An diesem Tag
08.08.2008: Georgien überfällt Südossetien und Abchasien


In der Nacht auf den 08. August 2008 gab der von den USA ins Amt gebrachte georgische Präsident Micheil Saakaschwili den Angriffsbefehl auf Südossetien und Abchasien. Ein Proxykrieg zwischen den USA und Russland – kurz zusammengefasst.

Georgien Südossetien Abchasien Russland USA 2008
Georgien Südossetien Abchasien 2008, Bild: Flaggen Russland + USA, Gegenfrage.com

An diesem Tag im Jahr 2008 begann die georgische Invasion in Südossetien und Abchasien. Russland beteiligte sich kurz später ebenfalls an den Kampfhandlungen. Dieser nur fünf Tage dauernde Krieg wird heute als „Proxykrieg“ zwischen den USA und Russland gesehen. Natürlich mit der üblichen, einhergehenden Propagandaschlacht.

Version der USA

CNN meldete, dass das „die Freiheit liebende Land“ Georgien von Russland angegriffen wird. Das US-Verteidigungsministerium forderte die Kriegsparteien zu einer sofortigen Beendigung des Konflikts auf. Washington entsandte „Berater“ nach Georgien, um zum Ende der Gefechte beizutragen, hieß es.

Georgien versuche eine russische Aggression abzuwehren („Notwehr“), war der allgemeine Grundtenor in US-Medien. Russland nutze die aktuelle Gelegenheit, um eigene politische Ziele durchzusetzen. Diese Version wurde auch von deutschen und anderen westlichen Medien verbreitet.

So schrieb etwa Spiegel Online am 10. August in einem Artikel mit der Überschrift „Die kriegerischen Absichten russischer Friedenstruppen“, dass es Russlands Bestreben in dem Konflikt sei, Georgien von einer Integration in den Westen abzuhalten. Das Wohl der Bürger Südossetiens sei Moskau egal und „spielt dabei überhaupt keine Rolle“.

Russland sei gewillt, den Konflikt eskalieren zu lassen. Hinter der ganzen Angelegenheit stecke außerdem Wladimir Putin, dessen Handschrift diese Intervention trage. Dies zeige auch auf, „von welchem Wert“ die öffentlichen Reden des russischen Präsidenten Medwedew seien, der ohnehin nur auf „schwachen Füßen“ stehe, so der Spiegel.

Am 13. August 2008 begann Operation Assured Delivery, in deren Zuge die USA medizinische Versorgung, Nahrung, Hygieneartikel und andere Hilfsgüter per Schiff nach Georgien lieferten.

Russische Version

Das georgische Militär bombardierte von Zivilisten bewohnte Gebiete und ließ die Hauptstadt Zchinwali erobern. Bei den Kampfhandlungen kamen auch russische Grenzsoldaten ums Leben. Russlands Präsident Medwedew sagte, sein Auftrag sei der Schutz russischer Bürger, egal wo sich diese befinden.

Um die Bevölkerung und die russischen Kräfte zu schützen griff Russland ein und und verzeichnete einen raschen Sieg über die georgischen Truppen. Die georgischen Soldaten erkannten den Ernst der Lage und „rannten wie die Hasen“ oder ergaben sich den übermächtigen russischen Truppen, in vielen Fällen ohne Gegenwehr. Nach nur fünf Tagen war der Krieg beendet.

Am 13. August begann die oben erwähnte US-Operation Assured Delivery. Russland beschuldigte die USA, nicht nur Hilfsgüter an Georgien zu liefern, sondern auch Waffen und militärische Ausrüstung. Dieser Verdacht wurde dadurch untermauert, dass es sich bei der USS McFaul um ein Kriegsschiff handelte, mit dem NATO-Flotten im Schwarzen Meer koordiniert wurden.

Washington hatte demnach Interesse an einer Fortsetzung der Kampfhandlungen, mutmaßten russische Medien. Allerdings sei das georgische Militär völlig demoralisiert und miserabel ausgebildet gewesen und hätte keinerlei Interesse an einem Krieg gegen das übermächtige Russland gezeigt.

Spätere Aufarbeitung

Die Behauptung westlicher Medien, Georgien habe auf eine russische Invasion reagiert, stellte sich später als unwahr heraus. Zu diesem Ergebnis kam eine Untersuchung der „Unabhängigen Untersuchungskommission zum Konflikt in Georgien“ der Europäischen Union im Dezember 2008.

Die Kommission konnte keinerlei Hinweis auf eine russische Invasion finden, wie von Georgien behauptet worden war. Weiter stellte sich heraus, dass die russischen Truppen im Rahmen des Völkerrechts handelten, da sie ihre eigenen, dort stationierten Friedenstruppen vor Angriffen der georgischen Truppen schützten.

Es konnte eindeutig nachgewiesen werden, dass Georgien der Aggressor in diesem Konflikt war. Allerdings wurde Russland nicht vollständig entlastet. So habe Moskau in den Jahren vor Beginn des Konflikts russische Pässe an die Bürger der von Georgien abtrünnigen Provinzen Südossetien und Abchasien ausgeteilt, was „provokativ“ gewesen sei.

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