Mises-Ökonom warnt vor Hyperinflation in den USA


Deutschland/USA/Wirtschaft

Ein Ökonom des Ludwig von Mises-Instituts prognostiziert den USA eine Hyperinflation wie seinerzeit in der Weimarer Republik oder zuletzt in Simbabwe. Einhergehen werde diese mit patriotischem Propagandagetrommel.

Hyperinflation, Fotograf: Pahl, Georg
Bild: Wikipedia, Lizenz: CC BY-SA 3.0 DE

Eine Hyperinflation führt durch ein Überangebot an Geld und somit zum völligen Zusammenbruch der Nachfrage nach selbigem. Bekannte Beispiele sind die Hyperinflation in der Weimarer Republik oder zuletzt in Simbabwe.

Als Hyperinflation wird tatsächlich nur die Ausweitung der Geldmenge bezeichnet, wie es in in Deutschland in den 1920er-Jahren oder bis vor kurzem in Simbabwe betrieben wurde. Der extreme Anstieg der Verbraucherpreise ist genaugenommen nur die Folge der Hyperinflation. Patrick Barron vom Ludwig von Mises-Institut schreibt in einem aktuellen Beitrag, dass unsere Politiker nichts von Banken und Geldwesen verstehen und die Ausweitung der Geldmenge als Allheilmittel in wirtschaftlichen Schieflagen betrachten. Steigende Preise seien von Seiten der Regierungen ausdrücklich erwünscht, sinkende Preisniveaus bezeichne man als „Deflation“ mit der Folge fallender Zinssätze und der Ausweitung der Geldmenge, so wie es aktuell der Fall ist.

Barrons Prognose: Wie in früheren Hyperinflation in Deutschland und Simbabwe wird auch die kommende amerikanische Hyperinflation von einem Propagandagetrommel begleitet und die steigenden Preise als „notwendig, angemessen, patriotisch, und ethisch“ dargestellt werden. Weder die deutsche noch die simbabwischen Währungsbehörden seien damals bereit gewesen zuzugeben, dass es Alternativen zu ihrer Inflationspolitik gab und das gleiche werde in Amerika passieren.

Das Ludwig von Mises-Institut vertritt die Tradition der Österreichischen Schule der Ökonomie und spricht sich für durch Waren (z.B. Gold) gedecktes Geld aus, um das Vertrauen der Bevölkerung in die Währung zu erhalten. Einer Hyperinflation ging in der Vergangenheit stets ein Vertrauensverlust in die entsprechende Währung voraus.

Spricht man heute von einer Hyperinflation, erinnert man sich zumeist an die möglicherweise dunkelste Zeit in der deutschen Geschichte, die Weimarer Republik nach dem verlorenen Ersten Weltkrieg. Als Folge horrender Reparationszahlungen an die Besatzer brachen Wirtschaft und Währung in Deutschland völlig zusammen. Armut, Elend und Angst waren in der Bevölkerung an der Tagesordnung. 1923 folgte dann der totale Zusammenbruch des Geldsystems mit Teuerungsraten von mehreren hundert Prozent – pro Tag.

Wo stehen wir heute, könnte der modernen Welt so etwas erneut widerfahren? Ein Blick auf die Statistik birgt Überraschungen. In den vergangenen 100 Jahren gab es in 32 Ländern eine Hyperinflation, die meisten davon in jüngerer Vergangenheit: In den letzten 25 Jahren kollabierte in 20 Ländern die Währung. Rein statistisch bricht heutzutage also knapp 1x pro Jahr irgendwo auf der Welt eine Währung zusammen. In den Vereinigten Staaten kollabierte die Währung bisher zwei mal (1812-1814 und 1861-1865).

Hyperinflationen der vergangenen 25 Jahre:

  • Angola (1991-1999)
  • Argentinien (1975-1991)
  • Weißrussland (1994-2002)
  • Brasilien (1986-1994)
  • Bosnien-Herzegowina (1993)
  • Bulgarien (1991-1997)
  • Ecuador (2000)
  • Georgien (1995)
  • Madagascar (2004)
  • Mexiko (1994)
  • Nicaragua (1987-1990)
  • Peru (1984-1990)
  • Polen (1990-1993)
  • Rumänien (2000-2005)
  • Russland (1992-1994)
  • Türkei (1990er Jahre)
  • Ukraine (1993-1995)
  • Jugoslawien (1989-1994)
  • Zaire (1989-1996)
  • Simbabwe (1999 – 2009)

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21 Comments

  1. Na, na,….. so schnell schießen die Preussen nicht !

    Für eine Hyperinflation bedarf es , daß Geld in den Konsumkreislauf fließt.
    Dieses geschieht entweder durch extreme Lohnanhebung oder Kreditausweitung.
    Davon merke ich aber nun rein gar nichts . Weder Herr Bsirske trommelt irgendwelche Parolen, noch gibt es den Willen zur weiteren Verschuldung bei historisch nierdrigen Zinsen.
    Manche vergleichen das auch mit den Pferden, die zur Tränke geführt werden aber nicht saufen wollen.
    Die Inflation wird daher „nur“ spekulativ in die Rohstoffe fließen, sprich es wird einfach nur teurer. Bei den Mieten fängt es an, Benzin, und Agro werden folgen. Daraus wird ein Kaufkraftverlust resultieren, welcher uns in die wirtschftl. Depression münden lässt. Die Südeuropäer machen das gerad’vor !
    Auch bei 8 % Realinflation ist nach 10 Jahrem nur noch 43 % Kaufkraft vorhanden, von irgendwelchen “ Sonderabgaben “ mal ganz abgesehen.
    Mein Großvater sagte bereits : Was zwei Generationen zusammenraffen, bringt die Dritte ( meist aus Dämlichkeit) untern Hammer !

  2. löhne runter ist ja eigentlich das selbe wie hyperinflation. zu sehen in griechenland, portugal usw… der betrug wird immer offensichtlicher

  3. De facto befinden wir uns längst in einer Hyperinflation aber wie ganz richtig im Artikel differenziert ist Inflation nicht gleich Teuerung.

    Durch die verschiedenen Geldmengen gelangt das unendliche gedruckte Geld nicht in unsere Hände sondern bei den Banken im Tresorraum um die Statistik zu frisieren.

    Problematisch wird es wenn die Zentralbanken aufhören zu drucken und die Banken wieder pleite gehen. Dann werden sie ihre Billionen nämlich in die Hand nehmen und verleihen also das gedruckte Geld in den Markt kippen. Dem Trend werden andere Banken folgen. Dann haben wir unsere Hyperinflation, besser gesagt Hyperteuerung.

    Hyperinflation in den USA: http://www.wirtschaftsfacts.de/wp-content/uploads/2010/05/1-US-Geldmengenwachstum.gif

  4. Der Autor behauptet: “ In den Vereinigten Staaten kollabierte die Währung bisher zwei mal (1812-1814 und 1861-1865).“ – Also ich meine von 1812-1814 tobte in Amerika der amerik./engl. Krieg, und 1861-1865 tobte der amerik. Bürgerkrieg.

    Der Ansatz solche Ereignisse ist allerdings schon beachtenswert, denn Geld war am Ende von Kriegen immer knapp. Man könnte fast den Zusammenhang vermuten, dass ein Kriegsende immer wegen Geldmangel in der Kriegskassse seine eigentliche Ursache hatte.

    Ganz früher sagte man: Der Kriegsfürst sei auf den Hund gekommen, wenn er keine Kriegshandlungen mehr weiterführeen wollte/konnte.
    Das hängt damit zusammen, das die Kriegsknechte damals aus der Schatztruhe des Fürsten bezahlt wurden. Sobald diese sich fast bis auf den Boden geleert hatte, wurde der sgn. Hund sichtbar. Das war eine sehr kleine Truhe am Boden der Truhe. Mit dessen Inhalt konnt der Fürst dann erst einmal selbst „überleben“.

    Für seine Untertanen sah die Situation düsterer aus.

    Was schließen wir daraus. Solange Krieg geführt wird ist Geld offenbar da.
    Erst danach kommt das große Zähneklappern – sprich, das eben noch geltende Geld ist plötzlich nichts mehr wert.

    Welcher Krieg geht gerade zu Ende – ohne dass er mit Beute gewonnen wurde? Afghanistan. 12 Jahre (Länger als der WK2)
    Es ist logisch, dass nun auch die Rechnung kommt!

  5. @Eckart – Im Geschichtsunterricht lernen wir heute immer dass irgendein Politiker böse war und der andere (meist U.S.A.) alle gerettet hat. Nie wurde Krieg gegen Menschen in anderen Ländern geführt sondern immer nur gegen „Systeme“ (Kommunismus, Nationalsozialismus, Islamismus usw…). Komisch aber finde ich dass z.B. beiden Weltkriegen schwere Geldkrisen vorausgingen.

    1907 schwere Wirtschaftskrise in Amerika, 1914 Weltkrieg I.
    1929 schwere Wirtschaftskrise in Amerika, 1939 Weltkrieg II.

    Kann aber natürlich auch nur ein lustiger Zufall sein.

  6. @ Thomas, Von 1907 und 1914 liegen 7 Jahre Abstand und zwischen 1929 und 1939 liegen sogar 10 Jahre Abstand. Der ursächliche Zusammenhang erschließt sich mir hier nicht.
    Die weltumspannende „Great Depression“ 1929 bis in die späten 1930er-Jahre. Sie lag also zeitlich fast genau zwischen den beiden Weltkriegen.

    Wirtschaftkrise ist nicht gleichbedeutend mit Währungskrise und Inflation ist auch wieder gesondert zu betrachten.

    Worauf ich hindeuten wollte ist dies: Wenn Du in ein Restaurant gehst und dort ein Essen zu Dir nimmst, bezahlst Du immer danach.
    Der Staat der einen Krieg führt, bezahlt ihn immer am Ende – vor allem wenn er ihn verloren hat; also keine Beute gemacht hat, wird es besonders teuer für seine Bürger.

    12 Jahre haben wir eine Luxus-Söldnerarmee in Afhanistan bezahlt – die Kosten sind nun mal angehäuft worden. Sie werden jetzt sichtbar, und darin sind nicht nur die überschaubaren Kosten für die jeweils u.a. per Luftfracht täglich transportierten Johurtbrecher der größte Posten.

    Glücklicher Weise hat diese Hypokrisie ja nun ein Ende. Vielleicht haben die Protagonisten ja gemerkt, dass Afghanistan ein schon seit Menschengedenken unbesiegbares Land ist. Sie haben sich einfach den falschen Gegner ausgesucht.

    Und demnächst, nach einer Verschnaufpause, wollen diese Idioten ja China angreifen. Na das wird erst eine teure Party 🙁

  7. Jedem Krieg geht eine Krise voraus will ich damit sagen. Wenn innenpolitische Mittel (Steuererhöhungen hier, Steuersenkungen dort) keine Erfolge bringen dann saniert man sich eben anderweitig. Moral spielt dabei keine Rolle.

    Der Staat der einen Krieg führt bezahlt ihn NICHT am Ende. Es ist immer der Verlierer der für beide Kriegsparteien bezahlt.

    Das haben die Geldclans schon vor Jahrhunderten erkannt als sie anfingen allen Kriegsparteien Geld zu leihen. Am Ende bezahlen die Verlierer die Schulden aller Parteien unter Waffengewalt zurück. Eine narrensichere Investition und optimal um Krisen im eigenen Land zu bewältigen. Voraussetzung ist halt dass man den Krieg gewinnt.

  8. @Eckart: Der Sinn der Krieges in Afg. war nie zu gewinnen, sondern viel mehr Geld an die Militär-Industrie zu schaufeln.
    Das Gleiche in VietNam: Gewinnen war kein Ziel, sondern einen langen teuren Krieg zu haben.

  9. Es gibt einen Film in Russland, der handelt um das Ende der Kriegsepoche.
    Dort sagten die Kriegsparteien zum Abschluss:

    Krieg ist der Urzustand der Menschheit!

    Mit anderen Worten, der Mensch kann kaum anders handeln, und der Kreig macht nur Pause…..dann geht’s eben irgendwann wieder los, ein Muster ist erkennbar….das ist tatsächlich zumindest unser täglich Risiko!

  10. @Alesi, ja du hast recht, ich meinte einen Weltkrieg damit. Der WW III steht aus. Wird wohl noch kommen müssen, leider!

  11. @Dani

    tut mir leid, aber das ist mMn völliger Schwachsinn.
    Das ist doch genau das, was das gemeine Volk glauben soll.
    Letztendlich sind Kriege immer nur von (Ver)Führern angezettelt worden um Machtansprüche auszuweiten oder beizubehalten – heute ist das eben die Hochfinanz (natürlich auch schon zur Zeit der beiden Weltkriege). Das gemeine Volk hat sich dem eben zu beugen.
    Das hat rein gar nichts mit der Natur des Menschen zu tun. Der strebt nämlich prinzipiell nach Harmonie. Nur in einem System, das die Menschen als Sklaven haltet und sie knechtet werden sie gezwungen Neid, Gier, Hass usw. auszuleben.
    Dazu ein gutes Zitat, das ich gerade hier auf dieser Seite am „Zitate-Ticker“ gelesen habe:
    „Krieg gegen ein fremdes Land findet nur dann statt, wenn die Geldleute glauben davon zu profitieren.“ Eric Arthur Blair, bekannter als George Orwell

  12. Wenn die Amerikaner unser Gold mal rausrücken würden. Das ist nämlich verschwunden. Das sieht niemand. Warum. Weil sie uns mit runterreißen wollen.

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