Frankreich verkaufte Gaddafi Waffen für 90 Millionen Euro


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Frankreich war nicht nur maßgeblich an den Angriffen auf Libyen beteiligt. Letztes Jahr hatte die Grande Nation sogar noch jede Menge Waffen an Gaddafi verkauft. Ganze 90 Millionen Euro schwer soll der Deal letztendlich gewesen sein. Die letzte Lieferung erfolgte sogar nur einen Monat vor Beginn der Aufstände in Libyen.

Laut einem Bericht des französischen Verteidigungsministeriums umfassten die Aufträge 35 Millionen Euro, tatsächlich ausgeliefert wurde allerdings Kriegsgut im Wert von 90 Millionen Euro. Dies waren die französischen Rüstungsexporte nach Libyen aus dem Jahr 2010, wie die französische Zeitung Le Monde berichtet. Erst im Januar, also einen Monat vor Beginn der libyschen Revolution, erhielt Muammar Gaddafi die letzte Charge von 1’000 Raketen. Laut dem Artikel war Frankreich der viertgrößte Waffenexporteur in 2010 mit mehr als 5 Milliarden Euro an Einnahmen aus Waffenverkäufen. Der Artikel zeigt weiter auf, dass Frankreich Waffen in Rekordhöhe in Länder exportiert hat, die jüngst von Volksaufständen betroffen waren.

So wurden im Jahr 2010 Waffen im Wert von 9,8 Millionen Euro nach Bahrain exportiert, für knapp 40 Millionen Euro nach Ägypten und für etwa 1 Million Euro nach Tunesien. Zudem hat Paris angeblich fast 55 Millionen Lizenzen für die Ausfuhr militärischer Ausrüstung an die frühere Regierung unter Zine El Abidine Ben Ali in Tunesien gewährt, allein in den vergangenen zwei Jahren.

Nach Informationen des Nachrichtensenders PressTV sind die französischen Waffenlieferungen an Libyen mit dem Sturz Gaddafis vorläufig beendet, doch fasst Frankreich nun offenbar die lukrativen Waffenmärkte in Saudi-Arabien und in den Vereinigten Arabischen Emirate ins Auge. Angeblich stehe aber zuerst die Wiederherstellung des internationalen Images Frankreichs im Vordergrund.

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