Nur 3% des Wassers im Gazastreifen zum Verzehr geeignet


von

Im Gazastreifen hat mehr als die Hälfte der Bevölkerung keinen ständigen Zugang zu Wasser, welches ohnehin nur zu drei Prozent zum Verzehr geeignet ist. Israel verhindert zudem die Einfuhr von notwendigen Gütern für den Bau von Wasser- und Sanitätseinrichtungen.

gazastreifen
Gaza City“ von OneArmedMan – I took this picture. Lizenziert unter Gemeinfrei über Wikimedia Commons.

Der Gazastreifen, eine 365 Quadratkilometer-Küstenenklave, ist die Heimat einer der am dichtesten besiedelten Gemeinden der Welt. Fast zwei Millionen Palästinenser leben im Gazastreifen, die nur begrenzen Zugang zu Wasser haben, wovon wiederum nur drei Prozent zum menschlichen Verzehr geeignet sind. Die Zukunft sehe ebenfalls nicht gerade rosig aus, schrieb das Palestinian Information Center am Freitag.

Mazin Gunaim, Leiter der palästinensischen Wasserbehörde sagte am 05. Mai während einer Pressekonferenz in Ramallah, „der Aquifer im Gazastreifen wird bis Ende 2016 nicht mehr für den menschlichen Gebrauch geeignet sein.“ Für die Menschen im Gazastreifen ist der Wasserverbrauch je nach Saison auf 70 bis 90 Liter pro Tag und Person begrenzt. Laut WHO werden 100 Liter pro Tag und Person empfohlen.

Nach Angaben der palästinensischen Wasserbehörde haben rund 10.000 Bewohner des Gazastreifens keine Wasserversorgung in ihren Häusern oder in der Nähe, etwa eine Million Menschen haben keinen permanenten Zugang zu Wasser. „Das ganze Wassersystem muss verbessert werden. Es besteht ein gravierender Mangel an Wasser, welches dann in den meisten Fällen nicht trinkbar ist“, sagte Bisan Aljadili von der Islamischen Universität Gaza. Israel blockiert zudem die Einfuhr notwendiger Güter für den Bau und die Instandhaltung von Wasser- und Sanitätseinrichtungen.

„Es gibt drei große Probleme: Der Mangel an Wasser, die Abnutzung des Aquifers, die Verschmutzung des Wassers durch Nitrate und das Eindringen von Meerwasser in das Grundwasser“, sagte der palästinensische Wasseringenieur Bilal Alqidra. „Wir haben keine Wasserentsalzung; Abwasser wird nicht behandelt und dazu gibt es einen Mangel an Elektrizität. Auch sauberes Wasser, das die Leute kaufen, wird nicht ordentlich von den Behörden überwacht.“

Schreibe einen Kommentar

Your email address will not be published.

* Die Checkbox für die Zustimmung zur Speicherung ist nach DSGVO zwingend.

Ich stimme zu.