Schon ein Jahr vor Kriegsbeginn:
28.03.2002: Blair sagt Beteiligung am Irakkrieg zu


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Der illegale Krieg gegen den Irak war seitens Bush und Blair längst vor Beginn der Invasion geplant. Bereits ein Jahr zuvor hatte Tony Blair den USA seine Zustimmung gegeben, sich an der Invasion zu beteiligen. Der Öffentlichkeit erzählte er bis zuletzt von einer angeblichen Suche nach einer diplomatischen Lösung.

George W. Bush, Tony Blair, Irak Krieg
George W. Bush und Tony Blair, Bild: Ddees.com

Ein geheimes Memorandum des Weißen Hauses hat Details über Planungen zum Krieg gegen den Irak offen gelegt. Die Invasion war demnach seitens Großbritanniens Premierminister Tony Blair und US-Präsident George W. Bush bereits im Jahr 2002 unter Dach und Fach.

Das Dokument mit dem Titel „Secret … Memorandum for the President“, wurde vom damaligen US-Außenminister Colin Powell am 28. März 2002 an Präsident Bush übersandt, eine Woche vor Bushs Gipfeltreffen mit Blair auf seiner Crawford-Ranch in Texas, wie die britische Daily Mail berichtete.

Suche nach einer diplomatischen Lösung?

Darin wurde dem US-Präsidenten die Zustimmung Blairs zur britischen Teilnahme am Irakkrieg mitgeteilt. Blair hatte demnach bereits ein Jahr vor Kriegsbeginn einer Beteiligung an der Invasion zugestimmt. Der Öffentlichkeit hingegen erzählte man von der „Suche nach einer diplomatischen Lösung“ für bestehende Differenzen mit dem Irak. Eine Lüge.

„Wir erwägen keine militärischen Aktionen“, sagte Blair. US-Außenminister Colin Powell hingegen ließ er ausrichten, dass das Vereinte Königreich den USA „folgen“ werde. Blair erklärte sich auch bereit, als „Spin-Doctor“ für Bush zu fungieren. Der britische Premierminister diente dem US-Präsidenten praktisch als PR-Berater.

Im Gegenzug würde der US-Präsident in seinen Reden betonen, dass Großbritannien „nicht Amerikas Pudel“ sei, sondern ein „gleichberechtigter Partner in dieser besonderen Beziehung“, schreibt die Daily Mail. George Bush stellte seinen britischen Amtskollegen als „großen Player auf der Weltbühne“ dar, um britische Wähler zu beeinflussen. Eine klassische Win-Win-Situation.

Colin Powell sagte zu Bush, Blair habe die „Präsentationsfähigkeiten“, um der Öffentlichkeit von einer ernsthaften Bedrohung durch den Irak zu überzeugen. Dennoch pflegte die US-Regierung geheime Kontakte zu „Spionen“ in der britischen Regierung, um Blair bei seiner Öffentlichkeitsarbeit zu „unterstützen“, so die Zeitung.

Das alles spielte sich wohlgemerkt im Jahr 2002 ab, fast genau ein Jahr vor der Invasion! Fünf Monate später gingen die Regierungen der USA und Großbritanniens mit angeblichen Erkenntnissen über irakische Massenvernichtungswaffen an die Öffentlichkeit, womit ein Militäreinsatz gerechtfertigt wurde.

Politische Krise in London

Blair versuchte zu händeringend, den UN-Sicherheitsrat von dem Militäreinsatz zu überzeugen. Sein Kabinett warf ihm vor, „zu pro-amerikanisch“ zu sein. Die Spaltungen in Blairs Regierung waren tiefer, als es den Anschein hatte. US-Außenminister warnte vor „Anzeichen einer Spaltung“ in der britischen Regierung.

So würden sich etwa Außenminister Jack Straw und Verteidigungsminister Geoff Hoon offen gegen Blair stellen. Auch der britische Generalstaatsanwalt machte den Kriegsbefürwortern schwer zu schaffen (Infos dazu hier). Die britische Bevölkerung war entgegen des PR-Plans alles andere als überzeugt von der Notwendigkeit eines Kriegs überzeugt.

In den geheimen Dokumenten wurde übrigens an keiner Stelle eine diplomatische Lösung als bevorzugte Option vorgeschlagen. Über die Massenmedien ließ der britische Premierminister das genaue Gegenteil verkünden. Die beiden Atommächte begannen das Land u.a. mit Chemiewaffen und radioaktiver Uranmunition zu bombardieren. Massenvernichtungswaffen fand man keine.

Obwohl diese Dokumente existieren und einsehbar sind, bestreitet Tony Blair die darin enthaltenen Fakten. So stritt er die Existenz eines solchen „Blutpakts“, wie die britische Presse diese unglaubliche Lügenlawine beschreibt, trotz vorliegender Beweise vehement ab.

Der Irak bricht zusammen

Mindestens eine Million Iraker wurden bei der Suche nach Massenvernichtungswaffen getötet, die staatliche Ordnung brach zusammen. Iraks Präsident Hussein wurde hingerichtet. Viele Iraker sind heute durch die giftigen Geschosse schwer krank oder leiden unter Erbschädigungen.

Obwohl es sich laut Vereinten Nationen um einen völkerrechtswidrigen Angriffskrieg handelte, wurde niemand der Verantwortlichen vor Gericht gebracht. Der Vier-Sterne-General Wesley Clark sagte vor einigen Jahren, dass die Kriege gegen Irak, Syrien und Libyen sogar bereits wenige Wochen nach 9/11 feststanden.

Quellenangaben anzeigen
dailymail, youtube

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