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31.10.1998: Irak beendet Zusammenarbeit mit UN-Waffeninspektoren


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Am 31. Oktober 1998 beendete der Irak die Zusammenarbeit mit den UN-Waffeninspektoren. Es seien zu viele Amerikaner und Briten in den Inspektionsteams vertreten, hieß es.

Irak Waffeninspekteure 1998
Irak Waffeninspekteure 1998, Bild: Vereinte Nationen in Genf, Gegenfrage.com

An diesem Tag im Jahr 1998 beendete der Irak die Zusammenarbeit mit den Waffeninspektoren der Vereinten Nationen. Nach einer gemeinsamen Sitzung des Revolutionären Kommandorats und des Regionalkommandos der regierenden Baath-Partei, angeführt von Präsident Saddam Hussein, kündigte Bagdad an, dass er sich auch weigern würde, mit den Überwachungsteams zu kooperieren.

Der britische UN-Botschafter Jeremy Greenstock verlas eine Erklärung an die Medien und forderte den Irak auf, die Entscheidung „sofort und bedingungslos“ zurückzuziehen. Der stellvertretende US-Botschafter bei den Vereinten Nationen Peter Burleigh kündigte an, „Schritt für Schritt“ vorzugehen, um die Sicherheit des UN-Personals im Irak sicherzustellen.

In Washington kam das nationale Sicherheitsteam des Weißen Hauses für ein zweistündiges Treffen zusammen, um mögliche Reaktionen auf die Entscheidung Bagdads zu prüfen. Auch militärische Aktionen wurden diskutiert.

„Wir sehen die jüngsten Aktionen des Bagdad-Regimes als eine ernsthafte Bedrohung für die internationale Gemeinschaft“, sagte David Leavy, Sprecher des Nationalen Sicherheitsrats. „Wir prüfen gemeinsam mit dem Präsidenten sämtliche Möglichkeiten, alle Optionen bleiben auf dem Tisch.“

In der Erklärung hieß es jedoch, dass die Internationale Atomenergiebehörde mit Sitz in Wien das angebliche Atomwaffenprogramm des Irak untersuchen und die Waffenstandorte weiterhin überwachen könne.

„Zu viele Amerikaner und Briten“

Der irakische UN-Botschafter Nizar Hamdoon sagte während einer Sitzung des Sicherheitsrats in New York, dass UN-Inspektoren im Irak „nichts mehr zu tun“ hätten und ihre Sachen packen könnten. Als Begründung nannte Bagdad, dass zu viele Amerikaner und Briten in den UN-Inspektionsteams beschäftigt seien und verdächtigte einige von ihnen, Spionagearbeiten durchzuführen.

Bagdad hatte zuvor gefordert, die Waffeninspektionen umzustrukturieren und den damaligen Chef Richard Butler zu entlassen. Zudem war die Aufkündigung laut einer Erklärung der irakischen Regierung eine Reaktion auf UN-Sanktionen, welche gegen den Irak verhängt wurden.

Diese hätten Not verursacht und Hunderte von Menschen getötet, darunter viele Kinder. Die Sanktionen wurden nach der irakischen Invasion in Kuwait verhängt und sollten im Falle einer vollständigen Kooperation mit den UN-Waffeninspekteuren aufgehoben werden.

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cnn

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