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08.10.2008: Beginn der Nullzins-Politik


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Am 08. Oktober 2008 senkte die Fed infolge des Lehman-Crashs erstmals den Leitzins, der Beginn der globalen Nullzins-Politik. Acht Wochen später waren die Zinsen bereits bei Null angekommen. Dies war der Beginn der größten Expansion der Geldmenge seit der Geburt des US-Dollars im Jahr 1786. Das Ende dieses historisch einmaligen Finanz-Abenteuers ist noch offen.

Nullzins-Politik
Nullzins-Politik, Bild: Gegenfrage.com

An diesem Tag im Jahr 2008 begann die sogenannte US-Notenbank Federal Reserve zusammen mit anderen Zentralbanken mit der ersten signifikanten Zinssenkung. Schrittweise wurde der Leitzins in den USA bis auf 0 bis 0,25% abgesenkt. „Eine Finanz-Schande, die für alle Zeiten in Erinnerung bleiben wird“, schrieb ETF Daily News im September 2015.

„Es war an einem denkwürdigen Tag im Jahr 2008, als die Fed begann, ihre bereits niedrigen Zinssätze im Zuge der Lehman Brothers-Pleite zunächst auf 1,5%, dann zwei Wochen später auf 1% und am 16. Dezember desselben Jahres schließlich auf nahe Null zu reduzieren.“ Die Nullzins-Politik hatte folgenden Grund:

Unternehmen sollten investieren, Haushalte konsumieren und die Zinslast der Staatshaushalte gedrückt werden, um Mittel für andere Projekte freizumachen. So weit so gut. Doch ist problematisch, dass nicht nur die bestehenden Zinsforderungen gesenkt wurden, sondern auch neue Staatsschulden zum Nulltarif aufgenommen werden konnten.

Diese Maßnahme sorgte also nicht nur für Entlastung, sondern auch für eine ungehemmte Erhöhung der Staatsschulden in vielen Ländern. Dies behindert seit jeher eine mögliche Erholung in Europa und den USA.

Wichtige Umstrukturierungen und Reformen wurden durch die Geldspritze auf ungewisse Zeit hinausgeschoben und es entstanden wüste Verzerrungen am Markt. Der Markt konnte sich nicht bereinigen, tote Sektoren wurden künstlich am Leben erhalten.

Größtes Gelddruck-Abenteuer seit 1786

Die Nullzins-Politik seit 2008 ist das größte Gelddruck-Abenteuer seit der Geburt des US-Dollars am 08. September 1786: 44-mal größer als die Notfallmaßnahmen der Fed gegen die Internetblase ab 1999 und 81-mal größer als die Notfallmaßnahmen der Fed gegen die Auswirkung der Ereignisse des 11. September 2001.

Viel größer als alles, was die Menschheit jemals zuvor auf diesem Planeten gesehen hat. Nun bleibt die große Frage: Was geschieht, wenn die Fed beginnt, diese Maßnahmen rückgängig zu machen? Fakt ist, dass es sich um einen historischen Präzedenzfall handelt, was den Verantwortlichen natürlich völlig bewusst ist.

Mit den Quantitative Easing-Programmen beeinflusste man nicht nur den US-Dollar, sondern auch alle anderen Währungen, da auch die anderen großen Zentralbanken der Welt, wie die Bank of England, die Europäische Zentralbank oder die Bank of Japan, ihre Geldschleusen öffnen mussten.

Als letzte Notenbank stieß die EZB nach großem Widerstand aus Deutschland an die Nullgrenze. Ab Juni 2014 wurden die Zinssätze in einigen Ländern dann sogar erstmals unter Null gedrückt. Diese unglaubliche Liquiditätsschwemme, die der Weltwirtschaft künstlich zugefügt wurde, führte zu extremer Volatilität sowie zu einer Reihe von Spekulationsblasen.

Nahrungsmittelkrisen im Nahen Osten und in Afrika

Realwerte wie Gold, Silber, Öl und Rohstoffe schwankten enorm auf und ab, letzteres löste etwa eine Nahrungsmittelkrise in Nordafrika und arabischen Ländern aus. Die dadurch entstandenen Probleme wirken dort dank beherzter US-Unterstützung bis heute nach („Arabischer Frühling“).

Aktienindize der großen Schwellenländer wie Brasilien, Russland und China explodierten. Die Geldpolitik der Fed hat zudem dazu geführt, dass Investoren Jagd auf risikoreichere Investments setzten: Junk-Bond-Emissionen in den USA stiegen auf 1,81 Billionen Dollar, weltweit auf über 4 Billionen, fast doppelt so viel wie unmittelbar vor der Krise ab 2008.

Auch auf dem Markt für Unternehmensanleihen und Aktien spielte sich ähnliches ab: Rund 2,2 Billionen Dollar flossen in riskante Small-Cap-Aktien, ebenfalls weit mehr als in 2008. Dem Großteil der Menschen in den USA und Europa dürften die Hintergründe der Nullzins-Politik vermutlich weniger klar sein.

Man sieht günstige Zinsen für Baukredite und dadurch „billige“ Eigenheimfinanzierungen („Kaufen statt mieten“). Dass dies jedoch vor dem Hintergrund einer zusammenbrechenden Wirtschaft und einem verwüsteten Geldwesen abläuft, ist weniger offensichtlich. „Was juckt’s mich?“, denkt sich vielleicht der eine oder andere.

Die Folgen in Europa

In der Folge bewirkt die Nullzins-Politik, dass Sparer um ihre Vermögensbildung gebracht werden und Schulden nichts mehr kosten. Vorteilhaft ist der Nullzins für die Staaten, die sich auf diese Weise entschulden können.

Und die Umverteilung – nicht nur zwischen den Euro-Staaten, sondern auch vom Bürger an die Regierung – wird mit dem Zinsentgang der Sparer finanziert. Gleichzeitig gehen Vermögenswerte wie Aktien oder Immobilien durch die Nullzins-Politik durch die Decke. Dies bedeutet anders ausgedrückt, dass ein realer Kaufkraftverlust der Währung stattfindet.

Etwa der EZB ist es rechtlich untersagt, Staatsanleihen direkt aufzukaufen. Sie tut es aber trotzdem. Allerdings indirekt, somit ist sie rechtlich nicht angreifbar und verstößt auch nicht gegen das Notenbankstatut.

Ausweg aus dem Nullzins fast unmöglich

Nun, aus der Nullzins-Politik kommt man nur schwer wieder heraus, da man mit einer Anhebung der Zinsen enorme Verluste am Anleihenmarkt verursachen und damit rasch weitere Sektoren in die Tiefe reißen würde. Dank globaler Verflechtung sind die Folgen für die Weltwirtschaft und die internationale Politik sehr schwer abzuschätzen.

Inzwischen haben sich Industrie und Finanzwesen zudem an die Nullzins-Politik gewöhnt, Schwankungen der Zinssätze gibt es praktisch nicht mehr. Bzw. wurde dies durch die sogenannten „Rettungsschirme“ zusätzlich unterdrückt.

Eine Pleite der mitwirkenden Staaten ist durch die Nullzins-Politik nicht mehr möglich, eine klassische Insolvenzverschleppung, wie es viele Ökonomen ausdrücken. Allerdings verramscht auf diese Art längerfristig die Währung, was letztendlich zu Währungsreformen führen dürfte. Es sei denn, man lässt sich etwas anderes einfallen.

Negativzinsen

Da auch die Nullzins-Politik nicht den erhofften Effekt bewirkt hat, geht man nach und nach zum Negativzins über. Ein „negativer Preis“ ist in der Geschichte einzigartig. Natürlich wird sich die Negativzins genau wie der Nullzins schrittweise auf die Sparer auswirken, indem sie irgendwann für Bankguthaben bezahlen müssen.

Was als nächstes geschieht ist relativ leicht vorhersehbar: Der Sparer zieht sein Geld von seinem Konto ab. Auch dieser Fluchtweg soll den Sparern erschwert werden, indem das Bargeld abgeschafft wird. Natürlich nicht mit einem Knall, sondern schrittweise in der Form einer Bargeldobergrenze.

So hat man den 500 Euro-Schein bereits abgeschafft und die Bargeldobergrenze in Deutschland auf 10.000 Euro festgelegt. In anderen Euro-Staaten wie Frankreich und Italien sind die Bargeldobergrenzen noch viel niedriger.

Bargeldobergrenze und Abschaffung

Wie diese Geschichte in sich immer dramatischer verschärfenden Krisenzeiten steigender Schulden weitergehen wird, ist nicht schwer zu prophezeien. Schäubles Finanzstaatssekretär Michael Meister sagte Anfang 2016, Deutschland sei ein „Hort von Kriminellen“, weil es keine Bargeldobergrenze gebe. Natürlich geht es um etwas völlig anderes.

Die Flucht aus dem maroden Bankensystem wird den Bürgern damit Schritt für Schritt verbaut. Der Effekt der Negativzinsen: Nicht mehr die hoffnungslos bankrotten Schuldner bezahlen von nun an die Zinsen, sondern die Gläubiger, bei denen noch was zu holen ist.

Die angestrebte bargeldlose Gesellschaft führt zur Vollüberwachung. Laufen alle Transaktionen über eine Bank, ist uneingeschränkt einsehbar, wer was wann und wo kauft. Die Nullzins- bzw. Negativzins-Politik bringt die Bürger also nicht nur um die Vermögensbildung, sondern auch um den Datenschutz und damit um ihre Freiheit.

Aus diesem Grund ist die aktuelle Entwicklung der Krise äußerst bedenklich, und deshalb wird die Finanzpolitik von zahlreichen Ökonomen scharf kritisiert.

5 Kommentare

  1. Da kann ich nur zustimmen: aus der Nullzins-Falle kommen die Notenbanken nicht mehr heraus.
    Solange es noch Bargeld gibt, können die Sparer das Geld abheben und Zuhause aufbewahren und sparen sich so die nächste Stufe, nämlich den Strafzins oder Minuszins.
    Aber jede finanzwirtschaftliche oder sonstige Dummheit endet einmal. Und dies wird dann der Fall sein, wenn infolge der dann aufgeblähten Geldmenge die Inflation antrabt.
    Dann passen Minuszinsen nicht zu einer jährlichen Inflationsrate von sagen wir mal 10 %.
    Dann sind alle Guthaben in 8 bis 9 Jahren entwertet und der Zustand des „Geldsozialismus“ (Roland Baader) ist dann erreicht. Aber soweit ist es noch nicht; aktuell folgt jetzt Rezession mit einhergehenden sinkenden Preisen.

  2. Die Inflation (Anstieg der Geldmenge relativ zum BIP) ist längst da und hat im wesentlichen zu einer Preisinflation (Preisanstieg) in den Vermögenswerten (Börse, Immo) geführt. Das liegt daran, dass das neue Geld ZBK-Geld ist und in den Reservekonten der GBK (Geschäftsbanken) entstanden ist. Da kann es auch nicht raus, wenn man mal die Möglichkeit, alles zu verbriefen und in Papierform in die Tresore und Küchenschränke zu stopfen, außen vor lässt.
    Also wurden die Dinge teurer, die Banken kaufen. Kaffee und Kuchen gehören eher nicht dazu. Aber Börsenware ganz sicher. In diesen Kaufprozessen wird das ZBK-Geld also nicht wirklich „ausgegeben“ (wohin sollte es auch verschwinden?), sondern es schwappt nur zwischen den Reservekonten hin und her.
    Die Banken haben also mehrere Probleme.
    1)Der Kredite aus der „guten (,) alten Zeit“ mit den noch normalen Zinsen sind nicht mehr viele, von den neuen, „zinslosen“ Krediten wird die Bank nicht satt. 2)Für das viele Geld auf dem Reservekonto muss Zins gezahlt werden. 3) Haben die (real) Nullzinsen einen Pleitestau verursacht, weil viele Unternehmen nur krank im Diesseits geblieben sind, weil die Fremdkapitalkosten etwa 0 sind.
    Die Banken werden also dazu gedrängt, so sie Einnahmen generieren wollen, es mit dem Risiko nicht so genau zu nehmen und auch denen Kredit zu geben, die irgendwann platt sind. – Volumen statt Qualität, und das ist tödlich für die Bilanz.
    Mit jeder Überweisung eines neu generierten Kredits wird natürlich auch der gleiche Betrag in „kostenpflichtigem“ ZBK-Geld vom Reservekonto auf das einer anderen Bank geschaufelt, die nun ihrerseits gerne einen Kredit vergibt, um die teure Kohle zurück zu schaufeln.
    So Bankaktien noch teurer sind als Klopapier, muss hier die nächste Rettung (wenn man das so nennen kann) bereits fest mit eingepreist sein.
    Wenn Negativzins bedeutet, dass das Geld auf dem Konto von allein weniger wird, haben wir bereits den negativen Guthabenzins auch im Nominalen. Tritt auf unter dem Namen Kontoführungsgebühr u.ä. . Negative Realzinsen gab es ja schon öfter.
    Nur, von den Gebührchen können die Banken nicht leben.
    ——-
    Zur Frage, ob der Anleihenkauf der EZB nun (verbotene) Staatsfinanzierung ist oder nicht, mag man sich vor Augen halten, dass bei einer Veräußerung einer Anleihe auf einem Sekundärmarkt immer dann kein neues Geld (Kredit) entsteht, wenn die Anleihe in der gleichen Ebenen verkauft wird. Also: Nichtbank an Nichtbank , Geschäftsbank an andere Geschäftsbank. Wird allerdings von unten nach oben verkauft (Nichtbank an Geschäftsbank, Geschäftsbank an Zentralbank), entsteht neues Geld. Die EZB hat also, modellhaft gesagt, sozusagen rückwirkend umgestaltet.
    Z.B. hat sich Herr Griechenland nicht mit einer Staatsanleihe (1000 Euro) Giralgeld von einer Geschäftsbank erzeugen lassen, sondern hat das Giralgeld aufgrund einer Bareinzahlung dort bekommen. Das Bargeld war ganz frisch von der ZBK geschöpft worden. Zwangsläufig hat die GBK von Herrn Griechenland nichts zu bekommen, die 1000 Euro Giralgeld zirkulieren fleißig vor sich hin, aber die EZB hat 1000 Euro ZBK-Geld von Herrn Griechenland zu bekommen. Steht ja auf der Staatsanleihe. Und die hat doch die EZB!
    Die Aussage, hier läge lediglich ein Gläubigerwechsel (Sekundärmarkt) vor, ist also falsch. Verschleiert wird die verbotene Staatsfinanzierung durch das Zwischenschalten des Brokers , des Mannes in der Mitte. Und das ist die Geschäftsbank.
    Wenn der Ballon platzt, sind 10% Preisinflation pro Jahr noch beruhigend. Ich gehe eher von 20%+ pro Monat aus.
    Eine vorangehende Geldverknappung durch Platzen der Bilanzen (nach der Tilgung die 2. Möglichkeit der Geldvernichtung) ist gut möglich. Passt ins Bild.

    Gruß in die Runde
    Joe

  3. Natürlich haben wir eine Inflation in den Anlageklassen.
    Aber davon lebt Otto Normalbürger nicht.
    Dieser lebt von seinem Einkommen oder der Rente (Überalterung!) und davon muss er seinen Lebensunterhalt bezahlen.
    Wenn wir daher die Inflation messen wollen, müssen wir die Nettopreise (ohne MwSt.) in der Industrie nehmen.
    Doch das ist der Schnee der Vergangenheit und Gegenwart.
    Ich hatte in obigem Kommentar auf die Zukunft (auf Sicht von zwei bis drei Jahren) abgestellt.
    In einer Rezession sinken nicht nur die Nettopreise der Industrie, sondern auch die Preise in den Anlageklassen.
    Stichwort: Blasenbildung.
    Irgendeinen Anlass gibt es immer.
    Die Anleihen, welche irgendwann bei der EZB landen, verschwinden dort nicht, sondern bleiben dort liegen und erhöhen die Geldmenge per Saldo.
    Ein Blick in die Geldmenge der EZB im Jahr 1994 und 2018 genügt. Aber sonst guter Beitrag. Danke.

  4. @Kuno, ohne Unterscheidung zwischen Inflation und Preisinflation werden wir uns nicht einig. Die Argumente damals waren ja (auch) deshalb falsch. EZB sagte sinngemäß, Geldmenge erhöhen = Preise erhöhen, auch den Preis für die Ware Arbeit natürlich. Steuereinnahmen steigen um den gleichen Faktor, und außerdem sollen die Staaten noch aus Einsparungen Geld zur Schuldentilgung bekommen. Mit der Tilgung würde das Geld dann ja auch wieder von der EZB abgesaugt werden. (Das wäre dann ein Verkauf der fälligen Anleihe von oben (ZBK) zurück nach unten („Herr Griechenland“ ist eine Nichtbank), wobei Geld vernichtet würde.) Die Bilanz der ZBK verkürzt sich, die Bilanz Herrn Griechenlands verkürzt sich auch.
    Zwischen Inflation und Preisinflation besteht nun aber kein unmittelbarer(!) Zusammenhang etwa in Sinne einer Proportionalität o.ä. . Und jetzt hat der Draghi die Einstellschraube komplett aus dem Gewinde gedreht. …

    Versteht man den Negativzins (Reservekonto) aus Sicht der Bank wie eine „Steuer“ auf Geldvermögen, ist klar, dass die Empfänger des neuen Geldes, die Geschäftsbanken, versuchen, dieses Geld gegen andere Vermögenswerte zu tauschen und zwar vorzugsweise gegen solche, die irgendwie Erträge oder Gewinn versprechen statt 0,4% (Nominal-)Verlust pro Jahr. Also schieben sie sich gegenseitig das ungeliebte, da teure Geld in die Taschen und bekommen dafür Wertpapiere und „Wert“-Papiere, für die morgen eine andere Bank noch mehr bezahlen würde. Preisinflation in den Sekundärmärkten jenseits der Realwirtschaft. Realwirtschaftlich werden dann Zombiefirmen mit Fremdkapital zum Nulltarif künstlich am Leben erhalten. Die anderen brauchen nämlich eher nichts. Die Unternehmen sind ja selbst bereits zu Sparern geworden.
    Wir stecken in einer Zwickmühle, einem Dilemma, das zum Crash führen wird. Solange in diesem Zusammenhang auch die „Enteignung des Sparers“ kritisiert wird, bleibt das auch so. Die Gefahren gehen vom gehorteten Geld aus. Geld sollte Zahlungsmittel sein, aber nicht Hortungsmittel.
    Rein modellhaft: Mit 7000 Mrd. Geldmenge und 3500 Mrd. BIP könnte man (wenn auch nicht ganz richtig) sagen, dass jeder Euro alle 2 Jahre 1x zum Bezahlen verwendet wird. Im Durchschnitt natürlich. Ganz grob: Wenn 1,5% des Geldes 3x im Monat „biprelevant“ den Besitzer wechseln, dann liegen 98,5% der Geldmenge regungslos herum. Auf irgendwelchen Konten. Wenn das Zeug in Bewegung kommt, dann gute Nacht. Mit 10% pro Jahr ist da nichts mehr.
    Ein Sparer, der Geld auf dem Konto hortet und fürs Nichtstun einen Vermögenszuwachs erwartet, ist genau so leicht zu verstehen wie kontraproduktiv. (-;

    Gruß in die Runde
    Joe

  5. @Joe

    Ja, da gebe ich Dir Recht und will das von meiner Seite auch nicht kritisieren, sondern nur ergänzen.

    Es ist nämlich noch nicht entschieden, ob wir in Deutschland in der Inflation enden werden oder in der Deflation.
    Einige britische Ökonomen sehen für Deutschland eine Deflation voraus und Steve Bannon übrigens auch.
    Es ist ja so, dass diese Bundesrepublik sehr stark vom Export abhängt und deshalb die Überlegung der Ökonomen: wenn der Export (weshalb auch immer) einbricht, dann wird in der BRD die Rezession am schlimmsten wüten. Und in einer Rezession können die Preise nicht steigen. Genau in dieser Situation kauft die EZB und die immer noch existenten Notenbanken nach den Regeln eines Schneeballsystems, eigene Anleihen auf um die Zinsen niedrig zu halten. Das ist nun wiederum eine ganz starke Medizin gegen die Deflation.
    Wann das Ganze enden muss, kann keiner voraussagen.
    Aber mein Gefühl sagt mir, dass es eine Art „kontrollierte Rezession“ und einen „Salamicrash“ an den Börsen geben wird.

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