Fukushima: Schilddrüsenkrebsrate ver-230-facht


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Laut einer gemeinnützigen Organisation zu Energiefragen hat sich die Anzahl der Erkrankungen an Schilddrüsenkrebs in Fukushima ver-230-facht. Allerdings ist es noch etwas früh, um eine wirkliche Aussage treffen zu können.

„Fukushima I by Digital Globe B“ von Digital Globe - Earthquake and Tsunami damage-Dai Ichi Power Plant, Japan. Lizenziert unter CC BY-SA 3.0 über Wikimedia Commons.
Fukushima I by Digital Globe B“ von Digital Globe – Earthquake and Tsunami damage-Dai Ichi Power Plant, Japan. Lizenziert unter CC BY-SA 3.0 über Wikimedia Commons.

Die Fairewinds Energy Education Organisation hat neue Statistiken veröffentlicht, die die direkte Verbindung zwischen der Atomkatastrophe von Fukushima und einer wachsenden Zahl von Krebserkrankungen in Japan verdeutlicht. Chief Engineer Arnie Gundersen kommt in der Analyse zum Schluss, dass die Radioaktivität die Ursache für die Erkrankungen ist. Der Bericht offenbarte, dass sich die Anzahl der Erkrankungen an Schilddrüsenkrebs in der Präfektur Fukushima heute rund 230 Mal höher liegt als vor der Kernschmelze, schreibt Fairwinds.org.

Eine Ver-230-fachung klingt sehr hoch. Die Zahl stammt von Fairewinds, laut eigener Beschreibung eine im Jahr 2008 gegründete gemeinnützige Organisation, deren Mission die Aufklärung über Kernenergiefragen ist. Kurz recherchiert: Die Anzahl der Erkrankungen an Schilddrüsenkrebs ist bei Kindern unter 18 Jahren unter normalen Umständen sehr gering; 1 oder 2 pro Million Kinder pro Jahr. Kurz nach der Kernschmelze in Fukushima begannen die japanischen Behörden mit der Untersuchung auf Anomalien der Schilddrüse bei Kindern unter 18 Jahren. Sie untersuchten Knoten, Zysten oder Tumore, meldet Japanfocus.org.

Bis Frühjahr 2015 wurden 126 neue, meist papilläre Schilddrüsenkrebsfälle unter 370.000 untersuchten Kindern gezählt. Diese Form von Schilddrüsenkrebs ist die häufigste und tritt normalerweise eher bei Personen ab 45 Jahren auf. Die Rate betrug seit dem Unglück vier Jahre zuvor umgerechnet 340 zu 1 Million, bzw. 85 zu 1 Million pro Jahr. Dies ist ungewöhnlich hoch, etwa das 60-fache der normalen Rate unter den selten erkrankenden Kindern. Vor diesem Hintergrund ist die Zahl 230 aus der Fairewinds-Untersuchung, die sich auf die alle Altersgruppen in der Bevölkerung bezieht, nicht unrealistisch.

Allerdings ist es heute noch etwas zu früh, um eine wirkliche Aussage treffen zu können, da die meisten Erkrankungen dieser langsam wachsenden Krebsart infolge der freigesetzten Strahlung durch die Kernschmelze erst frühestens nach vier bis fünf Jahren auftreten. Warten wir ab, was da noch kommt.

1 Kommentar

  1. Ich denke, dass die Japaner noch regierungsgläubiger sind als wir Deutsche und die Blödzeitungen und die gesteuerten Medien werden den Leuten in Japan schon erklären, dass es für diese hohe Krebsrate Gründe gibt, die nichts mit der Atomkatastrophe zu tun hat.
    Wir Deutsche glauben ja auch, dass die erhöhte Leukämierate bei Kindern, die in Deutschland in der Nähe von Atomkraftwerken leben, auch nicht an dem Atomkraftwerk liegen.
    Alles nur purer Zufall.

    Viele Grüße
    H. J. Weber

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