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09.07.1941: Briten knacken den Enigma-Geheimcode


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Am 09. Juli 1941 knackten britische Kryptologen den deutschen „Enigma“-Geheimcode. Damit konnten sie praktisch jede verschlüsselte Nachricht abfangen.

Enigma-Geheimcode
Enigma-Geheimcode, Bild: Gegenfrage.com

An diesem Tag im Jahr 1941 knackten britische Kryptologen den Geheimcode „Enigma“ der deutschen Armee, mit dem sie Boden-Luft-Operationen an der Ostfront kommunizierten. Britische Experten hatten bereits viele Codes für die Westfront geknackt.

Enigma war die raffinierteste Codiermaschine der Deutschen, die für die Übertragung von geheimen Informationen notwendig war. Die Enigma-Maschine, erfunden 1919 von Hugo Koch, einem Niederländer, sah aus wie eine Schreibmaschine und war ursprünglich für geschäftliche Zwecke vorgesehen.

Die deutsche Armee passte die Maschine für Kriegszwecke an und betrachtete das Codiersystem als nicht entschlüsselbar. Sie lagen falsch. Die Briten hatten den ersten Enigma-Code bereits während der deutschen Invasion Polens geknackt und praktisch jede Nachricht abgefangen, die während der Besetzung der Niederlande und Frankreichs versandt wurde.

Ultra und Weasel

Großbritannien nannte die abgefangenen Nachrichten „Ultra“. Aufgrund des massiven Vorstoßes der Deutschen in Russland war es aus Sicht der Alliierten unbedingt notwendig, verschlüsselte Nachrichten auch an dieser zweiten, östlichen Front abzufangen.  Der erste Durchbruch ereignete sich am 09. Juli in Bezug auf deutsche Bodenluftoperationen.

Doch wurden in den folgenden Jahren auch weitere Codes von den Briten geknackt. Eine Reihe entschlüsselter Nachrichten unter der Bezeichnung „Weasel“ erwies sich als äußerst wichtig, um deutsche Luftabwehr- und Panzerabwehrstrategien gegen die Alliierten vorwegzunehmen.

Diese dekodierten Nachrichten wurden von nun an regelmäßig an das sowjetische Oberkommando über deutsche Truppenbewegungen und geplante Offensiven weitergeleitet.

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1 Kommentar

  1. Auch das kenne ich anders.
    Die Enigma („Rätsel“) wurde von einem polnischen Juden in England entschlüsselt. Hinzu kam das ein deutscher U Boot Kommandant sein von Engländern aufgebrachtes Boot nicht samt seiner Enigma Maschine versenkte. So fiel dieses noch 1939 (oder Anfang 1940) in britische Hände.
    Der Rest war nur noch Arbeit.
    Aber die Entschlüsselung wäre nicht notwendig gewesen, wer je die zahlreichen Bücher über den U Boot Krieg gelesen hat, weiß Bescheid.
    Jedes Funkgerät besitzt eine eigene Kennung und kann somit wieder erkannt werden. Darum ging es!
    Dieser einfache Sachverhalt war der deutschen Marineleitung lange nicht bekannt, mindestens bis Ende 1943. Die Briten mussten das was deutsche Funker der Leitstelle in Flensburg-Mürwick mitteilen wollten, nicht unbedingt verstehen. Es genügte völlig, den Standort des Funkgerätes (und damit des Bootes) zu kennen, sowie dessen Veränderung (Bewegung).
    Wenn man von den zeitweilig 30 oder 60 Booten die gleichzeitig im Atlantik waren, den Standort (Funkzelle) kannte, brauchte die alliierte Seite nur noch die Geleitschiffe in genügender Entfernung um diese Standorte oder Liegeplätze herum zu führen.
    Entscheidend zur Erkennung war die Dauer der Funkverbindung, diese durfte nie länger als 20 Sekunden sein. Mancher sorglose deutscher Funker aber funkte noch länger und wurde sofort von der alliierten Funküberwachung wieder erkannt. Erfahrene Kommandanten wiesen ihren Funker an, noch unter 15 Sekunden zu bleiben. Richtig geschnallt haben es die deutschen Funkdienste erst etwa Mitte 1944. Seitdem vermied man überhaupt jeden Funkverkehr, welches allerdings die Einsatzerfolge schmälerte, denn Funkverkehr ist eine wichtige Information im Krieg. So besaßen z.B. (anderes Thema) deutsche Panzer bereits 1941 sehr oft eine Funkverbindung untereinander und zur Leitstelle. Die Sowjets brauchten dazu noch etwa 2 Jahre um die Sinnhaftigkeit des Panzerfunks zu verstehen.

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