Dollar-Umlaufgeschwindigkeit fällt auf Rekordtief


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Die Umlaufgeschwindigkeiten der M1- und M2-Geldmengen in den USA sind auf neue Rekordtiefs gefallen. Dies ist ein Zeichen für eine deflationäre Ära. Da die Federal Reserve jedoch ungebremst Billionen Dollars in den Markt pumpt, dürften die langfristigen Folgen verheerend sein.

Federal Reserve System
Bild: Wikipedia

In einer gesunden Volkswirtschaft wird viel gekauft und verkauft, das Geld wechselt in hohem Tempo immer wieder den Besitzer. Genau das Gegenteil ist aktuell in den Vereinigten Staaten der Fall: Die Umlaufgeschwindigkeit der M2-Geldmenge ist auf ein Rekordtief gefallen.

Auch die Umlaufgeschwindigkeit der M1-Geldmenge befindet sich im freien Fall. Die M1-Geldmenge umfasst in den USA alles in Umlauf befindliche Bargeld und Sichteinlagen, M2 bedeutet M1 + Girokontoguthaben + Einlagenzertifikate + Geldmarkt-Kontenbestände unter 100.000 Dollar (s. hier, Wikipedia). Kurz: Das genutzte Geld der amerikanischen Bevölkerung. Dies ist laut Economic Collapse Blog ein aussagekräftiges Zeichen für den Eintritt in eine deflationäre Ära, weshalb die Federal Reserve das Finanzsystem seit Beginn der Krise mit Billionen Dollars überflutet. Dadurch sind einige unnatürliche Finanzblasen entstanden, wie etwa am Aktien- oder Anleihenmarkt.

Seit 2008 hat sich die Fed-Bilanz von weniger als einer Billion Dollar auf über vier Billionen US-Dollar erhöht (s. hier, PDF). Durch diese beispiellose Intervention wurde eine deflationäre Depression zwar unterdrückt, die langfristigen Probleme jedoch massiv verschlimmert. Wandert das ganze „gedruckte“ Geld eines Tages aus dem Finanzmarkt in den realen Wirtschaftskreislauf, stehen vorhandenen Gütern immer mehr Dollars gegenüber, die Folge sind Preissteigerungen.

Schöne Grafiken und weitere Infos hier:

7 Kommentare

  1. Ja, was denn nun?
    Es wird doch überall propagiert, dass die Geldmengenausweitung der Zentralbanken in die (Hyper-)Inflation führt. Hier scheinen ja Kräfte am Werk zu sein, die das genaue Gegenteil bewirken…

    Wenn das kein Anzeichen ist, dass der Monetarismus mit der tautologischen Quantitätsgleichung keinen Pfifferling wert ist, um kausale Zusammenhänge zu erklären, dann weiß ich auch nicht weiter.

  2. @ thewisemansfear , nur nicht verzagen und traurig werden, denn da bist du nicht allein.
    Rockefeller hat es wohl mal gesagt: wenn die Menschen unser Geldsystem heute verstehen würden, hätten wir morgen einen Volksaufstand.

    Ob Inflation, oder Deflation – den wahren Wert des Geldes erkennt man daran, wenn Feuer an ihm nagt.

  3. 1. „Dadurch sind einige unnatürliche Finanzblasen entstanden, wie etwa am Aktien- oder Anleihenmarkt.!
    2. „Wandert das ganze “gedruckte” Geld eines Tages aus dem Finanzmarkt in den realen Wirtschaftskreislauf, stehen vorhandenen Gütern immer mehr Dollars gegenüber, die Folge sind Preissteigerungen.“

    Diese lächerliche Inflationsangst ist doch schon fast schizopfren. Da wird einerseits auf Blasen im Aktien- und Anleihemarkt hingewiesen und andererseits befürchtet, dass das Blasengeld in den realen Wirtschaftskreislauf käme. Diese beiden Aussagen in einen Artikel zu bringen, offenbart nur, dass man das Geldsystem eben NICHT verstanden hat.

  4. @Tai Fei
    Im Moment liegen die Billionen nur in der (seit 2006 nicht mehr veröffentlichten) M3-Geldmenge, sprich z.B. bei Großbanken. Davon bekommt Otto Normalo aber noch nicht viel mit, denn der kämpft momentan mit sinken Löhnen und permanentem Geldmangel (Deflation). Schwappt das unfassbar viele neue Geld von M3 in M2 über, also von den Banken in Otto Normalos Supermarkt, dann verschiebt sich das Ungleichgewicht von dort nach hier. So einfach ist das.

  5. @ 60+ in der Tat eine Unverschämtheit dass die msm in Deutschland nicht berichten, was er da losgelassen hat … dazu zumindest mal ein recht guter Kommentar , wie ich finde : duckhome.de/tb/archives/12431-Die-USA-Gottes-eigenes-Land.html

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