Marx-Zitate: Sozialistische Woche in den US-Massenmedien


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Die vergangene Woche war eine Woche voller Gegensätze. Als Aktienbörsen rund um die Welt wie ein Stück Butter im Backofen in sich zusammenschmolzen und einen Sturzflug sondergleichen durchführten, sagte der drittreichste Mann der Welt in einem Gastbeitrag in der New York Times, Warren Buffett, dass der US-Kongress aufzuhören solle, die Superreichen zu verhätschlen.

Forbes, die Zeitschrift Nummer eins der Reichen und Berühmten, warnte vor einem „kommenden globalen Klassenkrieg„; und Nouriel Roubini, einer der berühmtesten Wirtschaftswissenschaftler und Ökonomen der Welt, sagte dem Wall Street Journal, dass Karl Marx Recht gehabt habe und der Kapitalismus zum Scheitern verurteilt sei. Und als ob all dies noch nicht genug gewesen wäre, schrieb der BusinessInsider einen Beitrag mit der Überschrift „Karl Marx is hot“ und das Time Magazine rief den Westen dazu auf, die Warnungen von Marx ernst zu nehmen und zu begreifen, dass der Kapitalismus ohne beherztes Eingreifen der Staaten nicht überleben werde. Sogar in der Wall Street, der Hochburg des Kapitalismus, wurde Marx von einigen Investoren mehrfach zitiert.

Was ist los? Warum dieses plötzliche Mainstream-Interesse an gesellschaftlichen Problemen und Karl Marx-Zitaten? Sicherlich haben sich überzeugte Kapitalisten nicht über Nacht in Befürworter des Sozialismus verwandelt. Tatsächlich machten sie alle stets deutlich, dass sie mit Marx auf entscheidender Ebene nicht übereinstimmen. Doch nun behaupten sie, dass er in der Tendenz in Bezug auf den Kapitalismus Recht gehabt haben könnte und dieser sich nun selbst zerstört. Mit anderen Worten weist das plötzliche Interesse an den Arbeiten von Marx auf eine wachsende Angst unter den herrschenden Klassen hin, wie der US-Blog Roarmag scharfzüngig feststellt. Roubini sagte, dass „Karl Marx Recht hatte, dass die Globalisierung, das Finanz- und Versicherungsgewerbe und die Einkommensumverteilung den Kapitalismus dazu bringen könnten sich selbst zu vernichten.“ Moment: Ist die Einkommensumverteilung nicht auch eine maßgebliche Eigenschaft des Sozialismus?

Es ist nicht nur die Angst vor dem drohenden Zusammenbruch des Finanzsystems, der das Come-Back von Marx befeuert. Anscheinend fürchten sich die Eliten vor bevorstehenden Massen-Unruhen. Wie das Magazin Fortune schrieb, könnten die Unruhen in Großbritannien, die sich von London auf andere britische Städte ausgebreitet hatten, schnell auch auf andere Länder übergreifen. „Die Unruhen sind kein englisches Phänomen und durchaus keine Seltenheit. Tatsächlich stellen sie die Kluft zwischen arm und reich dar, die den Kapitalismus zu untergraben droht.“ Die TIME schrieb: „Der Kapitalismus könnte vor den Exzessen, vor denen Marx warnte, durch staatliche Eingriffe gerettet werden.“ Mit anderen Worten: Der Kapitalismus braucht jetzt den Sozialismus, um überleben zu können? Merkwürdig ist dieser Umschwenk allemal. Handelt es sich dabei um eine groß angelegte PR-Aktion, oder ist das wieder nur das berühmte Sommerloch?

1 Kommentar

  1. Da sieht man es mal wieder….wohin die Reise gehen soll!! Wie die Neue Weltordnung aussehen soll. Im Kapitalismus haben sich Leute wie Baffett, Rockefeller und Co. berreichert, nun wollen sie Ihre Positionen halten und dazu dient der Sozialismus/Kommunismus. Denn da bleibt der Arbeiter eben Arbeiter und der Bauer eben Bauer und die Oberschicht die Oberschicht, wie schon im Mittelalter!! Das ganze ist keine Kapitalismuskrise, sondern eine Geldsystemkrise und das ist Sozialistisch!!

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