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11.02.1979: Islamische Revolution im Iran


Geschichte/Iran

Am 11. Februar 1979 wurde im Zuge der Islamischen Revolution nach monatelangen Protesten die Monarchie des Pahlavi-Regimes in Teheran endgültig gestürzt.

Islamische Revolution Iran 1979
Islamische Revolution Iran 1979, Bild: Gegenfrage.com, Flagge gemeinfrei

An diesem Tag im Jahr 1979 wurde die Monarchie des von den USA unterstützten Pahlavi-Regimes im Iran nach monatelangen Unruhen und Protesten gestürzt, was zur Islamischen Revolution führte.

Schlechte Lebensbedingungen und hohe Korruption brachten einen großen Teil der Bevölkerung gegen den von den USA kontrollierten Shah Mohammad Reza Pahlavi auf, der politische Gegner ins Gefängnis werfen und dort foltern oder töten ließ.

Viele regierungskritische Bewegungen wurden gegründet, darunter die rechte Nationale Front oder auch die marxistischen Volksmudschaheddin und die kommunistische Tudeh-Partei. Während einer Großdemonstration im September 1978 setzte die Regierung Panzer und Hubschrauber gegen die Demonstranten ein, wodurch Hunderte ums Leben kamen.

Die Bürger waren empört und beantworteten den Vorstoß mit einem Generalstreik, der nach kurzer Zeit die komplette Wirtschaft des Landes lahmlegte. Pahlavi wurde immer unbeliebter, schwere Kämpfe wurden geführt, in Gefängnissen gab es Hungerstreiks. Millionen Menschen gingen auf die Straße und protestierten gegen die von den USA unterstützte Shah-Diktatur.

Der Shah verließ am 16. Januar 1979 den Iran, Khomeini nutzte die Gelegenheit und kehrte am 01. Februar zurück nach Teheran. Letztendlich brach Pahlavis Regierung am 11. Februar 1979 vollständig zusammen.

Einige politische Fehler des Shah

  • Seine Politik der Verwestlichung und enge Identifikation mit den Vereinigten Staaten trotz des daraus resultierenden Konflikts mit der iranischen schiitischen Muslim-Identität. Dies war begründet durch seine Einsetzung durch die Alliierten Mächte und die Unterstützung der CIA im Jahr 1953.
  • Missachtung der islamischen Tradition nach seiner Machtergreifung, wie z.B. der Wechsel im Jahr 1976 von einem islamischen Kalender zu einem Kalendersystem, das den Beginn der Herrschaft Kyros des Großen als ersten Tag markiert, anstelle der Übersiedlung des Propheten Muhammad von Mekka nach Medina. Über Nacht änderte sich das Jahr von 1355 in 2535.
  • Extravaganz, Korruption und Elitismus (sowohl real als auch wahrgenommen) der Politik des Schahs und seines königlichen Hofes.
  • Sein Versagen, Unterstützer in der schiitischen religiösen Führung zu kultivieren, um Khomeinis Kampagne gegen ihn zu bekämpfen.
  • Die Konzentration der staatlichen Überwachung und Repression gegen die Volksmudschaheddin im Iran, die kommunistische Tudeh-Partei Irans und andere linke Gruppen, während die populärere religiöse Opposition sich organisierte, wuchs und untergrub allmählich die Autorität seines Regimes.
  • Autoritäre Tendenzen, die gegen die iranische Verfassung von 1906 verstießen, darunter die Unterdrückung von Meinungen durch Sicherheitsdienste wie Savak.
  • Das Zeigen von Schwäche, als die Revolution an Dynamik gewann.
  • Das Scheitern seines allzu ehrgeizigen Wirtschaftsprogramms von 1974, welches das Land in den Jahren 1977-78 in eine schwere Krise stürzte.
  • Inflation, gefolgt von Sparmaßnahmen, Angriffen auf angebliche Preisbrecher und Schwarzmärkte, verärgerten sowohl den Basar als auch die Massen. Unpolitische Iraner, wie etwa Kaufleute der Basare, wandten sich damit gegen den Shah.
  • Verlust an Selbstvertrauen und Entschlossenheit infolge seiner Krebserkrankung, während die Revolution an Dynamik gewann. Die tödliche Krankheit des Schahs war zu der Zeit ein Geheimnis, aber der Schah wusste, dass er an Krebs sterben würde. Seine Medikamente machten ihn „depressiv und lustlos“.
  • Unterschätzung der Stärke der Opposition, insbesondere der religiösen Opposition.
  • Versäumnis, Sicherheitskräfte für den Umgang mit Protesten und Demonstrationen vorzubereiten und zu schulen, um die Massen auch ohne übermäßige Gewaltanwendung zu kontrollieren. So verwendeten Truppen scharfe Munition statt Plexiglasschilden oder Wasserwerfern. So entwickelten sich einige der Proteste zu Katastrophen. Die berüchtigste war das Ereignis vom 08. September 1978, auch bekannt als „Schwarzer Freitag“.
  • Häufige Entlassungen seines Personals und anderer Beamter.

Motto der Revolution: „Unabhängigkeit“

Der wichtigste Erfolg der Revolution ist bis heute die „Unabhängigkeit“. Das zentrale Motto der Revolution war das Ende der Fremdherrschaft aus dem Westen wie aus dem Osten. Aufgrund der enormen Öl- und Gasvorkommen im Iran geriet das Land immer wieder in den Fokus der Kolonialmächte.

Die islamische Revolution kam zu einer Zeit, als die Welt in zwei Blöcke geteilt war. Der Ostblock, der vom Materialismus geleitet war und Religion entschlossen ablehnte. Und der westliche Block, in dem Religion eine individuelle und keine staatliche Angelegenheit war. Imam Khomeini brach mit seiner Bewegung aus diesen Systemen aus.

Die Menschen hatten das politische System, die Schwäche, die Unterwürfigkeit gegenüber ausländischen Regierungen und die Einmischung in innere Angelegenheiten satt. Seit Ende der 1960er Jahre bis zur Revolution hatten die USA 40.000 militärische und 20.000 zivile „Berater“ im Iran.

26 Jahre lang, seit dem Sturz von Mossadegh durch die CIA, hatten die USA das Sagen in der Islamischen Republik. Der iranische Geheimdienst Savak setzte die Interessen der Regierung knallhart durch.

Aus Sicht der USA war Persien ein wichtiger anti-kommunistischer Verbündeter gegen die Sowjetunion im Nahen Osten. Seit der Revolution 1979 führen westliche Medien einen psychologischen Krieg gegen den Iran (Iranophobie), einhergehend mit Sanktionen und Embargos.

Feierlichkeiten

Bis heute wird die Islamische Revolution in jedem Jahr pompös gefeiert. Millionen Menschen nehmen an Straßenfesten, großen Paraden und organisierten Kundgebungen teil. Jedes Jahr werden die zehn Tage vom 01. Februar bis 11. Februar im Iran gefeiert.

Bekannt als „Daheye Fajr“ oder „Zehn Tage der Morgendämmerung“. Eine Zeit, in der der Iran sich in erster Linie von westlichem Einfluss und ausländischer Dominanz unabhängig machte. Am 01. April 1979 wurde die Islamische Republik Iran proklamiert.

Quellenangaben anzeigen
presstviranchamber, novaonline, presstvscholastic, wikipedia



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