Kommt bald das „Helikoptergeld“?


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Bergbau-Unternehmer Frank Giustra glaub nicht an die Erhöhung der Leitzinsen. Stattdessen wird man Ausreden finden, um die Geldpolitik weiter zu lockern. Eine Möglichkeit sei das sogenannte „Helikoptergeld“.

Helikoptergeld
Helikoptergeld, Bild: Dollar-Note, Gegenfrage.com

Die Federal Reserve hat sich selbst in die Ecke gedrängt und es ist Zeit für eine neues QE-Programm, sagte der kanadische Bergbau-Großunternehmer Frank Giustra in einem Interview mit Kitco News. Er glaube nicht, dass die Zentralbank die Zinssätze in dem Maß wie angekündigt erhöhen werde.

Stattdessen wird es wohl weitere Lockerungen der Geldpolitik geben, so seine Prognose. „Sie werden weiterhin über die Normalisierung der Zinssätze sprechen und später werden sie Ausreden präsentieren, warum es nicht möglich ist“, so Giustra.

„Ich denke, der nächste Unfall, der passiert, ist vielleicht ein Börsencrash, da sich Aktienkurse auf einem neuen Allzeithoch befinden und wir bereit sind für eine neue Korrektur. Jedes Ereignis, das eine Systemkrise auslöst, wird eine Lockerung der Geldpolitik zur Folge haben.“

Giustra sagte, eine Möglichkeit sei das sogenannte „Helikoptergeld“. Die im Jahr 2008 von der Fed ergriffenen Maßnahmen hätten die wirtschaftlichen Probleme in den USA nicht grundsätzlich gelöst, erklärte er weiter. Das billige Geld habe einen kleinen Teil der Bevölkerung sehr reich gemacht, der Wirtschaft habe es hingegen nicht geholfen.

Die Krise könne nur langfristig gelöst werden. Dies sei jedoch in einem politischen System, in dem alle zwei Jahre gewählt wird, unmöglich, da es zu viele verschiedene Interessen gebe.

Helikoptergeld

Als Helikoptergeld wird die Ausgabe von Geld direkt an die Bevölkerung oder an den Staat bezeichnet, ohne die Banken dazwischen. Dadurch soll der Konsum direkt angekurbelt und Deflation verhindert werden.

Kritiker sagen, die Bürger würden sich dadurch daran gewöhnen, Geld nicht mehr durch Arbeit verdienen zu müssen (wie Banken). Außerdem könne eine Krise nicht einfach weggedruckt werden, da die Ausweitung der Geldmenge keinen realen Wert erzeuge.

Befürworter sind der Auffassung, dass die geldpolitischen Möglichkeiten der Zentralbanken inzwischen ausgeschöpft sind.

Quellenangaben anzeigen
kitco, wikipedia

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