Iran wird Eurasischer Wirtschaftsunion 2018 beitreten


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Der Iran wird der von Russland geführten Eurasischen Wirtschaftsunion bereits Anfang 2018 beitreten. Ein entscheidender Schritt für die strategische Partnerschaft der beiden rohstoffreichen Länder.

Wirtschaftsunion
Eurasische Wirtschaftsunion, Bild: Gegenfrage, Flaggen Russland + Iran gemeinfrei

Laut iranischen Medien sind die Formalitäten über einen Beitritt zur Eurasischen Wirtschaftsunion (EEU) – einem von Russland geführten regionalen Handelsblock – bald abgeschlossen. Eine entsprechende Vereinbarung wird demnächst unterzeichnet.

Zitiert wurde ein ein offizieller Vertreter mit der Aussage, dass das Abkommen mit der EEU von den Präsidenten aller Mitgliedsstaaten unterzeichnet werde. Behrouz Hassanolfat, Direktor der iranischen Handelsförderungsorganisation für Europa und Amerika, wurde von der Nachrichtenagentur IRNA mit den Worten zitiert, die Islamische Republik erwarte, dass ihre Mitgliedschaft in der Union bereits im Februar 2018 in Kraft tritt.



Die EEU ist eine Wirtschaftsunion der ehemaligen Sowjetstaaten einschließlich Kasachstan, Weißrussland, Kirgisistan, Armenien und Russland. Die Union soll den freien Transit von Waren, Dienstleistungen, Kapital und Arbeitern zwischen den Mitgliedstaaten garantieren.

„Putins Imperium“?

Westliche Medien, allen voran deutsche, bezeichneten die EEU im Jahr 2015 als „Putins neues Imperium“. Die teilnehmenden Volkswirtschaften würden sich „gegenseitig in die Tiefe“ ziehen, „Putins Traum von einem Gegengewicht scheint schon jetzt zu zerplatzen“, meldete Welt Online.

Grund dafür sei die „Rubel-Krise“, die als Folge der Sanktionen durch USA und EU aufkeimte. Die Devisenreserve der Teilnehmer schmelze dahin. Zudem nehme „Putins Reich“ ohnehin bereits 45 Prozent der weißrussischen Exporte ab.

Und dass die Ukraine als Bündnispartner wegfalle, sei ebenfalls ein tragender Stützpfeiler, auf den Moskau nicht mehr bauen könne, so das Blatt. Die EEU sei ein „kollektiver Krisenherd“. „Putins Großmachtfantasie hat keine Zukunft“. Ach ja?

Heute sieht es ein wenig anders aus: Weitere Beitrittskandidaten für ein Freihandelsabkommen sind nach aktuellem Stand China, die Türkei, Indien und sogar afrikanische Staaten wie Simbabwe, Ägypten oder Tunesien.

Vietnam schloss bereits ein Freihandelsabkommen mit der EEU und selbst die Europäische Union zeigte inzwischen Interesse an einer Partnerschaft. Und auch in Südamerika stößt die Union auf Sympathien. So strebt etwa Peru einen Beobachterstatus in dem Bündnis an. Auf die bankrotte Ukraine kann die EEU demnach gerne verzichten.

EEU – Gegengewicht zu EU und USA

Der Block, der am 01. Januar 2015 seine Arbeit aufnahm, wird in Russland als eine wichtige wirtschaftliche Kraft angesehen als Gegengewicht zur Europäischen Union und den USA. Die Union hatte bereits angekündigt, vor Ende des Jahres 2017 eine Beitrittsvereinbarung mit dem Iran zu unterzeichnen.

Zuvor hatte Hassanolfat betont, dass die Mitgliedschaft des Iran in der EEU zahlreiche Vorteile für das Land mit sich bringen und den Handel mit den nördlichen Nachbarstaaten erheblich erleichtern werde.

Als Mitglied der EEU entfallen bestimmte Zölle, wodurch Waren günstiger über die Landesgrenzen geliefert werden können. Vertreter der EEU beschlossen im März, die Gespräche mit Teheran rasch voranzutreiben, wodurch der Markt mit bislang 183 Millionen Menschen stark expandieren wird.

Strategische Partnerschaft

Der russische Präsident Wladimir Putin sagte im vergangenen August, dass Moskau den Beitritt des Iran zur EEU begrüße. Ein Schritt, der als entscheidend für die Annäherung der beiden Länder und ihre Pläne zur Bildung einer strategischen Partnerschaft gilt.

Putin betonte, dass bereits eine Analyse der Schaffung einer Freihandelszone zwischen dem Iran und der EEU begonnen habe. „Iran ist Russlands langjähriger Partner. Wir sind der Ansicht, dass die bilateralen Beziehungen nach dem umfassenden Abkommen über das iranische Atomprogramm von der Entspannung im Iran profitieren werden“, so Putin gegenüber Medien.

Quellenangaben anzeigen
presstv, wikipedia, weltonline