Fukushima: UK startete riesige Propagandakampagne


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Nur 48 Stunden nach Beginn der nuklearen Katastrophe in Fukushima startete die britische Regierung eine riesige Propagandakampagne, um die Schwere der Krise herunterzuspielen. Grund dafür war angeblich die Angst vor möglichem öffentlichen Druck auf die Energiepolitik in Großbritannien. In internen E-Mails der Guardian-Redaktion sei zu lesen gewesen, dass hinter den Kulissen eng mit den multinationalen Unternehmen EDF Energy, Areva und Westinghouse zusammengearbeitet wurde, um sicherzustellen, dass die Katastrophe keinen Einfluss auf den Bau neuer Kernkraftwerke in Großbritannien haben werde. Das konservative Parlamentsmitglied Zac Goldsmith bezeichnete die Komplizenschaft zwischen Regierung und Atomindustrie als „erschreckend“. Louise Hutchins von Greenpeace sagte, dass diese E-Mails der Beweis für „skandalöse Absprachen“ seien.

„Wir müssen in der Berichterstattung hervorheben, dass unsere Kerntechnik sicher ist“, wie ein Beamter des britischen Department for Business, Innovation and Skills (BIS) in einer Email schrieb. „Atomgegner in ganz Europa haben keine Zeit verschwendet diese Katastrophe mit Tschernobyl zu vergleichen“, sagte der BIS-Beamte in einer anderen E-Mail. „Wir dürfen keine dieser Storys veröffentlichen, wo irgendwie ein Vergleich zu Tschernobyl gezogen wird.“ Innerhalb von nur zwei Wochen wurde durch das durch den Tsunami zerstörte AKW so viel Strahlung freigesetzt, dass die Katastrophe international auf eine Stufe mit der von Tschernobyl gestellt wurde, was die japanische Regierung bis zu diesem Zeitpunkt aber weiterhin herunterspielte. In Reaktor 1 beispielsweise fand nach wenigen Stunden bereits eine Kernschmelze statt, was monatelang von den Behörden verheimlicht wurde.