Gold und Silber: Das totale Déjà-Vu


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Eine vierjährige Baisse haben Gold- und Silberbugs hinter sich, inzwischen erscheinen in zahlreichen kleinen und großen Zeitungen wieder Experten-Berichte mit der Überschrift „Gold ist tot“ oder „Die Zeit der Edelmetalle ist endgültig vorbei“. Die Geschichte wiederholt sich immer wieder. Manchmal sind die Abstände der Wiederholungen extrem kurz.

Gold

Im Jahr 2008, als der Aktienmarkt zusammenbrach, vernahm man das selbe Geschrei dieser Experten. Was folgte war eine starke Hausse, die bis 2011 andauerte. Fundamental hat sich seit Beginn der Krise vor etwa acht Jahren nichts geändert, bzw. gibt es heute noch mehr Gründe, um sich monetär aus dem System zu verabschieden: Die Schulden sind gestiegen, die Geldmengen wurden erhöht, in Europa und Nordamerika geht es immer weiter abwärts, die geopolitische Situation wird immer bedenklicher, der Aktien- und Anleihenmarkt ist total aufgeblasen.

Was passiert eigentlich, wenn der Goldpreis steigt oder fällt? Richtig, nichts. Eine Unze Gold bleibt eine Unze Gold, deren Förderung und Prägung soundsoviel Aufwand bereitet, was sich im Preis widerspiegelt. Gold ist also etwa mit der Arbeitsstunde eines Handwerkers vergleichbar, denn diese ist vor, während oder nach einer Krise immer wertvoll. Anders sieht es bei den Währungen aus: Da Schulden und Guthaben in der Summe immer Null ergeben, haben diese keinen fixen Wert und existieren eigentlich überhaupt nicht, sie sind kein Realwert.

Der Goldpreis sagt somit lediglich aus, was die Währungen treiben. Und diese sind aktuell viel zu teuer im Verhältnis zur Geldmenge, weshalb keine der großen Volkswirtschaften mehr ihre Schulden mit normaler Arbeitskraft abtragen kann. Wenn Jim Sinclair also in einem aktuellen Interview einen Anstieg des Goldpreises auf 50.000 Dollar prognostiziert, ist das nicht utopisch, sondern völlig nachvollziehbar, da es einfach viel zu viele Dollars gibt. Allerdings bedeutet das dann wahrscheinlich auch eine Ver-50-fachung der Kartoffel-, Benzin- oder Handwerkerstundenpreise. Natürlich nicht nur in Amerika, sondern auch hier.

Auch der 91-jährige Richard Russell, der in seinem Leben zahlreiche Krisen analysierte, warnt vor sämtlichen Papiertiteln und sagt laut einem aktuellen Artikel von King World News: Auf keinen Fall Gold und Silber verkaufen. Zum aktuellen Zeitpunkt würde ihn der Beginn einer Hyperinflation „nicht überraschen“. „Ich habe so etwas schon Dutzende male gesehen“, so der 91-jährige.

Den viel zu teuren Papierwährungen und dem fixen Wert Gold steht aber noch eine weitere Größe gegenüber: Das viel zu billige Silber. Sinclair glaubt: „Sie müssen verstehen, wir werden eine beispiellose Deflation erleben und die Reaktion der Zentralbanken auf der ganzen Welt wird uns eine Hyperinflation bringen. Es werden alle Arten von Schulden monetarisiert werden, um eine Art Gleichgewicht zu erhalten. Der Goldpreis wird auf ein Niveau steigen, das alle überraschen wird … Man wird mich aufgrund dieser Analyse für verrückt erklären. Besser noch wird Silber performen, vergleichbar mit Gold auf Steroiden. Alles was mit Gold geschieht, wird mit 2- bis 5-fachem Potential mit Silber passieren. Silber wird Gold outperformen.“

Behaupten Experten also „Gold ist tot“, sind sie vielleicht auf der falschen Beerdigung. Gold lebt nicht, stirbt nicht, arbeitet nicht, sondern macht überhaupt nichts. Es ist einfach da. So war es bereits vor 3.000 Jahren und so wird es in 3.000 Jahren wahrscheinlich immer noch sein, schreibt Goldseek.

Abschließend die Preisfrage, rein fürs Bauchgefühl: Möchten Sie lieber 100.000 Dollar, Euro oder Pfund an eine Bank verleihen, welche über Null Sicherheiten verfügt und sich gelegentlich von bankrotten Regierungen retten lässt? Oder wollen sie lieber 90 Unzen Gold an einem sicheren Ort verstecken und abwarten?

4 Kommentare

  1. Wenn eine Unze Gold 50.000 in Papierlappen kostet, zahlt man für einen Brotlaib 100 der gleichen Zettel. Nur so am Rande, für alle die meinen jetzt reich werden zu können.

    Gold ist eine Versicherung gegen den schleichenden Verfall der Währungen. Dazu noch mobil (im Gegensatz zu IMMOBILien) und von hoher Wertdichte.

    @Bürgender – Mach doch aus Deiner Preisfrage eine Umfrage (grins).

  2. ein klein wenig guckeln und siehe da: nur einmal gab es für Gold mehr öl als heute, 1972. Sicher, man kann Öl nicht essen aber es ist überall drin und ohne öl ist alles nix.

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