Großbritannien in Somalia: Humanitäre Hilfe gegen Erdöl?


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Dass es London in Somalia um mehr geht als um humanitäre Hilfe, wird in britischen Medien offen diskutiert: So habe man die Hoffnung, von der Energiewirtschaft des Landes profitieren zu können.  Im Nordosten des Landes sollen gewaltige, bislang ungenutzte Erdgas- und Erdölfelder liegen.

Großbritannien bietet im Nordosten Somalias, wo es laut Medienberichten gewaltige Erdöl-Vorkommen geben soll, humanitäre Hilfe und Unterstützung in Sicherheitsangelegenheiten an. Angeblich hofft man so auf einen Zugriff auf die Öl-Vorkommen und an einer Beteiligung der zukünftigen somalischen Energiewirtschaft.

Man staunt nicht schlecht: Dass es bei den Hilfsleistungen nicht um pure Menschenliebe, sondern durchaus um eine wohl kalkulierte Aktion seitens der britischen Regierung geht, wird inzwischen sogar schon offen im Guardian berichtet.



Premierminister David Cameron nahm vergangene Woche an einer internationalen Konferenz über Somalia teil, bei der es um mehr Hilfen, finanzielle Unterstützung und um Maßnahmen zur Bekämpfung des Terrorismus ging. Der Gipfel folgte einem überraschenden Besuch von Außenminister William Hague in der somalischen Hauptstadt Mogadischu. Dieser hatte dort über den Wiederaufbau des Landes und „den Beginn einer großen Chance“ gesprochen. Tatsächlich handelten die Gespräche zwischen Großbritannien und Somalia wohl in erster Linie vom Erdöl, welches sich in großen Mengen in der trockenen Region im Nordosten des Landes befinden soll.

Abdulkadir Abdi Hashi ist Minister für internationale Zusammenarbeit in Puntland im Nordenosten Somalias, wo kommenden Monat wohl die ersten Barrels aus dem Boden gepumpt werden sollen. Er sagte laut PressTV: „Wir haben mit einer Reihe von britischen Beamten gesprochen, die angeboten haben, uns mit der künftigen Verwaltung der Öleinnahmen zu helfen. Sie werden uns dabei helfen, zukünftige Gewinne aus dem Ölgeschäft zu maximieren.“

Im Jahr 2011 haben westliche Medien infolge einer Dürre und einige Wochen später infolge von Überschwemmungen mit einer riesigen Kampagne zu Spendenaktionen und humanitären Hilfen in der Region aufgerufen. Zuvor war Somalia wegen seiner Piraten in die Schlagzeilen geraten, weshalb Kampfschiffe in die Region entsandt wurden. Alles Vorbereitungen auf den drohenden Iran-Konflikt, oder fielen die Ereignisse tatsächlich zufällig aufeinander? Auch Frankreich ist in Somalia militärisch aktiv.

Der Iran hat aufgrund der Kriegsdrohungen seitens Israel und den USA mehrfach mit der Schließung der Straße von Hormuz gedroht. Schon der damalige US-Präsident George Bush hatte in den frühen 1990er-Jahren von der wachsenden strategischen Bedeutung der Erdölreserven Somalias gesprochen, „die in einer von der Straße von Hormuz entfernten Region liegen“. Wir warten gespannt auf weitere Meldungen zum Thema.

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