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06.10.1973: Jom Kippur-Krieg beginnt


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Am 06. Oktober 1973 begann der Jom Kippur-Krieg. Hinter dem von Ägyptens Präsident el-Sadat genau durchdachten Angriff auf Israel steckte ein raffinierter Plan.

Jom Kippur-Krieg
Jom Kippur-Krieg, Bild: Heutige Flagge von Ägypten (gemeinfrei), Gegenfrage.com

An diesem Tag im Jahr 1973 begann der Jom Kippur-Krieg. In der Hoffnung, während des dritten arabisch-israelischen Krieges Israel verlorenes Territorium zurückgewinnen zu können, starteten ägyptische und syrische Truppen am Jom Kippur, dem heiligsten Tag im jüdischen Kalender, einen koordinierten Angriff auf Israel.

Die ägyptischen Truppen überraschten die israelischen Streitkräfte und drangen tief in die Sinai-Halbinsel ein. Syrien kämpfte darum, israelische Truppen aus den Golanhöhen zu vertreiben. Israels überwältigender Sieg im Sechs-Tage-Krieg von 1967 hatte der jüdischen Nation die Kontrolle über Territorium verschafft, das nun vier Mal so groß war wie zuvor.

Ägypten verlor die 23.500 Quadratkilometer große Sinai-Halbinsel und den Gazastreifen, Jordanien das Westjordanland und Ost-Jerusalem und Syrien die strategischen Golanhöhen. Als Anwar el-Sadat 1970 Präsident von Ägypten wurde, befand sich das Land in einem wirtschaftlich unruhigen Zustand. Einen Krieg konnte man sich nicht leisten.

Ägyptens wagemutiger Plan

Nach dem israelischen Sieg von 1967 war es jedoch unwahrscheinlich, dass die Friedensbedingungen für Ägypten günstig ausfallen würden. Sadat entwarf einen wagemutigen Plan, Israel erneut anzugreifen, um die Israelis von einem für beide Seiten günstigen Friedensplan zu überzeugen.

1972 vertrieb Sadat 20.000 sowjetische Berater aus Ägypten und eröffnete neue diplomatische Kanäle mit Washington. Als wichtigster Verbündeter Israels sah man hier einen wichtigen Verbündeten bei künftigen Friedensgesprächen. Er bildete ein neues Bündnis mit Syrien und plante einen konzertierten Angriff auf Israel.

Als der vierte arabisch-israelische Krieg am 06. Oktober 1973 begann, waren viele israelische Soldaten wegen des Jom Kippur von ihren Posten abgezogen. Die arabischen Armeen machten beeindruckende Fortschritte mit ihren modernen sowjetischen Waffen.

Irakische Streitkräfte schlossen sich dem Krieg an und Syrien erhielt Unterstützung von Jordanien. Nach einigen Tagen wurde Israel vollständig mobilisiert, und die israelischen Verteidigungskräfte begannen, die arabischen Errungenschaften mit heftigen Verlusten zurückzuschlagen.

US-Präsident Richard Nixon verzögerte seine Hilfe sieben Tage lang, vermutlich als stillschweigendes Signal der Sympathie der USA für Ägypten. Ende Oktober wurde ein ägyptisch-israelischer Waffenstillstand durch die Vereinten Nationen sichergestellt.

Der Plan ging auf

Der ägyptische Plan ging auf: Obwohl Ägypten im Jom Kippur-Krieg erneut eine militärische Niederlage erlitt, stärkten die anfängliche Erfolge das Ansehen Sadats im Nahen Osten und verschafften ihm die Möglichkeit, mit Israel einen vorteilhafteren Frieden zu schließen.

1974 wurde das erste von zwei ägyptisch-israelischen Abkoppelungsabkommen unterzeichnet, die die Rückführung von Teilen des Sinai nach Ägypten vorsahen. 1979 unterzeichneten Sadat und der israelische Premierminister Menachem Begin das erste Friedensabkommen zwischen Israel und einem seiner arabischen Nachbarn.

1982 erfüllte Israel den Friedensvertrag von 1979, indem man den letzten Teil der Sinai-Halbinsel an Ägypten zurückgab.

Syrien, der große Verlierer

Aus der Sicht Syriens war der Jom Kippur-Krieg hingegen eine Katastrophe. Der unerwartete ägyptisch-israelische Waffenstillstand brachte Syrien eine militärische Niederlage und Israel eroberte noch mehr Gebiete in den Golanhöhen.

Im Jahr 1979 stimmte Syrien für einen Ausschluss Ägyptens aus der Arabischen Liga. Am 06. Oktober 1981 wurde Sadat in Kairo von Extremisten ermordet, als er einer Militärparade zum Gedenken an den Jahrestag des Jom Kippur-Kriegs beiwohnte.

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