"Occupy Wall Street" in mehr als 1’000 US-Städten


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Die US-Proteste unter dem Slogan „Occupy Wall Street“ gegen Korruption, Armut und soziale Ungleichheit in Amerika nehmen immer gewaltigere Züge an. Die Bewegung, die vor drei Wochen in New York begann, hat sich nun auf mehr als 1’000 Städte im ganzen Land zu ausgebreitet, wie der Nachrichtensender PressTV berichtet. Zahlreiche Prominente haben sich den Demonstrationen inzwischen angeschlossen und sorgen für eine immer weiter wachsende Anhängerschaft. Der neue Slogan heisst „Occupy Together“ und soll für bundesweite Veranstaltungen in Solidarität mit „Occupy Wall Street“ stehen. Am Donnerstag besetzten Aktivisten zum Auftakt der „October 2011“-Proteste den Freedom Plaza in der Nähe des Weißen Hauses, was auf die Ähnlichkeiten der Proteste zum Arabischen Frühling in Ägypten hinweisen sollte, als dort der Tahrir-Platz (= Platz der Befreiung) von Demonstranten besetzt wurde.

Protestiert wurde weiter gegen das US-Finanzsystem und die daraus resultierende hohe Arbeitslosigkeit. Lautstark kritisiert wurde auch der Einfluss, den die Wall Street auf die amerikanische Politik ausübt, was die US-Wirtschaftskrise immer weiter vertiefe. „Wir müssen mit den Privatisierungen aufhören. Wir müssen damit anfangen, uns Gedanken über die restlichen 99 Prozent der Bevölkerung zu machen. Wir müssen damit anfangen, unser Geld in soziale Wohlfahrtsprogramme zu investieren“, sagte ein Demonstrant. Die Mitglieder der „Occupy Wall Street“-Bewegung haben angekündigt, den gesamten Winter weiter zu demonstrieren. Unter dem Slogan „Wir sind die 99 Prozent“ machen sie auf den Umstand aufmerksam, dass das oberste Prozent der Bevölkerung den größten Teil des gesamten Volksvermögens besitzt.

„Occupy Wall Street ist eine Bewegung, die gegen eine unglaubwürdige Regierung protestiert, welche nicht im Sinne des Volkes handelt“, sagte Tarak Kauff am Sonntag. Kauff gehört zu den Organisatoren der „October 2011“- Proteste. „Es handelt sich um eine Bewegung, die gegen eine Regierung protestiert, die von einer sehr kleinen Elite kontrolliert wird und sehr viel Zerstörung auf der ganzen Welt verursacht“, fügte er hinzu. „Wir besetzten die Wall Street so lange, bis unsere Forderungen erfüllt sind.“

Man sei gegen die hohe Arbeitslosigkeit von 9,1%, Zwangsversteigerungen von Eigenheimen und die Unternehmenssteuerreform aus 2008, womit man Rettungspakete für die Banken finanziert habe. Zudem habe die „unternehmerische Gier“ einen zu großen Einfluss auf das politische System der USA. „So werden wir immer größer, von Grund auf. Occupy Wall Street ist eine Bewegung mit starken Wurzeln, die von ganz unten zu wachsen beginnt. Eine echte Volksdemokratie“, fügte Kauff hinzu.

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