Jemen: Kein Ende der US-Drohnenangriffe in Aussicht


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Jemens Parlament hat für ein Verbot der verrufenen US-Drohnenangriffe gestimmt, dennoch werden die illegalen Bombardements wohl in gewohnter Manier weitergehen. Washington wie auch Jemens Präsident Hadi dürfte es herzlich wenig interessieren, was das Parlament im Jemen beschließt.

Drohne feuert Hellfire-Rakete ab
Bild: Brigadier Lance Mans, public domain

Nachdem eine amerikanische Kampfdrohne in Rada in der zentral-jemenitischen Provinz Bayda versehentlich eine Hochzeit mit Hellfire-Raketen bombardierte, wodurch laut Medienberichten 15 Menschen ums Leben kamen, darunter auch Kinder, hat das Parlament im Jemen am Sonntag für ein Ende der Drohnenangriffe durch das US-Militär und US-Geheimdienste abgestimmt.

Das jemenitische Parlament wird von der Partei des früheren Präsidenten Ali Abdullah Saleh und der Islah-Partei dominiert. Saleh trat im Jahr 2012 nach 33 Jahren Herrschaft zurück, danach trat Abdrabuh Mansur Hadi als einziger Kandidat mit 99,8 Prozent der Stimmen an dessen Stelle, der den Drohnenangriffen durch die USA gegen seine Bürger zustimmte. Ein jemenitischer Abgeordneter sagte unter Bedingung der Anonymität, dass Hadi die Beschlüsse des jemenitischen Parlaments ohne jegliche Konsequenzen ignorieren könne.

Man male sich an dieser Stelle die Reaktion amerikanischer Bürger aus, wenn ein jemenitisches Kampfflugzeug ohne Zustimmung des US-Kongresses eine Hochzeit in New York City mit Raketen bombardieren würde, mit mehreren Toten und Verletzten.



Laut einem aktuellen Bericht von Human Rights Watch im Oktober haben die USA seit 2009 insgesamt 80 gezielte Militäroperationen mit Drohnen und Kampfflugzeugen durchgeführt. Dabei wurden mindestens 473 ermordet. Die USA begründen die Attacken im Jemen mit dem „Krieg gegen Terror“. Angeblich befinden sich im Jemen Stützpunkte der nicht existierenden, von der CIA erfundenen Organisation „al-Qaida“.

Laut dem Bureau of Investigative Journalism in London sind 98 Prozent aller Toten durch Predator-Drohnenangriffe Zivilisten. Tödliche Drohnenangriffe wurden bisher in Afghanistan, Irak, Libyen, Pakistan, Somalia und Jemen durchgeführt.