Ökonomen schmettern Rückkehr zum Goldstandard ab


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Die Forderung des republikanischen Präsidentschaftskandidaten Ron Paul, den Dollar wieder fest an Gold zu binden, wurde von einem Gremium aus Ökonomen abgeschmettert. „Eine Rückkehr zum Regime des Goldstandards wäre eine Katastrophe“, waren sich die Experten einig.

Eine Umfrage von 40 parteiübergreifenden Ökonomen hat laut einem Bericht der Nachrichtenagentur Agence France-Presse ergeben, dass man heutzutage keinerlei Unterstützung für den Goldstandard übrig zu haben scheint. Ron Paul hatte vorgeschlagen, den Dollar wieder an Gold zu binden, um den Arbeitsmarkt zu stabilisieren und Preissteigerungen in Schach zu halten.

Experten der University of Chicago antworteten auf die Frage, ob eine Rückkehr zum Goldstandard die Situation am Arbeitsmarkt sowie die Preisstabilität verbessern würde, zu 100% mit „Nein“. Ein Regime des Goldstandard sei eine Katastrophe für alle großen und fortschrittlichen Volkswirtschaften, so die Befragten einstimmig. „Die Liebe zum Goldstandard bedeutet gesamtwirtschaftlichen Analphabetismus“, sagte Anil Kashyap. Auch Austin Goolsbee, ehemaliger Top-Ökonom von Barack Obama und heutiger Professor in Chicago, äußerte seine starke Ablehnung.



„Da Gold eine eigene Angebot- und Nachfragedynamik hat, unabhängig von seiner Verwendung als Wertaufbewahrungsmittel, wären die Amerikaner dadurch einem Risiko ausgesetzt“, sagte Caroline Hoxby von der Stanford University.

Der Goldstandard wurde im Jahr 1971 von den Vereinigten Staaten aufgegeben. Kritiker des ungedeckten Papiergeldes sind der Auffassung, dass zahlreiche Kriege im Goldstandard aus Kostengründen hätten vermieden werden können. Der wesentliche Unterschied zwischen Gold und Papier ist jedoch ein grundsätzlicher: Während aufwendig gefördertes Gold ein Zwischentauschmittel bzw. klassisches Warengeld ist, handelt es sich bei (zumeist elektronisch erzeugtem) Papiergeld um ein Schuldversprechen, das wieder aus dem Markt verschwindet, sobald die Leistung erbracht wurde.

Die weltweite Geldmenge M2 (nur Termin- und Spareinlagen) beträgt stolze 75 Billionen Dollar (also durchschnittlich mehr als 10’000 Euro pro Erdenbürger), woran wir unschwer erkennen können, dass noch sehr viele für die Zukunft versprochene Leistungen zu erbringen sind. Demnach wird die Diskussion Gold vs. Papier eines Tages sicherlich in die nächste Runde gehen.

6 Kommentare

  1. Wie sollte man denn schnell eine Billion goldgedeckte Dollars in den Markt pumpen, wenn die Banken danach schreien? Die würden doch dann pleite gehen!

    🙂

  2. „Regime“ ^^ schon klar das die da kein bock drauf haben. wie will man sonst krieg, beamtenapparat samt pensionen und solche „experten“ bezahlen, wenn nicht durch inflation

  3. Gold macht auch keinen Sinn, da haben sie absolut recht. Jedoch aus anderen Gründen – ein Großteil davon gehört im Moment jenen, die uns bereits das jetzige System eingebrockt haben. Also wäre das keine wirkliche Veränderung, nur die Werkzeuge wären anders.

  4. „…ob eine Rückkehr zum Goldstandard die Situation am Arbeitsmarkt sowie die Preisstabilität verbessern würde“… Also beides wird im heutigen Stadium sicher nicht gehen. Die Frage ist also etwas suggestiv gestellt.

    Es macht keinen Sinn, weil die Schulden nicht mehr zurückzahlbar sind, egal ob in Papier oder in Gold. Sinnvoll wäre es NACH dem Crash, nicht mittendrin. Das meint wohl auch Ron Paul und sicherlich wissen das auch die befragten Ökonomen.

  5. „Der Goldstandard wurde im Jahr 1971 von den Vereinigten Staaten aufgegeben.“ Diese Aussage ist falsch und irreführend. Nixon hat die Golddeckung einseitig aufgehoben weil die Goldreserven in den USA bereits in den 70er von den privaten Finanzoligarchen gestohlen waren. Damit beging Nixon einen Weltgoldbetrug und Diebstahl am Vermögen der anderen Nationen.

  6. Tja, wie heisst es so schön?:

    „Wer den Teich trockenlegen will, darf nicht die Frösche fragen.“

    -Realistisch betrachtet leben wir immer noch in einer Tauschwirtschaft. Würde man das jetzige Fiatgeld gegen Gold (oder sonstige reale Werte) ersetzen, dann müsste man nur so ehrlich sein, sich einzugestehen, dass die Zentillionen an „Schuldgeld“ als uneinbringbar abgeschrieben werden müssten.

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