Japan mit neuem Rekord-Handelsdefizit


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Bereits zum 19. Mal in Folge verzeichnete Japan im Januar eine negative Handelsbilanz. Die beispiellos lockere Währungspolitik der japanischen Zentralbank verbilligt Exporte, treibt jedoch gleichzeitig die Importpreise in die Höhe, was zunehmend für extreme Marktverzerrungen sorgt.

Politisch & finanziell angeschlagen: Japan
Bild: Wikipedia

Japans Handelsdefizit ist zum 19. Mal in Folge im Januar auf einen neuen Monatsrekord in Höhe von 2,79 Billionen Yen (20 Milliarden Euro) angestiegen. Pro Japaner vom Säugling bis zum Greis entspricht das Mehrausgaben in Höhe von knapp 130 Euro – allein im Januar. Eine vierköpfige Familie (Vater, Mutter, zwei Kinder) hat also etwa 500 Euro mehr ausgegeben als eingenommen.

Das Defizit ist damit 70,8 Prozent höher als noch im Januar 2013, damals gab man „nur“ 1,63 Billionen Yen mehr aus, als eingenommen wurde. Ebenso rekordverdächtig ist die lockere Geldpolitik des asiatischen Landes, was zunehmend zu extremen Verzerrungen führt. Zwar haben sich Exporte durch die Gelddruckprogramme kurzfristig erhöht, Importe sind jedoch durch den Wertverlust der Währung sehr viel teurer geworden. Produkte wie etwa Öl (28,1 Prozent teurer als im Vorjahr), Gas (21,4 Prozent teurer) und auch viele Lebensmittel werden importiert. Außerdem wurden nach dem Erdbeben in 2011 sämtliche Kernkraftwerke im Land abgestellt, weshalb Brennstoffe teuer importiert werden müssen, mehr als 90 Prozent der Energie wird derzeit vom Ausland bezogen.

Japans Zentralbank hat sich fest zum Ziel gesetzt, die seit eineinhalb Jahrzehnten dauernde Aufwertung des Yen gegenüber dem Dollar zu beenden. Derzeit bringt Japans Zentralbank 50 Billionen Yen (derzeit etwa 350 Milliarden Euro) pro Jahr in Umlauf, um die Landeswährung zu schwächen. Der japanische Yen hat im Vergleich zu Januar 2013 bereits mehr als 20 Prozent seines Wertes eingebüßt. Im Jahr 2013 belief sich Japans Staatsverschuldung auf 245 Prozent des BIP.

3 Comments

  1. guter Artikel auch bei querschuesse.de

    aber egal, auch hier, wie überall auf der welt, der mob leidet still und unheimlich heimlich und weiß nicht, wie er die schlangenbrut beseitigen soll und kann. man kann sie nur verbrennen und ausräuchern aber alles ist so lecker vernetzt, dass halt eben auch die räuchermanderln mit draufgehen. ergo werden wir erst aktiv, wenn wir nix mehr zu verlieren haben, nur bis dahin hat jedes baby seinen chip mit selbstzerstörungsmechanismus in der birne, weil die eletern soviel angst haben, es könnte verloren gehen oder geklaut werden. da frag ich mich allerdings, wer könnte denn ein baby klauen um den menschen angst zu machen?

    genau, der terrorstaat, man gucke mal in die bibel….

  2. „90 Prozent der Energie wird derzeit vom Ausland bezogen“

    Aus dem Iran z.B.,
    nette Theorie der Israelis und ihrer Vasallen vom Embargo. Im Gegensatz zu „gefühlter Inflation“ und Reichtum durch Computernullen, läuft die Heizung nicht ohne Energie und das Auto lässt sich auch nicht mit Luft bewegen.
    Japan hat eine menge Probleme und die schwimmen fleissig in Richtung US Küste.Vieleicht sollten die nächsten Migranten von dort zu uns kommen, das wäre wirklich mal eine Bereicherung.

  3. Guter Beitrag! Ich habe das auch hier aufgegriffen und bin davon überzeugt, dass Japan schon im laufenden Jahr aus den genannten Gründen zur Kernenergie zurückkehren wird:

    http://www.kaufkraftschutz.de/warum-japan-seine-kernkraftwerke-wieder-anschalten-muss/971

    In dem Kontext bemerkenswert auch aus geopolitischer Sicht:

    Japan, Saudi Arabia to promote talks for civil nuclear pact
    http://www.globalpost.com/dispatch/news/kyodo-news-international/140219/japan-saudi-arabia-promote-talks-civil-nuclear-pact

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