Die Wahl zwischen Hungerlohn und Niedrigstrente


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Sie ist Akademikerin. Das erste Staatsexamen kann sie dreifach vorweisen: in Germanistik, Chemie und Politik. Sie hat als Deutschlehrerin gearbeitet, als Dozentin für Frauenliteratur. Ihr Lebenslauf weist wissenschaftliche Mitarbeit an namhaften Instituten in Frankfurt am Main auf. Geholfen haben ihr diese Referenzen nicht: Jetzt ist sie Hartz- IV-Bezieherin – als solche aber sehr aktiv. Es scheint, als wolle die 55jährige niemals aufgeben. Dabei ist Andrea Schmidt zu 50 Prozent behindert, hat chronische Schizophrenie.

Ihre Analyse: »Arbeit gibt es genug, nur bezahlen will sie keiner«. Daß es sich so verhält, hat sie kürzlich erfahren, als sie sich bei einem Projekt zur Schülerhilfe auf einen regulären sozialversicherungspflichtigen Job nach Tariflohn beworben hat. Die Arbeitsstelle stellte eine umkämpfte Rarität dar – ein anderer hat sie ergattert. Wenig später wurde ihre eine ähnliche Stelle plötzlich gleichsam hinterhergeworfen – als Ein-Euro-Jobberin. Damit drohte die Sanktionskeule: Die Arbeit zum Dumpinglohn hatte sie nicht ablehnen können, anderenfalls hätten Kürzungen gedroht: »Ist die Bezahlung mies und die Bedingungen sind erniedrigend, ist Arbeit bis zum Abwinken da«, faßt sie zusammen.

Der Rohrkrepierer namens ALG II >>

ALG II, umgangssprachlich Hartz IV, ist die Bankrotterklärung dieses Systems.  Eine Einschüchterungsmaßnahme für Arbeitnehmer und eine Disziplinarmaßnahme für arbeitslose Menschen.

Wenn man in diesem Land wirklich etwas ändern will, so wähle man sie nicht mehr, keinen von ihnen, der CDU/CSU/SPD/FDP/Grünen-Einheitspartei!

2 Kommentare

  1. Wer „chronisch Schizophren“ ist bekommt in diesem Land Erwerbsunfähigkeitsrente; als Lehrer bekäme man bei 50% Behinderung sowieso keine Stelle mehr auch, geschweige denn mit diesem Krankheitsbild.

  2. Soooo kann man auch Stimmungsmache betreiben!

    Madame hat ein (und nicht etwa drei) 1. Staatsexamen für Lehramt, für das zweite hat es anscheinend nie gereicht.
    War damals ihre Tätigkeit als Deutschlehrerin im Referendariat?
    Also im weitesten Sinne eine Studienabbrecherin!

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