Großbritannien unterstützte Iraks Chemiewaffen


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Der Irak setzte im Ersten Golfkrieg Chemiewaffen gegen den Iran ein, was insgesamt 100.000 Menschen das Leben kostete. Großbritanniens Regierung trug maßgeblich zum Aufbau des Arsenals bei.

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Flag of Iraq“ Lizenziert unter Gemeinfrei über Wikimedia Commons.

Als Iraks Staatsoberhaupt Saddam Hussein sein Chemiewaffen-Arsenal mit Hilfe einer britischen Firma aufbaute, entschied die damalige britische Regierung unter Margaret Thatcher keine Einwände zu erheben. Laut einem Bericht angeblich aus „Angst vor Kritik„.

In den 1980er Jahren führten der Irak und der benachbarte Iran einen grausamen Krieg, Bagdad setzte dabei auch Chemiewaffen ein, welche nach Schätzungen 50.000 Iraner das Leben kostete. Weitere 50.000 Menschen verstarben durch Folgeschäden der chemischen Waffen, heißt es. Teheran hat seinerseits keine geächteten Waffen gegen den Irak eingesetzt, was maßgeblich zur öffentlichen Meinung beitrug, die sich während des Krieges gegen Bagdad drehte.

Im Jahr 1983 erfuhr die britische Regierung von Saddams Bemühungen, Senfgas zu produzieren. Involviert war eine britische Firma namens Weir Pumps, welche einen indischen Unternehmer belieferte, der die Anlage zur Herstellung von Chemiewaffen in Samarra, Irak errichtete.

Die britische Regierung entschied sich einem Bericht zufolge, die Zusammenarbeit zwischen den Unternehmen nicht zu behindern. Im Jahr 1985, gab die Thatcher-Regierung Versicherungsgarantien an eine britische Tochtergesellschaft einer deutschen Firma, die ein Chemiewerk in Fallujah aufbaute. Es war ein offenes Geheimnis, dass die Fabrik dort Senfgas produzierte.

Die USA, Großbritannien, China und die Sowjetunion belieferten vor und während des Krieges beide Konfliktparteien in erheblichem Umfang mit Waffen, eine Liste gibt es hier.

Iraks „Massenvernichtungswaffen“ dienten später als Hauptgrund für den Einmarsch in den Irak ab 2003, angeführt durch die USA und Großbritannien. Die angeblichen Waffen wurden nie gefunden, da Bagdad zu diesem Zeitpunkt durch internationalen Druck seine Bestände längst zerstört hatte.