Rede in Las Vegas: Dick Cheney befürwortet Iran-Angriff


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Der ehemalige US-Vizepräsident und Top-Unternehmer Dick Cheney sprach sich am vergangenen Wochenende in einer Rede für einen Angriff auf Irans Atomanlagen aus. Bereits im Jahr 2007 habe er sich darüber mit einem israelischen General ausgetauscht.

Rumsfeld, Cheney, Bush Bild: Dees Illustration
Rumsfeld, Cheney, Bush
Bild: Dees Illustration

Der ehemalige US-Vizepräsident Dick Cheney gibt nicht viel auf die internationalen 5+1-Verhandlungen mit dem Iran über das Atomprogramm. Viel mehr würde er einen Krieg gegen das Land befürworten, wie er am vergangenen Wochenende während einer Rede vor der Republican Jewish Coalition in Las Vegas sagte.

Er erinnerte an ein Treffen im Jahr 2007 mit dem israelischen General Amos Yadlin, der bereits an den Angriffen auf den irakischen Atomreaktor „Osirak“ im Jahr 1981 und auf die syrische Anlage in der Region Deir ez-Zor im Jahr 2007 beteiligt war. Beim Abendessen habe Yadlin gesagt: Zwei erledigt, einer fehlt noch („Two down, one to go“). Dies sei ein deutlicher Hinweis auf die geplante Bombardierung iranischer Atomanlagen gewesen, ist sich Cheney sicher.

Dick Cheney ist Republikaner, Unternehmer und war 2001 unter George W. Bush Vizepräsident der Vereinigten Staaten. Bereits 1969 war er Berater von Donald Rumsfeld in der Nixon-Regierung, von 1995 bis 2000 CEO des Energieunternehmens Halliburton, dem er während des Balkan-Kriegs und später im Irak-Krieg millionenschwere staatliche Aufträge verschaffte. Unter Cheney stieg das Unternehmen von Platz 73 auf Platz 18 der wichtigsten Partner des US-Verteidigungsministeriums auf.

Im Vorfeld des Irak-Krieges behauptete der Vizepräsident, der bis dahin Millionen durch Öl-Deals mit Saddam Hussein verdient hatte, der Irak habe etwas mit den Ereignissen des 11. September 2001 zu tun. Er befahl Folter sowie ein geheimes Tötungsprogramm der CIA und wird bis heute von zahllosen Journalisten, internationalen Richtern und Beobachtern als Monster, Verbrecher und Kriegstreiber bezeichnet (s. hier, hier oder hier).

6 Kommentare

  1. @sebbo – Danke für Link
    Über die Stärke der Streitkräfte aller Waffengattungen im Iran und deren Ausrüstung kann man ganz genau nachlesen, was die so haben. Das sind NICHT die Taliban mit den AK-47, die weder moderne Luftabwehr noch Mittelstreckenraketen haben, keine Luftwaffe, und Navy (mit U-Booten) schon mal garnicht.

    Fußtruppen da reinschicken geht nicht, Das Thema ist out. Es gibt Schätzungen dass man im Iran in kurzer Zeit im Ernsfall 3 Millionen Soldaten mobilisieren kann. Aus der Luft müssten landesweit so bei 2.500 strategische Ziele im Iran zerstört werden, und das müsste schnell gehen. Selbst ohne Beteiligung der Russen (als Alliierte) dauert im Iran dann der Brunnen- und Mädchenschulenbau möglichwerweise länger als in Afghanistan.
    Das es im Endeffekt eh nix bringt sihet man ja am Beispiel Irak und Libyen.

    Auf eine Seeschlacht ist eine Navy immer vorbereitet. Was das für Auswirkungen haben würde (Straße von Hormuz) hat Gregor Schock in seinem
    Kommentar in diesem Artikel fachlich bestens erläutert.

    https://www.gegenfrage.com/iran-koennte-strasse-von-hormuz-schliessen/

    Über die Methode die US Navy mit einer großen Anzahl kleiner Schiffe
    anzugreifen (Torpedos) habe ich schon vor sehr langer Zeit gelesen.
    Das kann eine sehr erfolgreiche Strategie werden. War vor Jahren sogar mal als -false flag- Aktion geplant bei den Amis. Ist leider durchgesickert (neudeutsch : geleaked) – Diese pösen -whistleblower- mal wieder!

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