Dollar-Index auf niedrigstem Stand seit 2014


von

Der Dollar-Index ist seit dem Rekordstand von Ende 2016 um zwölf Prozent gefallen. Am historischen Kursverlauf dieses Index lassen sich einige bedeutende, wirtschaftliche Ereignisse ablesen.

Dollar-Index
Dollar-Index, Wallstreet, Bild: Gegenfrage.com

Der Wert des US-Dollar ist in den letzten fünf Tagen um 2,0 Prozent gesunken, im letzten Monat um 2,4 Prozent, im laufenden Jahr um 4,1 Prozent, in den letzten drei Monaten um 5,3 Prozent und in den letzten zwölf Monaten um 9,4 Prozent. Mit einem Punktestand von 82,47 befindet sich der Index aktuell auf dem niedrigsten Stand seit dem 25. Dezember 2014.

Der Index misst den US-Dollar gegenüber einem Korb von 16 anderen Währungen, auf die rund 80 Prozent des weltweiten Währungshandelsvolumens entfallen: Euro, Japanischer Yen, Chinesischer Yuan, Britisches Pfund, Kanadischer Dollar, Mexikanischer Peso, Australischer Dollar, Neuseeland-Dollar, Hongkong-Dollar, Südkoreanischer Won, Schweizer Franken, Schwedische Krone, Singapur-Dollar, Indische Rupie, Türkische Lira und Russischer Rubel. Die Währungen werden auf Basis ihres Devisenhandelsvolumens gewichtet.

Was auch immer der Grund für den Niedergang des Dollars gegenüber diesem Währungskorb sein mag, der Rückgang begann Ende Dezember 2016, nachdem der Index seinen Höchststand von 93,50 erreicht hatte. Und seitdem hat der Abwärtssog nicht nachgelassen.

Mit einem Kurs von derzeit 82,47 ist er in den vergangenen 14 Monaten um fast zwölf Prozent gefallen. Der dominierende Faktor für den Rückgang des Dollar-Index ist die Stärke des Euro, der zweitwichtigsten Währung. Gegenüber dem Dollar ist der Euro in den letzten 14 Monaten um 20 Prozent gestiegen. In Gold gerechnet fiel der Dollar seit Dezember 2016 um 15 Prozent.

Dollar-Index – einige Eckdaten

Erfahrungsgemäß folgen starken Ausschlägen des Dollar-Index nach oben oder unten bedeutende, wirtschaftliche Ereignisse. Als der Dollar-Index bis 1971 auf rund 120 Punkte anstieg, wurde der Dollar vom Gold abgekoppelt.

Ein neuer Tiefstand wurde im Jahr 1980 mit dem Beginn der Ölkrise erreicht. Im Jahr 1985 stieg der Dollar-Index auf ein Allzeithoch von ca. 165 Punkten, als die Savings-and-Loan-Krise losbrach.

Als der Index Ende der 1990er-Jahre rasant auf rund 120 Punkte anstieg, platzte die Dotcom-Blase. Nach den Ereignissen des 11. September und der Einführung des Euro fiel der Index bis März 2008 auf 72,17 Zähler, ein neues Allzeittief seit der Erfassung der Daten im Jahr 1967.

Im selben Monat brach die US-Großbank Bear Stearns zusammen, was den Beginn der Weltwirtschaftskrise einläutete, welche bis heute nicht überstanden ist. Seit 2008 betreibt die Federal Reserve ihre historische, beispiellose Nullzinspolitik.

Quellenangaben anzeigen
wolfstreet

1 Kommentar

  1. Ist das denn wirklich nicht sonnenklar warum der Dollar zur Schwäche neigt?
    Die Welt befindet sich in einem Abwertungswettlauf!
    Der Austritt Englands aus der EU und die vorangegangene Weigerung den Euro in GB einzuführen, war das Menetekel an der Wand. Weltgeschichte wiederholt sich eben doch.
    Wir hatten nach dem Crash von 1929 mit seiner gewaltigen Geldvernichtung einen Wettlauf aller exportorientierten Staaten um die billigste Währung gesehen. Das gilt zwar nicht generell, aber im grobem Überblick schon.
    Die britische Währung war vor dem Zweiten Weltkrieg die Leitwährung der Welt und im Grunde überteuert.
    Das hatte mein Freund Costo (Andre Kostolany) ausgenutzt und die entsprechenden Papiere gekauft. Da die Deflation in England am schlimmsten wütete, vermutete er richtig das dort die Aktien am tiefsten fallen würden. Er schwärmte noch Jahrzehnte von seinen fantastischen Gewinnen, als dann endlich der Crash da war.
    Und heute haben die Eliten eben die Erfahrungen von damals und ziehen unterschiedliche Schlüsse daraus.
    Die Angelsachsen sagen: eine billige Währung nutzt uns wirtschaftlich und vermeidet die ansonsten zu erwartende Deflation. Die Exportweltmeister wie Deutschland, Japan und China hingegen warnen vor dem Wiederholen der Fehler von vor 90 Jahren.
    Dabei ist der gedankliche Ansatz von Trump, sowie May grundsätzlich richtig: die Weltwirtschaft muss gerecht sein.
    D.h. die Ausgangslage muss in allen in Wettbewerb sich befindenden Ländern gleich sein.
    Doch genau das ist nicht der Fall. China als König der Exporteure in Sachen Quantität hat einen anderen Ausgangspunkt wie die USA oder Frankreich.
    Deutschland profitiert, wie Trump feststellte, vom niedrigen Eurokurs. Das ist richtig, denn müssten wir noch in DM fakturieren, wären die Produkte teurer. Es besteht in der Tat ein Aufwertungsdruck, welcher aber nicht realisiert werden kann, weil die BRD eben keine eigene Währung besitzt.

    Es ist auch ganz leicht, eine Währung herunter zu reden. Bereits die Aussage Trumps im Wahlkampf „America first“ bedeutete ganz klar, dass alle Währungen gegenüber dem Dollar steigen müssten. Denn anders lässt sich die unterschiedliche Ausgangslage nicht ausgleichen.
    Devisenhändlern war das immer klar.
    Auch die Chinesen scheinen mitgedacht zu haben und erinnerten die US Regierung in den letzten Wochen an deren Verantwortung für den Dollar.
    Denn ein Sinken des Wertes der chinesischen Bestände an US Staatsanleihen wäre ein herber Verlust für China.
    Wenn man auf einem Guthaben von 1 Billion Dollar sitzt, dann macht eine Abwertung um sagen wir 20 % die Kleinigkeit von 200 Mrd. Dollar aus.
    Aber es gibt Leute, die das noch besser wie ich erklären können:

    http://www.handelsblatt.com/finanzen/maerkte/devisen-rohstoffe/neue-weltordnung-china-hat-die-usa-in-der-hand/7202126-2.html

Schreibe einen Kommentar

Your email address will not be published.

* Die Checkbox für die Zustimmung zur Speicherung ist nach DSGVO zwingend.

Ich stimme zu.