Granaten, Drohnen, Lenkraketen: So alt ist „moderne Militärtechnik“ wirklich


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Denkt man an Konflikte, die weiter als der Erste Weltkrieg zurückliegen, hat man Barbaren mit Knüppeln und Steinen vor Augen, die auf Schlachtfeldern aufeinander einprügeln. Doch wussten Sie, dass die USA bereits vor 240 Jahren U-Boote im Krieg gegen die Briten einsetzten? Oder dass vor 1.400 Jahren Handgranaten und Flammenwerfer zum Einsatz kamen?

Alte Waffen
MiG15 Kampfflugzeug, Bild: Gegenfrage.com

Moderne Kriege werden heute nicht mehr von riesigen Armeen geführt, sondern mittels High-Tech-Waffensystemen. So befindet sich ein US-Soldat beispielsweise bei einem Gefecht im Nahen Osten nicht vor Ort, sondern 13.000 Kilometer entfernt vor einem Bildschirm und steuert eine bewaffnete Drohne.

Gibt man High-Tech-Krieg bei der Google Bildersuche ein, erhält man zahlreiche Fotos von US-Kampfdrohnen, Kampfjets, Lenkraketen, dem Terminator und von Israels Präsident Benjamin Netanjahu. Doch sind viele dieser hochmodernen Technologien, bzw. die Ideen dahinter, unglaublich alt. Im Folgenden einige Waffensysteme, die sicherlich älter sind, als so mancher annimmt.

Flammenwerfer: Der Flammenwerfer hat seinen Ursprung im 3. Jahrhundert vor Christus im sogenannten Siphon. Dabei handelte es sich um eine Druckpumpe, die einen konstanten Flüssigkeitsstrahl lieferte. Eine brennbare Flüssigkeit wurde damit auf ein Ziel gefeuert und in erster Linie im Seekrieg eingesetzt. Die Kriegsschiffe des späteren Byzantinischen Reichs hatten einen Siphon aus Bronze an Bord, der Flüssigkeit verschießen konnte, welche von unten befeuert wurde. Das sogenannte „Griechische Feuer“ oder „flüssige Feuer“ wurde im 7. Jahrhundert eingesetzt und verschoss Erdöl, Asphalt und andere Inhaltsstoffe. Die genaue Rezeptur war ein sehr gut gehütetes Staatsgeheimnis und ging Jahrhunderte später mit dem Byzantinischen Reich unter. Es existierte laut Überlieferungen auch ein tragbarer Flammenwerfer für Gefechte auf dem Schlachtfeld.

Handgranaten: Handgranaten wurden erstmals im Ersten Weltkrieg im Grabenkrieg eingesetzt, so lautet jedenfalls ein weit verbreiteter Irrtum. Eigentlich handelte es sich dabei nur um eine Wiederbelebung einer uralten Idee, die ihren Ursprung im 7. Jahrhundert hat (siehe „Flammenwerfer“). Man kam auf die Idee, das Griechische Feuer, ein brennbares Gemisch, in Krüge aus Glas, Stein, Ton oder Keramik zu füllen und als Wurfgeschoss zu verwenden. Die Ur-Handgranaten kamen auch in Verbindung mit Katapulten zum Einsatz.

U-Boote: Die Tinte, mit der die amerikanische Unabhängigkeit erklärt wurde, war gerade getrocknet, als ein US-Amerikaner den ersten U-Boot-Angriff durchführte. Der Soldat Ezra Lee steuerte das erste U-Boot mit der Bezeichnung „Turtle“ (Schildkröte) gegen die HMS Eagle, ein Schiff der britischen Royal Navy. Der Versuch, das Schiff dadurch so stark zu beschädigen, dass es sinkt, missglückte. Das Ganze fand vor rund 240 Jahren im Jahr 1776 statt.

Lenkflugkörper: Die ersten Lenkflugkörper stammen aus der Zeit des Ersten Weltkriegs. Die beiden Ingenieure Orville Wright und Charles Kettering entwickelten ein kleines Doppeldeckerflugzeug, das auf Schienen startete und mithilfe eines gyroskopischen Sensors in ein vorher festgelegtes Ziel gesteuert werden konnte. Hatte das Flugzeug sein Ziel erreicht, stoppte der Motor, die Flügel dockten ab und es fiel samt seinen an Bord befindlichen 180 Pfund Sprengstoff vom Himmel. Diese erste Version der Lenkrakete hatte jedoch einige technische Schwierigkeiten, weshalb sie nicht einsatzbereit war, ehe der Krieg endete.

Drohnen: Die ersten Drohnen-Missionen wurden im Zweiten Weltkrieg durchgeführt. Bei einer dieser Missionen kam der ältere Bruder von US-Präsident John F. Kennedy ums Leben. Bei den Ur-Versionen der heutigen Kampfdrohnen wurden modifizierte Bomber zwar noch durch einen Piloten in die Luft befördert, dieser stieg dann jedoch aus. Das Flugzeug wurde dann von einem Piloten in einem anderen Flugzeug weitergesteuert. Die Ur-Drohnen waren praktisch Selbstmord-Flugzeuge, die in feindliche Ziele gelenkt wurden. Sie hatten ihren Ursprung in einem Forschungsprogramm des Ersten Weltkrieges, als die ersten Lenkflugkörper entwickelt wurden.

Hubschrauber: Der Hubschrauber war ein wichtiges Tool beim Überfall der USA auf Vietnam, doch hat er seinen Ursprung im Zweiten Weltkrieg. Die Deutschen flogen erste Hubschrauber-Varianten und setzten diese als Aufklärer ein, bspw. den Flettner Fl 282. Zwei dieser Hubschrauber gelangten nach dem Krieg als Kriegsbeute in die Hände der USA. Der Erfinder Anton Flettner wurde von den USA rekrutiert und arbeitete ab 1947 als Chef-Ingenieur für das US-Unternehmen Kaman. Hier einige Aufnahmen von ersten deutschen Helikoptern: Youtube-Video.

1 Kommentar

  1. Zumindest mir ist das bekannt. Ich weiß von dem Holländer der auf Seiten der US Freiheitsbewegung gegen die britische Kolonialmacht ein Schnorchelboot erfand.
    Das Boot tauchte nicht wieder auf, alle Insassen ertranken.
    Es dauerte dann leider bis 1943, bis einige Deutsche auf diese alte Idee mit dem Schnorchel kamen. Nach Anfangsschwierigkeiten hat sich der Schnorchel bis Kriegsende gut bewährt. Die Amerikaner flogen 1944 mehrmals über das deutsche Atomwaffengelände auf einer kleinen Ostseeinsel in der Nähe von Usedom auf Veranlassung des „Headquarters United Staates Strategic Air Forces in Europe“ und haben mindestens zweimal eindeutige nukleare Strahlung gemessen. Dazu wurde mit einem „Sniffer“ Luftproben entnommen und später ausgewertet.
    Der Beweis findet sich in dem Buch von Friedrich Georg „Verrat in der Normandie“.
    Die halbseitige Zusammenfassung des damaligen Berichtes findet sich dort als Faksimile. Wenn es nicht verboten wäre (Urheberschutzgesetz) könnte ich das vielleicht einscannen und hier einstellen. Aber auch dann würden einige Leute eher an Fälschung glauben, weil die vielleicht funfundzwanzigjährigen Seitenbetreiber in den USA das noch nicht gebracht haben. Jedenfalls erscheint die Sache auch deshalb überaus logisch, weil Churchill, der noch Ende 1943 fest behauptet hatte, man werde keine „zweite“ (dritte) Front in Frankreich eröffnen, sehr schnell seine Meinung änderte.
    Und das hat mit all den Waffenentwicklungen in der Endphase des dritten Reiches zu tun. Der Krieg hätte sonst noch länger gehen können- die Russen hätten noch eine Weile schmoren sollen. Aber diese Neuentwicklung, bis hin zur halbfertigen Interkontinentalrakete oder der Abfangrakete mit Infrarotsuchkopf gaben den westlichen Alliierten diese Zeit nicht mehr.

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