, das Haqqani-Netzwerk – das Teil der Taliban-Gruppe ist – in den schwach kontrollierten Grenzregionen Pakistans relativ frei operieren zu lassen, um Operationen in Afghanistan durchzuführen.

Islamabad bestreitet die Vorwürfe und sagt, dass Washington die Opfer Pakistans im Kampf gegen den Terrorismus übersehe. China, das rund 28 Prozent der pakistanischen Importe liefert, hat Islamabads Erfolgsbilanz bei der Bekämpfung des Terrorismus bestätigt.

Das Land habe „große Anstrengungen und Opfer bei der Bekämpfung des Terrorismus gebracht“ und die internationale Gemeinschaft aufgefordert, dies „vollständig anzuerkennen“. In Pakistan befindet sich eines der zentralen Infrastrukturprojekte Pekings, eine fast 60 Milliarden Dollar teure Reihe von Land- und Meeresprojekten, die als China Pakistan Economic Corridor (CPEC) bekannt ist.

Illegale Drohneneinsätze

Bereits seit 2005 führen die USA ohne UN-Mandat und unter scharfer Kritik der pakistanischen Regierung Drohnenangriffe in Pakistan durch. Bis 2012 kamen bei diesen Einsätzen 3.000 Menschen ums Leben, nur 170 davon waren Terroristen, über 2.800 waren Zivilisten.

Dies geht aus Zahlen der Foundation for Fundamental Rights hervor, welche sich gegen die Drohneneinsätze in Pakistan einsetzt. Erst im Januar 2012 hatte der damalige US-Präsident Barack Obama zugegeben, dass in dem Land Drohneneinsätze durchgeführt werden.

Bei den Angriffen sollen laut lokalen Quellen auch Chemiewaffen zum Einsatz gekommen sein.

Pakistan beherbergte tatsächlich Terroristen

Tatsächlich unterstützte Pakistan Terroristen, die Anschläge in Afghanistan verübten. Allerdings handelte es sich dabei um die Vorläufer der Taliban, die Mujaheddin. Diese erhielten Waffen und militärische Ausbildung von der CIA im Kampf gegen die Sowjetunion im Zuge des Afghanistankriegs ab 1979.

„Operation Cyclone“ war sogar eine der teuersten CIA-Operationen seit der Gründung der Behörde. Genaue Zahlen sind nicht bekannt, doch gehen einige Schätzungen von zwei bis sechs Milliarden Dollar aus, die für die Waffenkäufe nach Pakistan geleitet wurden.

Der windige US-Regierungsberater Brzeziński bezeichnete Operation Cyclone in einem späteren Interview als „ausgezeichnete Idee“, welche die „Russen in die afghanische Falle“ gelockt hätten („Sovietnam“, „Russland-Falle“).

Quellenangaben anzeigen
cnn, voanews

5 Kommentare

  1. @ mex

    Wo könnte es denn die Reisenden hin verschlagen – ohne Ausweisdokumente –
    um Schutz und Auskommen zu bekommen ?

    Im gezüchteten, hochkomplexen Gemengengelage …
    wird es immer schwieriger bis nicht mehr möglich
    (L- Medien tun da ihr Bestes … dazu ) durchzublicken.

    Fakt ist aber das gerade in Afghnistan massiv geworben wurde und wird … :
    http://www.politik24.de/unfassbar-merkel-wirbt-im-afghanischen-fernsehen-um-massenimmigration-nach-deutschland/2018/01/

  2. Grundsätzlich verfolgt und verfolgte Pakistan eine Politik welche den nationalen Interessen dient und gleichzeitig Indien schaden soll. Deshalb war der Vorwurf von Trump, nichtzs gegen die islamischen Terroristen zu tun und Milliarden Dollar für Nichts empfangen zu haben, wahrscheinlich gerechtfertigt.
    Die pakistanische Retourkutsche über den Stopp der amerikanischen Finanzhilfe, nämlich die Abkehr vom US Dollar als Verrechnungseinheit passt dazu.
    China erhält diese Tage einen Flottenstützpunkt auf pakistanischem Boden, in der Nähe des Iran, der allerdings noch ausgebaut werden muss.
    Das Problem von Trump war und ist: die Amerikaner denken in geopolitischen Kategorien. Die haben in den letzten rund 15 Jahren 33 Milliarden Dollar bezahlt und erwarteten deshalb, dass Pakistan „seinen Job macht“.
    Aber wenn dieser Job, siehe bei mir oben, den nationalen Interessen nicht mehr nützt und die Pakistaner sehen, dass die Obama und jetzt Trump mit Indien erfolgreich kungelt, dann ändert dies das. Die afghanischen Flüchtlinge sind da wahrscheinlich nur „Kollateralschaden“.

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