Ex-Finanzminister: "Die USA werden kollabieren"


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Der ehemalige US-Finanzminister Lawrence Summers schrieb in einem Beitrag in der US-Zeitung Newsweek, dass die größte Volkswirtschaft der Welt diese Wirtschaftskrise nicht überstehen und letztendlich kollabieren werde. Er kommentierte Obamas neues Jobprogramm in Höhe von 450 Milliarden Dollar und betonte, dass das Land langfristige wirtschaftliche Pläne benötige, um sich langfristig erholen zu können. „Wir brauchen kein einjähriges, sondern ein zehnjähriges Programm, um das Land wieder aufzubauen.“ Summers, der Finanzminister unter Präsident Bill Clinton gewesen war, betonte, dass in den USA Millionen Menschen ohne Arbeit seien, und zig Millionen Menschen sinkende Einkommen hätten. „Obama ist sich im Klaren darüber, was jeder weiss, vom Arbeitslosen bis zum Konzernchef: ohne Nachfrage nach Produkten werden Unternehmen keine Mitarbeiter einstellen.“

Summers unterstrich, dass sich Obama zu Recht auf die Nachfrage konzentriere, doch wies er auch darauf hin, dass dafür die marode Infrastruktur wieder aufgebaut werden müsse. „Wenn eine Zeit, in der sich die Regierung für 10 Jahre zu weniger als 2 Prozent  Zinsen verschulden kann und sich die Arbeitslosigkeit unter Bauarbeitern im deutlichen zweistelligen Bereich befindet, nicht die beste Zeit ist, um in die Infrastruktur zu investieren, welche dann?“ Er warnte davor, dass die wirtschaftliche Situation immer weiter verschlechtern werde, wenn die Regierung nicht ihren Teil dazu beitrage, die Wirtschaft nach vorne zu bringen. Dafür benötige das Land allerdings langfristige Programme, nicht nur für ein Jahr.

Lawrence Henry Summers war der 71. US- Finanzminister von 1999 bis 2001 unter Präsident Bill Clinton. Er war der 27. Präsident der Harvard University von 2001 bis 2006. Bis 2010 leitete er das US National Economic Council für Präsident Barack Obama.

Zahlen & Fakten

  1. Laut einem Bericht des The Weekly Standard entstanden durch QE2 für jeden subventionierten Arbeitsplatz Gesamtkosten in Höhe von 278’000 Dollar, ohne jeglichen Nutzen für die Konjunktur
  2. Nur 58 Prozent der Amerikaner haben derzeit einen Job
  3. Nur 56 Prozent der Amerikaner sind betrieblich krankenversichert
  4. Das mittlere Jahreseinkommen in den USA beträgt 26’261 Dollar
  5. Der durchschnittliche amerikanische Haushalt hat 75’600 Dollar Schulden
  6. Nur 5% der amerikanischen Haushalte haben seit 1975 ausreichende Gehaltserhöhungen erhalten, um den Anstieg der Wohnkosten zu decken
  7. Amerikanischen Familien sind heute im Vergleich zum Frühjahr 2007 rund 7,7 Billionen US-Dollar ärmer
  8. Die ärmsten 50% aller Amerikaner besitzen nur 2,5% allen Reichtums in den Vereinigten Staaten
  9. Laut einer Studie lebten im Jahr 2010 rund 21% aller Kinder in den Vereinigten Staaten unterhalb der Armutsgrenze
  10. Knapp 46 Millionen Amerikaner sind auf Lebensmittelmarken angewiesen, fast die Hälfte davon sind Kinder
  11. Laut Newsweek haben fast 20 Prozent aller amerikanischen Männer im Alter zwischen 25 und 54 keinen Job
  12. Jeder siebte Haushalt in den USA schafft es nur unter erschwerten Umständen, genügend Geld für Lebensmittel aufzubringen – die höchste Quote, die in den Vereinigten Staaten jemals registriert wurde
  13. Schwarze, die 13,3% der Bevölkerung ausmachen, stellen 24,2 % der armen Bevölkerung. Einwanderer mit südamerikanischen Wurzeln stellen 15,9% der Bevölkerung machen 28,3% der armen Bevölkerung aus
  14. Der Irakkrieg kostete die Vereinigten Staaten mehr als 4’000 Soldaten und 3 Billionen Dollar, wie der Nobelpreisträger und Wirtschaftswissenschaftler Joseph E. Stiglitz berechnet hat

4 Kommentare

  1. Die „Nachfrage nach Produkten“ wird bereits von China gedeckt und bedient. Für den Erlös kauft China US-Staatsanleihen, und „Uncle Sam“ hat flüssiges Geld. Diesen Teufelskreis haben George W. Bush und sein Finanzminister Henry Paulson in Gang gesetzt. Die Verlierer sind dabei die Menschen in Amerika, welche gern ganz normal arbeiten möchten. Nur wählen diese Unzufriedenen aus welchen Gründen auch immer die Partei, welche an der Misere die Schuld trägt. Obama erinnert mich an Michail Gorbatschow, der zu retten versuchte, was nicht zu retten war, und der am Ende zwischen allen Stühlen saß.

  2. Was heisst hier „…werden kollabieren“… die USA sind schon kollabiert…schon mehrfach wurde die absolute Höchst-Schuldengrenze, die garantiert nicht überschritten wird, einfach oben gesetzt, damit es wieder passt…. zudem werden diese bunten Papierscheinchen, die die Amerikaner Dollar nennen, nach Belieben in großen Mengen ohne Gegenleistung gedruckt… was sonst, wenn nicht das, soll man „kollabieren“ nennen?

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