'Gold noch immer in einem Super-Bullenmarkt'


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Zwar fiel Gold um 21 Prozent im vierten Quartal 2011, doch sind derartige Korrekturen eher als gesunde Gegenbewegung nach starken Gewinnen hinzunehmen, sagen Experten. Der Goldpreis stieg im neuen Jahr bereits um fünf Prozent an. Zumindest, wenn man den Kurs in Dollar betrachtet. Langfristig und in ‚Kühen‘ gerechnet sieht es etwas anders aus.

Alan Newman, der das gelbe Metall laut CNBC schon lange in seinem Crosscurrents Newsletter empfiehlt, sagte: „Meiner Ansicht nach befindet sich Gold noch immer in einem Super-Bullenmarkt – im letzten Jahr waren die Bewegungen ganz normal für einen Super-Bullenmarkt, in dem Korrekturen beängstigend wirken sollen.“

Gold sei im Januar 2011 um 8 Prozent gefallen, sowie auch um 12 Prozent in den letzten Wochen des Jahres 2009. „Im Dezember 2011 fiel der Goldpreis, weil die Anleger es aus ihren Büchern haben wollten.“

Analysten des globalen Mega-Finanzinstituts Goldman Sachs prognostizieren, dass Gold im Jahr 2012 ebenso wie Kupfer und Öl steigen wird. „Die wirtschaftlichen Daten und Perspektiven in Europa, den USA und Asien haben sich verbessert, die Nachfragerisiken haben sich jedoch nach oben verlagert“, so ein Ausblick von Goldman Sachs laut einem Bloomberg-Bericht. „Wir sehen Gold und Kupfer als die beste Anlagemöglichkeit in 2012 in Bezug auf die Fundamentaldaten.“ Lockere Geldpolitik in den USA und der ganzen Welt hätten das globale Finanzsystem mit Papierwährungen überflutet und es werde Zeit brauchen, diese Liquidität wieder abzuschöpfen. Schwächere Papierwährungen – vor allem im Falle des Dollars – seien die Ursache für steigende Goldpreise.

„Die Bilanzen der Federal Reserve und der EZB waren noch nie so groß und beide werden weiter an Größe gewinnen“, sagt Peter Boockvar von Miller Tabak laut einem Beitrag von CNBC. „Die Bank of Japan, die Bank of England und die Schweizerische Nationalbank werden weiterhin große Mengen an Geld zu drucken.“ Solange ‚drucken und aufblasen‘ die Politik sei, werde dieser Bullenmarkt bei Gold weiter anhalten.

Kommentar

Der Autor dieses Beitrags selbst ist der Meinung, dass Charttechnik und Preisprognosen im Falle von Gold nur bedingt etwas aussagen. Denn wozu sollte man eine feste Größe (Gold) in einer variablen, spekulativen und von bankrotten Staaten willkürlich beeinflussbaren Recheneinheit (Dollar, Euro, Pfund, Yen, Franken…) messen wollen?

Momentan lese ich übrigens das grandiose Buch „Das Silberkomplott“ des leider verstorbenen Reinhard Deutsch zum zweiten Mal, worin auf Seite 86 geschrieben steht, dass eine Kuh in den Jahren 1500 bis 1000 v.Chr. ca. 8 Gramm Gold kostete. Heute, etwa 3000 Jahre später, kostet eine Kuh rund 12 Gramm (laut Google am 20. Januar 2012 um 04:36 Uhr). In Gold entspricht das also einer Teuerungsrate von 0,017% pro Jahr über 3000 Jahre, wenn man es ganz nüchtern und stark vereinfacht ausrechnet (berücksichtigt man den Zinseszins, könnte man das Ergebnis wohl völlig vergessen). Da Kuhpreise wahrscheinlich je nach Jahreszeit, Epoche und Bedarf schwanken und Kühe heute sicherlich etwas mehr leisten (müssen) als damals, kann ich hier in Gold gerechnet langfristig eine relativ stabile Preisentwicklung erkennen (wie auch in einem früheren Beitrag schon mal zusammengetragen).

Für mich Grund genug, nicht allzu viel Zeit in Chartanalysen und Expertenprognosen zu investieren. Natürlich, eine reine Glaubensfrage und ein Reizthema unter Investoren! Wie sehen Sie das, lieber Leser?

8 Kommentare

  1. Gold wird bis zum März vermutlich noch etwas steigen, danach aber folgt der grosse Einbruch der vermutlich unter die 1300 gehen wird. Wenn Goldman Sachs sagt, das Gold jetzt steigt, dann kann mann zu 100% sicher sein das ein grosser Einbruch kommen wird. GS war schon immer ein ausgezeichneter Kontraindikator. Die verdienen Geld indem sie die Anleger in die falsche Richtung schicken oder bekommen die unser Geld wenn es stimmen würde? Kommt der grosse Einbruch, dann gibt es beste Kaufkurse.

  2. Sollte Gold tatsächlich auf 1300 gehen (was ich nicht glaube) dann werde ich noch einmal richtig kaufen denn die Tage des Papiers in jetziger Form sind gezählt.

    Das mit dem Vergleich Kuh – Gold ist ein guter Vergleich, Leistung wird mit Leistung bezahlt man muss sich nur vorstellen wieviel Aufwand betrieben wird nur um 1 Unze Gold zu fördern.

  3. What? Besser nochmal nachrechnen…
    heutzutage koste ikg lebendgewicht Rind ca. EUR 2,25,
    eine Kuh hat ein Gewicht von 700 bis 800 kg.
    Also kostet die Kuh 1 Unze und nicht 12 g – also das dreifache!

  4. Auf jeden Fall dürfte es sinnvoller sein, den Wert des eher nutzlosen Edelmetalls in etwas nützlichem wie Kühen zu messen, als in den noch wert- und sinnloseren Papiergutscheinen.

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