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19.11.1951: Britische Truppen besetzen Ismailia, Ägypten


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Am 19. November 1951 besetzten britische Truppen die ägyptische Stadt Ismailia am Sueskanal, die von enormer Bedeutung für den britischen Ölhandel war.

Großbritannien Ismailia Sueskanal Ägypten
Großbritannien Ismailia Sueskanal Ägypten, Bild: Gegenfrage.com

An diesem Tag im Jahr 1951, kurz nach der erneuten Ernennung Winston Churchills zum Premierminister Großbritanniens, rollten britische Panzer in die ägyptische Stadt Ismailia am Sueskanal ein und besetzten diese weiträumig.

Vorausgegangen war den Gefechten die einseitige Aufkündigung des anglo-ägyptischen Vertrages von 1936 durch die neue Wafd-Regierung in Kairo am 8. November 1951. Bereits seit Ende des Zweiten Weltkrieges im Jahr 1945 hatte die ägyptische Regierung die Briten wiederholt darum gebeten, die Militärpräsenz zu beenden.

Darüber hinaus sollte der Sudan an Ägypten annektiert und der auf 20 Jahre ausgelegte Vertrag, der den Briten weitreichende Eingriffe in die Souveränität Ägyptens ermöglichte, entsprechend zu ändern. Gemäß den Bedingungen des Vertrages sollte Großbritannien seine Truppen aus Ägypten abziehen, mit Ausnahme derjeniger, die den Sueskanal schützten.

Am 14.11.1951 demonstrierten in der Hauptstadt Kairo 500.000 Menschen gegen die Präsenz der Briten in Ägypten. Ägyptens Regierung forderte den Abzug aller britischen Truppen aus dem Land und wies die Polizei an, die neuen Bestimmungen durchzusetzen. Insgesamt 10.000 britische Soldaten und Hilfspersonal wurden von Kairo aufgefordert, das Land zu verlassen.

Ägyptens Außenminister Ibrahim Farab bezeichnete die Zusammenstöße als „Kriegszustand“, der den Frieden auf der gesamten Welt bedrohte. Innenminister Fuad Serag el Din Pasha ordnete die ägyptische Polizei an, jeden Briten zu erschießen, der einen Polizisten oder Bürger angreift.

Medien meldeten, dass ägyptische Untergrundkämpfer „eine große Anzahl Giftschlangen“ in die Kanalisation unter britischen Lagern eingeschleust hätten. Großbritannien weigerte sich die Truppen abzuziehen und setzte sich gegen die ägyptischen Sicherheitskräfte durch.

Briten ziehen ab, aber kommen zurück

Im Jahr 1952 wurde die Wafd-Partei aufgelöst. Am 19. Oktober 1954 unterzeichneten Großbritannien und die neue Regierung Ägyptens ein Abkommen über den Rückzug der britischen Truppen aus der Sueskanalzone.

Zwei Jahre später fielen erneut britische, französische und israelische Truppen in das Land ein, nachdem Ägyptens Regierung die britisch-französische Sueskanalgesellschaft verstaatlicht hatte. Präsident Gamal Abdel Nasser wurde in westlichen Medien als „Hitler vom Nil“ dargestellt und gestürzt.

Der deutsche Landgerichtsdirektor Dr. Günter Schmidt wies in seinem Buch „Die Entstehung des anglo-ägyptischen Vertrages von 1936“ auf das Bestreben Englands hin, die Kontrolle über die Seeverbindung zwischen Ägypten und Indien aufrecht zu erhalten.

Der seit 1882 besetzte Sueskanal war für den Erdölhandel Großbritanniens von enormer Bedeutung. Hier ein Bericht dazu aus der englischen Wochenschau: klick.

Quellenangaben anzeigen
trove.nla.gov.au, wikipedia, jstor.org

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