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03.09.1939: England und Frankreich erklären Deutschland den Krieg


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Am 03. September 1939 um 11:00 Uhr erklärte England dem Deutschen Reich den Krieg. Wenig später, gegen 17:00 Uhr, folgte Frankreich.

England und Frankreich erklären Deutschland am 03. September 1939 den Krieg
England und Frankreich erklären Deutschland am 03. September 1939 den Krieg, Bild: Gegenfrage.com

An diesem Tag im Jahr 1939 erklärte England dem Deutschen Reich um 11:00 Uhr den Krieg. Wenige Stunden später, gegen 17:00 Uhr, folgte Frankreich. Deutschland hatte ein Ultimatum, sämtliche Truppen aus Polen abzuziehen, verstreichen lassen.

Im Zuge eines wenige Monate zuvor geschlossenen Beistandspakts hatten sich England und Frankreich dazu verpflichtet, Polen im Falle eines bewaffneten Konflikts militärisch beizustehen. Es folgten auf Druck Londons weitere Kriegserklärungen von Australien, Neuseeland, wenige Tage später auch von der Südafrikanischen Union, Nepal, Bahrain, Oman und Kanada.

Auch Britisch-Indien erklärte Deutschland den Krieg. Allerdings ohne Zustimmung der dortigen Regierung. Stattdessen hatte der britische Vize-König John Hope stellvertretend eine Kriegserklärung ausgesprochen. Der Irak und Ägypten brachen auf Druck der britischen Regierung alle diplomatischen Beziehungen zu Deutschland ab.

Rasch begann ein Seekrieg zwischen Großbritannien und dem Deutschen Reich, bei dem auch U-Boote zum Einsatz kamen. Die Sowjetunion warnte England und Frankreich vor einer Intervention in Polen und kündigte an, ihre „Westgrenze zu überdenken“.

Washington und Tokio erklärten am 05. September ihre Neutralität. Washington war allerdings nur formal neutral, da einige Kriegsteilnehmer mit kriegswichtigen Gütern beliefert und andere Kriegsteilnehmer boykottiert wurden. Dadurch verstrickten sich die USA indirekt von Beginn an in den Krieg.

Zudem hatte US-Präsident Franklin Roosevelt bereits in seiner „Quarantäne-Rede“ am 05. Oktober 1937 die internationale Isolation Deutschlands, Italiens und Japans gefordert. Nur einen Satz danach betonte er die „Politik des Friedens“ seiner Regierung. Dennoch war damit die Position Washingtons bereits lange vor Beginn der Kampfhandlungen in Europa recht klar.

Hitler-Stalin-Pakt

Moskau und Berlin hatten am 23. August den sogenannten Hitler-Stalin-Pakt geschlossen. Dabei handelte es sich um einen Nichtangriffspakt, der am 28. September, nach der Besetzung Polens, durch den Deutsch-Sowjetischen Grenz- und Freundschaftsvertrag ergänzt wurde, welcher die Aufteilung Polens festlegte.

An der Grenze zwischen Deutschland und Frankreich fand der sogenannte „Sitzkrieg“ statt. Einige Zeit lang „saßen“ sich französische und deutsche Truppen tatenlos gegenüber. Bis auf einen erfolglosen Angriff französischer Truppen auf das Saarland blieb es zunächst ruhig.

Nachdem England und Frankreich die Warnung der Sowjetunion ignoriert hatten, griff die Rote Armee am 17. September 1939 ebenfalls Polen an. Allerdings erklärten London und Paris der Sowjetunion daraufhin nicht den Krieg. Angeblich existierte in der Garantieerklärung ein geheimes Zusatzprotokoll, nach dem England nur gegen Deutschland bereit war Krieg zu führen.

Was viele nicht wissen

Im Frühsommer 1940, nach dem Sieg über Frankreich und Belgien, verkündete Berlin das „späte Ende“ des (Ersten) Weltkriegs. Die Niederlage des Jahres 1918 wurde damit aus deutscher Sicht in einen Sieg im Jahr 1940 umgewandelt und der Krieg für beendet erklärt.

Der europäische Krieg verflocht sich jedoch spätestens nach der Kriegserklärung der USA an Japan mit dem Zweiten Japanisch-Chinesischen Krieg in Asien. Alle Großmächte der Welt waren nun an den Kämpfen beteiligt. Rund 60 Millionen Menschen ließen bis 1945 ihr Leben, etwa die Hälfte davon waren Zivilisten (nach offiziellen Zahlen).

Durch ethnische Säuberungen, Verbrechen, Hungerkrisen, Krankheiten und Internierungen starben auch in den Folgejahren noch sehr viele weitere Menschen. Einige Schätzungen reichen darum auch bis 80 Millionen und mehr, die dem Zweiten Weltkrieg zum Opfer fielen.

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