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21.02.2013: Francois Hollande erhält UNESCO-Friedenspreis


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Am 21. Februar 2013 zeichnete die UNESCO den französischen Präsidenten Francois Hollande mit dem Friedenspreis aus. Nach Friedensnobelpreisträger Obama erhielt damit ein weiterer kriegführender Präsident eine Friedensauszeichnung einer großen Organisation.

Hollande UNESCO Friedenspreis
Hollande erhält UNESCO Friedenspreis, von Mouagip – Based on the previous version of Madden, Gemeinfrei, Link

Am 21. Februar 2013 zeichnete die Organisation der Vereinten Nationen für Erziehung, Wissenschaft und Kultur „UNESCO“ Frankreichs Präsidenten Francois Hollande mit dem Friedenspreis aus. Als Begründung nannte man seinen „wertvollen Beitrag für den Frieden und zur Stabilität in Afrika“.

Der ehemalige Präsident von Mosambik, Joaquim Chissano, Vorsitz der Jury für den Félix-Houphouët-Boigny-Friedenspreis, sagte: „Nach der Analyse der globalen Situation erhält Afrika mit seinen verschiedenen Bedrohungen für den Kontinent die Aufmerksamkeit der Jury.“

Präsident Hollande erhielt die Auszeichnung in der UNESCO-Zentrale in Paris aufgrund seines Kampfes gegen Aufständische in Nord-Mali, was „Frieden und Stabilität in die Region“ bringen sollte. In seiner Annahmerede unterstrich er die Dringlichkeit der französischen Intervention in Mali. „Angesichts des Hasses mussten wir eingreifen … Jede weitere Verzögerung wäre katastrophal.“

Nach Friedensnobelpreisträger Barack Obama, der im Nahen Osten u.a. mit Uranmunition und Hellfire-Raketen für hohe zivile Verluste sorgte, war Francois Hollande damit ein weiterer westlicher kriegführender Präsident, der eine Friedensauszeichnung von einer großen Organisation erhielt.

Der UNESCO-Preis wird laut offizieller Erklärung an Personen verliehen, die sich um die Menschenrechte und den Frieden in der Welt verdient gemacht haben. Auch der frühere israelische Ministerpräsident Shimon Peres („Operation Früchte des Zorns„) war Träger der UNESCO-Auszeichnung und des Friedensnobelpreises.

Nur wenige Wochen zuvor wurde Mali überfallen

Frankreich mischte sich am 11. Januar 2013, nur wenige Wochen vor der Preisverleihung, unter dem Vorwand der Terrorbekämpfung in den Konflikt in Mali ein. Tausende Menschen wurden durch die Kampfhandlungen obdachlos.

Am 31. Januar warf Amnesty International den französischen Truppen „schwere Menschenrechtsverletzungen“ einschließlich der Tötung von Kindern vor. Die Menschenrechtsorganisation gab an, dass bei einem Luftangriff mindestens fünf Zivilisten, darunter drei Kinder, getötet worden seien.

Hollande sagte, dass man die Bevölkerung Malis vor Islamisten schützen wolle. Die meisten westlichen Massenmedien suggerierten, dass Frankreich aus purer Nächstenliebe und ohne jeglichen Eigennutz Truppen nach Mali entsandt habe.

Der tatsächliche Grund für den Einmarsch Frankreichs (größter Strom-Exporteur der Welt) nach Mali (drittgrößte Uranvorkommen der Welt) war laut Kritikern jedoch wahrscheinlich eher wirtschaftlicher Natur.

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unescoamnestyinternational, dailybell