Indien und China: Kein Interesse an Sanktionen gegen Iran


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Die indische Regierung hat angekündigt, weiterhin Rohöl aus dem Iran zu beziehen. Zuvor hatten die Vereinigten Staaten Indien mehrfach dazu aufgefordert, kein Öl mehr aus der Islamischen Republik zu importieren und auf alternative Lieferanten umzusteigen. China hat die USA aufgrund der Sanktionen gegen den Iran indes scharf kritisiert.

Der indische Außenminister Somanahalli Mallaiah Krishna hatte am Donnerstag in einem Brief an das indische Parlament angekündigt, weiterhin Rohöl aus dem Iran zu beziehen und die Handelsbeziehungen entgegen dem Druck seitens der USA sogar noch zu verbessern. Dies berichtet das Wall Street Journal. „Die Regierung prüft derzeit die möglichen Probleme, die Indien durch die verhängten Sanktionen gegen den Iran entstehen könnten.“

Er fügte hinzu, dass die Sanktionen seitens der USA und der Europäischen Union bislang keinen Einfluss auf die Handelsbeziehungen mit dem Iran hätten. Indien bezieht mehr als 10 Prozent der jährlichen Öl-Exporte mit einem Wert von rund 12 Milliarden Dollar. Washington hingegen prüft nun Sanktionen gegen 12 weitere Länder, die an den Sanktionen nicht teilnehmen. Unter den Ländern befinden sich die Wirtschaftsmächte Indien, Südkorea und China.



Ein Sprecher des chinesischen Außenministeriums in Peking hat die Sanktionen gegen den Iran laut einem Bericht von Press TV scharf kritisiert und kündigte an, dass sich auch China nicht an den Sanktionen beteiligen werde. China ist der größte Handelspartner des Iran und bezieht 22 Prozent der iranischen Öl-Exporte.

Die USA und die EU haben Anfang 2012 harte Sanktionen gegen den Finanz- und Ölsektor des Iran verhängt, um das umstrittene Atomprogramm zu stoppen. Dem Iran wird vorgeworfen, heimlich Kernwaffen zu entwickeln, wofür israelische und amerikanische Geheimdienste bislang jedoch keinerlei Beweise erbringen konnten.

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