Japan: Zehntausende protestieren gegen US-Militärbasen


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In Japan sind am Wochenende Zehntausende auf die Straße gegangen, um gegen US-Militärstützpunkte zu demonstrieren. In dem Land sind 47.000 US-Soldaten stationiert, rund die Hälfte davon auf Okinawa.

Japanemperorbirthday“ by Philbert Ono – Originally uploaded by en:User:Photojpn.org. Licensed under CC BY-SA 3.0 via Wikimedia Commons.

In ganz Japan gingen Zehntausende Demonstranten auf die Straßen und protestierten gegen US-Militärbasen auf Okinawa. Die Menschen protestierten auch gegen ihre Regierung und warfen dieser vor, nicht im Interesse der japanischen Bürger zu handeln.

Die Proteste begannen am Freitag, als mindestens 1.200 Menschen in Okinawa am 43. Jahrestag der angeblichen Rückerlangung der Souveränität des Landes auf die Straßen gingen. Die Bürger riefen Proteste wie: „Bekämpft eine Verbesserung der Verteidungsbeziehungen zwischen USA und Japan“, „Für ein Okinawa ohne US-Basen“ oder „Die USA haben den Willen des Volkes Okinawas zu respektieren.“

Am Sonntag gingen in Okinawas Hauptstadt Naha ca. 35.000 Menschen auf die Straße, um gegen einen geplanten US-Stützpunkt der Air Force zu demonstrieren. Mehrere Demonstranten wurden festgenommen, als sie versuchten, den Verkehr in den amerikanischen Stützpunkt blockieren. Sie forderten die japanische Regierung auf, den Plan zum Bau eines neuen Stützpunktes für die US-Armee in Henoko aufzugeben.

In Japan sind 47.000 US-Soldaten stationiert, rund die Hälfte davon auf Okinawa. Aufgrund der Nähe zu China bzw. Taiwan ist der Standort von hohem strategischen Wert.

2 Kommentare

  1. Die weit überwiegende Anzahl derer, die da in Japan gegen Militärstützpunkte der USA demonstrieren, dürfte dem linken und pazifistischen Lager zuzurechnen sein.
    Das entwertet die Demonstrationen nicht.
    Aber es kann sein, dass etliche „Nationaljapaner“ darunter waren.
    Und hier muss man wissen, dass der rechte Teil der japanischen Gesellschaft, nicht nur die USA als Vormund los sein will, sondern auch die Verfügung über Atomwaffen anstrebt.
    Nur so, glauben diese, lassen sich Ansprüche Chinas zurückweisen. Will man Gerüchten glauben, arbeiten die japanischen Regierungen seit 2006 bereits am Zugang zu Atomwaffen. Freilich muss bis dahin auch die japanische Verfassung geändert werden, auch daran wird bereits vorsichtig gearbeitet.
    In Summe sind die jetzigen Demonstrationen gegen US Stützpunkte ein Zeichen, dass mehr und mehr Leute in Japan aufwachen und grundsätzliche Fragen stellen.

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