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24.06.1812: Frankreich überfällt Russland


Frankreich/Geschichte/Russland

Am 24. Juni 1812 griff Frankreich Russland an und drang nach monatelangen Gefechten bis nach Moskau vor. Insgesamt 380.000 französische Soldaten starben und 100.000 gerieten in Kriegsgefangenschaft. Letztendlich führte der Feldzug zur Abdankung Napoleons im Jahr 1814.

Frankreich Napoleon Russland 1812
Frankreich Napoleon Russland 1812, Bild: Gegenfrage.com

An diesem Tag im Jahr 1812 startete Napoleons Grande Armée einen Angriff auf Russland. Die Franzosen überquerten die Memel. Diesen militärischen Konflikt bezeichnet Russland heute als den Vaterländischen Krieg von 1812.

Die Russen hatten Napoleon verärgert, indem sie sich 1810 aus dem kontinentalen System zurückzogen. Dabei handelte es sich um ein Embargo unter französischer Führung gegen den Handel mit Großbritannien. Zwischenzeitlich zeigte sich der russische Zar Alexander I. besorgt über die Bildung des Großherzogtums Warschau im Süden.

Napoleon führte daraufhin seine Armee über die Memel, um Polen vor der Gefahr einer russischen Invasion zu schützen und den Zaren zu zwingen, den Handel mit Großbritannien wieder einzustellen. Am 24. Juni marschierten 650.000 französische Soldaten in das damals russische Polen ein. Napoleon hoffte auf einen schnellen Sieg.

Die Grande Armée machte bedeutende Fortschritte und drang weit nach Russland vor. Sie drängten die zahlenmäßig stark unterlegenen Streitkräfte des Zaren zurück bis nach Litauen. Schlechte Wetterbedingungen jedoch erschwerten den Vorstoß erheblich.

Versorgungswagen kämpften sich nach heftigen Regenfällen durch schlammiges Gebiet. Die Truppen harrten in den heißen und feuchten sumpfähnlichen Flächen aus und erlitten Sonnenstiche und verschiedene Krankheiten.

Taktik der verbrannten Erde

Die sich zurückziehenden Russen wandten die Taktik der verbrannten Erde an. Sie zerstörten Ackerland und brannten ganze Dörfer nieder, sodass die Franzosen keine Möglichkeit erhielten Nahrungsmittel zu plündern. Trotz der damit verbundenen Probleme zogen die Franzosen fast drei Monate lang weiter Richtung Moskau.

Die Stadt war inzwischen evakuiert worden und Napoleons Hoffnung, mit Alexander einen Friedensvertrag zu vereinbaren, wurde nicht verwirklicht. Sich dessen bewusst, dass seine Truppen den harten russischen Winter nicht überleben würden, zog Napoleon Ende Oktober seine Armee aus Moskau ab.

Allerdings waren die Truppenzahlen mittlerweile stark dezimiert. Bis Dezember starben insgesamt 380.000 französische Soldaten. Weitere 100.000 gerieten in Kriegsgefangenschaft.

Nach der Vertreibung der Grande Armée begann Anfang 1813 die zweite Kriegsphase. Preußen, Österreich und die Rheinbundstaaten schlossen sich Russland an und schlugen die Franzosen. Dieser Krieg endete mit der Abdankung Napoleons im Jahr 1814.



2 Comments

  1. die sogenannte französische armee bestand zu deutlich weniger als der hälfte aus franzosen. mindestens ein drittel waren deutsche.
    und selbst unter diesen sogenannten franzosen waren noch deutsche, italiener usw. aus den eroberten und vom französischen staat annektierten gebieten, die dadurch plötzlich franzosen geworden waren.

    in ostpreußen haben die franzosen den bauern das getreide geraubt und das vieh weggetrieben, in dem wissen, daß sie ohne vielleicht verhungern werden. bauern, bei denen sie kein vieh fanden, spannten sie selbst vor die wagen.

    napoleon hat in einem gespräch mit metternich sinngemäß gesagt, daß sich die franzosen über ihn nicht beschweren können, da er immer darauf geachtet habe, daß die lasten auf den ausländern liegen.

    in der schlacht bei waterloo waren 50 von hundert soldaten deutsche.
    die sogenannte englische armee von wellington bestand aus einer kleinen gruppe seiner iberischen veteranen, die wellington selbst mehrmals als abschaum bezeichnete, aus einer größeren gruppe von holländern und aus der größten gruppe der deutschen.

    deutsche auf beiden seiten. war über viele jahrhunderte normal, bis zur vereinigung von 1871.
    ab 1945 hat sich der zustand dann wieder normalisiert. bei dien bien phu waren wieder 50 von 100 der fremdenlegionäre, die da verreckt sind, deutsche mannschaften und unteroffiziere. offiziere waren franzosen.

  2. Die Feststellungen von @ havald stimmen; ein erheblicher Teil der „Großen Armee“ des französischen Kaisers bestand aus deutschen Söldnern. Genauso wie deutsche Söldner erheblich im amerikanischen Unabhängigkeitskrieg gegen die Briten mitkämpften.

    Doch die Diagnose im redaktionellen Teil, welche den Krieg Napoleons gegen Russland als Reaktion auf die Politik des Zaren darstellt, gehe ich nicht konform.
    Man muss eher davon ausgehen, dass es ein Griff nach der Vorherrschaft in Kontinentaleuropa war. Die deutschen Kleinstaaten waren bereits unter französischer Herrschaft: d.h. Zentraleuropa stand unter französischem Befehl. Einzig die Briten mit ihrer überlegenen Seeflotte widerstanden- und Russland war somit der letzte Posten um Europa vollständig zu kontrollieren. Die rücksichtslose aber erfolgreiche Kriegsführung der Russen rettete letztlich Europa davor den französischen Stempel auf die Stirn gedrückt zu bekommen. Es war ein Griff nach der Weltherrschaft. Denn wer Europa kontrollierte, kontrollierte die ganze Welt. Die USA waren noch völlig unbedeutend und mit der Selbstfindung beschäftigt.

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