Syrien, Giftgas, Obama und die Moralkeule


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Die US-Regierung benutzt aufgrund des angeblichen Einsatzes von Giftgas in Syrien die Moralkeule. Doch ist der Einsatz von Massenvernichtungswaffen seitens Assad bisher überhaupt nicht bewiesen. Zudem besitzen die USA aufgrund der eigenen Vergangenheit keinerlei Qualifikationen, um die Welt moralisch zu belehren.

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Bild: Memegenerator

Die Welt, darunter Syrien, ist sicher bereit, sich moralisch belehren zu lassen. Jedoch nur von einer Instanz, die dazu eine Qualifikation besitzt. Die Vereinigten Staaten besitzen diese nicht. Wenn von Moral die Rede ist, so hat Amerika, ebenso wie die engsten Verbündeten Großbritannien und Israel, zu schweigen.

Wenn ein Land in vergangenen und laufenden Konflikten Massenvernichtungswaffen in hohem Maße eingesetzt hat, dann die USA. In diesem und im letzten Jahrhundert fanden zahlreiche Vorfälle statt, bei denen Massenvernichtungswaffen von den USA verwendet wurden, worunter die Bevölkerungen der betroffenen Staaten teilweise bis heute leiden. Millionen Tote, Fehlgeburten, chronische Krankheiten und Krebs sind die Folgen des Einsatzes von Massenvernichtungswaffen. Im Folgenden einige US-Einsätze von chemischen und nuklearen Waffen.

Ab 1944 bombardierte das US-Militär japanische Zivilisten mit Napalm, wodurch hunderttausende Menschen qualvoll verendeten. 1945 warfen die USA Atombomben über den japanischen Städten Hiroshima und Nagasaki ab, wodurch weitere hunderttausende Menschen, in erster Linie Zivilisten, ums Leben kamen. Dabei handelte es sich um den ersten und bis heute einzigen Einsatz von Atombomben gegen ein anderes Land.



1953 wurden chemische Waffen an den eigenen Bürgern in St. Louis im Bundesstaat Missouri getestet, indem Chemikalien über Wohnsiedlungen versprüht wurden, wo hauptsächlich Afroamerikaner in ärmlichen Verhältnissen lebten. Unter anderem wurde das stark krebserregende Cadmiumsulfid versprüht, möglicherweise waren die Dämpfe sogar radioaktiv. Zwar waren die Folgen der Tests angeblich nicht schwerwiegend, doch moralisch waren sie in jedem Fall höchst verwerflich.

Zwischen 1962 – 1971 warfen die USA mehr als 75 Millionen Liter Chemikalien über Vietnam ab, inklusive der äußerst giftigen Chemikalie Agent Orange, um die Wälder zu entlauben, in denen sich Vietnamesen versteckt hielten. Die vietnamesische Regierung schätzt, dass durch die chemischen Angriffe 400’000 Menschen getötet oder verstümmelt wurden und 500’000 Babys mit Geburtsschäden auf die Welt kamen. Zwei Millionen Menschen erkrankten an Krebs und anderen schweren Krankheiten. Im Jahr 2012 schätzte das Rote Kreuz, dass heute noch eine Million Vietnamesen Behinderungen und gesundheitliche Probleme aufgrund des damaligen Einsatzes von Agent Orange haben.

1988 half der US-Geheimdienst CIA dem Irak bei der Beschaffung und dem Einsatz von chemischem Giftgas gegen Iraner und Kurden. Bei dem Beschuss eines kurdischen Dorfes durch die von den USA unterstützten irakischen Truppen wurden 5’000 Menschen getötet und weitere 10’000 verletzt.

1993 pumpte das FBI Tränengas in Wohnhäuser in Waco, Texas. Wochenlang hatten sich dort 85 Personen verschanzt, darunter Bewaffnete. Nach 51 Tagen fuhren Panzer vor, rissen die Fassaden des Hauses ein und FBI-Agenten fluteten das Anwesen mit Tränengas. 76 Menschen kamen dabei ums Leben, darunter 27 Kinder. Übrigens verbietet die Chemiewaffenkonvention den Einsatz von Tränengas gegen feindliche Soldaten. Für Kinder aus der eigenen Bevölkerung gilt dies offenbar nicht.

Im Jahr 2004 beschossen die USA irakische Zivilisten mit Weißem Phosphor, einem äußerst grausamen chemischen Massenvernichtungskampfstoff. Zunächst hatte das US-Militär den Einsatz der Chemiewaffe geleugnet, doch konnte dies später nachgewiesen werden. Der italienische TV-Sender RAI veröffentlichte einen Dokumentarfilm mit dem Titel „Falludscha, das geheime Massaker“ und zeigte Fotos und Filmaufnahmen von den Opfern. Auch abgereichertes Uran wurde in Falludscha mehrfach eingesetzt. Jedes vierte Neugeborene in der Stadt ist heute deshalb schwer krank.

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