Libyen: Erhält Frankreich 35 Prozent aller Ölexporte?


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Zu Beginn des bewaffneten Konflikts in Libyen hat Frankreich offenbar ein Abkommen mit den libyschen Rebellen ausgehandelt, in welchem vereinbart wurde, dass Frankreich 35% der libyschen Ölexporte erhalten werde im Austausch für die Unterstützung der Rebellen im Kampf gegen die libysche Regierung, wie die französische Zeitung Libération am Donnerstag berichtete.

Die Zeitung schreibt weiter, dass ihr ein Brief der Rebellen vom 3. April an den das Emirat Katar vorliege, in dem von dem Deal mit der französischen Regierung die Rede gewesen sein soll. Frankreichs Außenminister Alain Juppé dementierte diese Informationen, betonte aber, dass Frankreich der neuen Regierung beim Wiederaufbau des Landes helfen werde. Auch die Rebellenregierung dementierte, dass ein solcher Brief existiert. Frankreich hat übrigens genau 35% aller Angriffe auf Libyen durchgeführt. Ironie des Schicksals oder eiskaltes Kalkül?

Zudem wurde kürzlich bekannt gegeben, dass der neue Militärkommandant der Rebellen in Tripolis der weltweit bekannte Terrorist Abdul Hakim Belhadj ist, wie die französische Ausgabe von RIA Novosti berichtete. Belhadj wurde im Jahr 2009 von Gaddafis Sohn Saif-al-Islam Gaddafi persönlich begnadigt und aus der libyschen Haft entlassen. Manche Umstände sind schwer nachvollziehen, nicht wahr? Doch es kommt noch kurioser.

In einem Bericht hatte der arabische Nachrichtensender Al Jazeera am Mittwoch geschrieben, dass der Redaktion ein geheimes Dokument aus dem Jahr 2008 vorliege, das eine direkte Kommunikation zwischen der libyschen Gaddafi-Regierung und einflussreichen Persönlichkeiten aus der US-Regierung belegt. In dem Dokument sei es um den Machterhalt Gaddafis gegangen. Die US-Regierung hatte Gaddafi empfohlen, eine Propagandakampagne zu starten und die Rebellen in die Al-Kaida-Ecke zu drängen, wobei er sich Hilfe von Geheimdiensten aus Israel, Ägypten, Marokko und Jordanien holen sollte. Namentlich erwähnt wurden in dem Dokument der Nahost-Sondergesandte des US-Außenministeriums David Welch und Dennis Kucinich, Mitglied im Repräsentantenhaus des US-Kongresses.

Doch es kam alles ganz anders: Heute beraten die Weltmächte über die Zukunft Libyens. Die NATO-Luftoperationen würden weitergehen, „bis die von Muammar Gaddafi ausgehende Bedrohung ausgelöscht ist“, wie der französische Präsident Nicholas Sarkozy erklärte. Eine Gruppe, bekannt als die „Freunde Libyens,“ wurde in Paris einberufen, um über Libyens Zukunft zu beraten, wie Russia Today berichtet. Gesandte aus Russland, China und fast 60 anderen Ländern wohnten der Konferenz über Libyen bei. Vertreter Frankreichs und Großbritanniens sagten, dass die kostspielige Militäraktion der NATO ein Erfolg gewesen sei und Fehler, die im Irak gemacht wurden, vermieden werden konnten.

Auch haben einige afrikanische Staaten die neue Rebellenregierung inzwischen anerkannt, doch lehnt die Afrikanische Union eine Anerkennung weiterhin ab, wie Yahoo News letzten Freitag berichtete. Grund seien die anhaltenden Unruhen im Land. Der südafrikanische Präsident Jacob Zuma sagte, dass die libyschen Rebellen nicht als Regierung anerkannt werden könnten, solange die Kämpfe andauern.

Zahlen & Fakten

  1. In dem  Krieg starben bis heute 50’000 Menschen
  2. Die Bundesregierung lieh den libyschen Kriminellen 100 Millionen Euro
  3. Laut der UN-Resolution 1973 waren Luftangriffe auf Libyen untersagt
  4. Friedensnobelpreisträger Obama unterstützte die libyschen Kriminellen mit Waffenlieferungen, um die „Bevölkerung zu schützen“
  5. Allein bei einem einzigen NATO-Luftangriff starben 85 Zivilisten, darunter 33 Kinder
  6. Laut Experten setzten die USA Uranwaffen mit einem Gewicht von je zwei Tonnen gegen libysche Panzer ein
  7. In den ersten drei Monaten des Krieges wurden 1’108 libysche Zivilisten durch die NATO getötet und 4’537 weitere verletzt
  8. Libyen droht nun eine gigantische Wirtschaftskrise, da der Ölhandel völlig am Boden liegt
  9. Die NATO führte 20’980 Einsätze mit 7’886 Luftangriffen gegen Libyen durch (Stand 31.08.2011)

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