Kuba will beschlagnahmte US-Hellfire-Rakete nicht zurückgeben


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Die USA haben versehentlich eine Hellfire-Rakete nach Kuba, statt nach Florida versandt. Kubas Behörden haben die Rakete am Flughafen in Havanna beschlagnahmt und rücken sie nun nicht mehr heraus.

"MQ-1 Predator unmanned aircraft" by U.S. Air Force photo/Lt Col Leslie Pratt - http://www.af.mil/shared/media/photodb/photos/081131-F-7734Q-001.jpg. Licensed under Public Domain via Commons.
MQ-1 Predator unmanned aircraft“ by U.S. Air Force photo/Lt Col Leslie Pratt – http://www.af.mil/shared/media/photodb/photos/081131-F-7734Q-001.jpg. Licensed under Public Domain via Commons.

Im Jahr 2014 wurde eine Hellfire-Rakete nach einer Militärübung in Spanien zunächst nach Deutschland und Frankreich, danach nach Florida, USA geschickt. Die Rakete, die bei Drohnenmissionen zum Einsatz kommt, landete jedoch in Havanna. Dort wurde die Transportkiste durch kubanische Behörden beschlagnahmt und seither nicht mehr herausgegeben.

Kuba wird seit Jahrzehnten von den USA sanktioniert, weshalb Waffenexporte dorthin verboten sind. Gemäß Angaben des US-Verteidigungsministeriums handelt es sich um eine lasergelenkte Luft-Boden-Rakete, die von Apache-Hubschraubern oder Predator-Killerdrohnen eingesetzt wird. Unklar ist, wie die Rakete nach Kuba gelangen konnte. „Hat jemand Bestechungsgeld angenommen, um sie woanders hinzuschicken? War es eine Geheimdienstoperation, oder einfach nur eine Reihe von Fehlern? Das versuchen wir herauszufinden“, sagte ein US-Beamter gegenüber dem Wall Street Journal.

Im vergangenen Jahr signalisierten die USA die Absicht nach einer Normalisierung der diplomatischen Beziehungen zwischen beiden Ländern, der Errichtung von Botschaften und dem Austausch von Gefangenen. Die Hellfire-Rakete bleibt jedoch weiterhin in der Obhut der kubanischen Regierung.



Eine Hellfire-Rakete kostet 68.000 Dollar und ist 163 cm lang. Sie wird u.a. bei den völkerrechtswidrigen Drohneneinsätzen im Irak, Jemen, in Libyen, Pakistan, Somalia oder Afghanistan verwendet. Die Einsätze sind stark umstritten, da diese von der US-Regierung jahrelang nicht zugegeben wurden, dafür kein UN-Mandat existiert und unverhältnismäßig viele Zivilisten dabei ums Leben kommen.

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