Der Ifo-Geschäftsklimaindex (Was denn nun? Aufschwung oder Depression? Teil 6)


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Wir haben es geschafft: Die Krise ist überstanden! Zum fünften mal in Folge steigt der Ifo-Geschäftsklimaindex. Doch was ist das überhaupt? Für diesen Index befragen Marktforscher die Unternehmen nach ihren persönlichen Prognosen. Und hier beginnt die schwammige Angelegenheit. Um einen guten Geschäftsklimaindex zu erlangen, muss man einfach die „richtigen“ Unternehmen befragen. Und selbst innerhalb eines Unternehmens können die Prognosen denkbar unterschiedlich ausfallen.

Beispiel Toyota: Hier wird die Produktion drastisch gedrosselt, schreibt das Handelsblatt. Die Welt behauptet zeitgleich, dass bei Toyota eine Trendwende stattfindet und die Produktion wieder hochgefahren wird.
Wie unterschiedlich die Prognosen der „Experten“ sein können, sieht man auch am Beispiel ThyssenKrupp:
Die einen Experten raten dringend zum Verkauf der Aktie, die anderen Experten steigen gleichzeitig voll ein.

Wem soll man denn nun glauben?

Natürlich bleibt es jedem selbst überlassen, wem man glaubt. Dem Ifo-Geschäftsklimaindex sollte man jedenfalls keine größere Beachtung schenken. Dieser besagt nämlich lediglich, was besagt werden soll. Und momentan sieht es nunmal so aus, dass durch das Stillhalteabkommen zwischen Industrie und Politik bis zur Bundestagswahl 2009 der Aufschwung gepredigt wird. Wahlbetrug? Möglicherweise. Das Ende vom Lied werden wir aber erst nach der Wahl erfahren.

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Weitere Artikel zur Serie „Aufschwung oder Depression?“:

Was denn nun? Aufschwung oder Depression? Teil 1
Was denn nun? Aufschwung oder Depression? Teil 2
Was denn nun? Aufschwung oder Depression? Teil 3
Was denn nun? Aufschwung oder Depression? Teil 4
Was denn nun? Aufschwung oder Depression? Teil 5

1 Kommentar

  1. Der Geschäftsklimaindex sagt nichts über die Konjunktur, nichts über Zinsen, nichts über Arbeitsplätze, nichts über Gewinne. Er beruht auf keiner einzigen konkreten Meßzahl. Es handelt sich um eine reine Stimmungsumfrage, und dabei werden nicht viele, differenzierte Fragen gestellt, sondern nur wenige, sehr pauschale. Die wichtigsten Fragen sind:

    1. Wie beurteilen Sie die derzeitige Lage?
    2. Wie beurteilen Sie die zukünftige Entwicklung?

    Und gefragt werden, von vernachlässigbaren Ausnahmen abgesehen, nur gutverdienende FDP- und CDU/CSU-Wähler.

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