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04.11.1979: Iranische Studenten stürmen US-Botschaft in Teheran


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Am 04. November 1979 stürmten Hunderte iranische Studenten die US-Botschaft in Teheran und nahmen 60 amerikanische Geiseln. Das Ereignis hatte enorme Auswirkungen auf die Wirtschaft und die Politik in den USA.

Iran US-Botschaft Teheran 1979
Iran US-Botschaft Teheran 1979, Bild: Gegenfrage.com, Flagge gemeinfrei

An diesem Tag im Jahr 1979 stürmten rund 400 iranische Studenten die US-Botschaft in Teheran und nahmen mehr als 60 amerikanische Geiseln. Die Studenten waren Unterstützer von Ayatollah Khomeini und forderten die Rückführung des abgesetzten Anführers des Iran, des Schah Mohammed Reza Pahlevi, der im Januar 1979 nach Ägypten geflohen war und im November in den USA eine Krebsbehandlung erhielt.

Nach der Übernahme durch die Studenten befahl US-Präsident Jimmy Carter ein vollständiges Embargo iranischen Öls. Dieses Embargo verschärfte eine bereits seit Anfang 1979 schwelende Energiekrise. Ein Streik auf einem iranischen Ölfeld und die Januarrevolution hatten die Öllieferungen aus der Islamischen Republik.

Die Organisation erdölexportierender Länder (OPEC) hatte Preiserhöhungen angekündigt, was zu einem Allzeithoch führte. Als die Studenten im November die Botschaft übernahmen, hatten die Amerikaner bereits mit den Folgen dieser Krise zu kämpfen:

Lange Warteschlangen an Zapfsäulen, Panik wegen Benzin- und Heizölknappheit und Frustration über die ineffizienten, Benzin fressenden Fahrzeuge amerikanischer Autohersteller.

Erinnerungen an die Ölkrise 1973/1974

Dieser „Ölschock“ erinnerte viele Amerikaner an die Ölkrise von 1973-1974, als ein Embargo der Organisation erdölexportierender Länder (OPEC) den Benzinpreis durch die Decke gehen ließ. Bis das Embargo endete, hatte sich der durchschnittliche Benzinpreis pro Gallone von 38 auf 84 Cent verdoppelt.

Infolgedessen wurden die großen, schweren Autos, für die die amerikanischen Autohersteller berühmt waren, extrem teuer in der Haltung. Viele Autofahrer hatten nur noch Benzin für wenige Kilometer im Tank.

Daher tauschten viele Bürger ihre Benzinfresser gegen kraftstoffsparende Kleinwagen. Dies wirkte sich äußerst negativ auf amerikanische Autohersteller aus, die panikartig versuchten kleinere Autos zu entwickeln und auf den Markt zu werfen.

Diese waren jedoch aufgrund des akuten Zeitmangels schlampig entwickelt und sehr fehleranfällig, was den US-Autobauern wiederum den Ruf einbrachte, amerikanische Autos seien unzuverlässig und schlecht verarbeitet.

Gewinner und Verlierer

Die Geiselnahme von 1979 verschlimmerte die Energiekrise. Tatsächlich glauben viele Historiker, dass die Kombination der beiden Ereignisse US-Präsident Carter letztendlich seine zweite Amtszeit kostete.

Doch gab es auch Gewinner. Japanische Autohersteller beispielsweise erhielten den Ruf, preiswerte, zuverlässige und effiziente Autos zu bauen, die besonders gut für die neue Ära der Sparpolitik geeignet waren. Datsun, Subaru, Toyota und Honda konnten die Energiekrise nutzen, um auf dem amerikanischen Markt dauerhaft Fuß zu fassen.

Im April 1980 beendete Carter alle diplomatischen Beziehungen zur iranischen Regierung. Nachdem allerdings eine streng geheime Rettungsmission scheiterte, nahm er die Verhandlungen mit Teheran wieder auf.

Trotz seiner Bemühungen die Geiseln zu befreien blieben die Iraner stur. Sie entließen die Geiseln erst am 20. Januar 1981 in die Freiheit, nur wenige Minuten nach dem Amtsantritt des neuen US-Präsidenten Ronald Reagan.

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