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08.08.1942: Deutsche Agenten in den USA hingerichtet


Am 08. August 1942 wurden sechs deutsche Agenten, die wegen Spionage festgenommen worden waren, auf dem elektrischen Stuhl hingerichtet.

Deutsche Agenten 1942
Deutsche Agenten 1942, Bild: FBI in New York, Urheber: Gegenfrage.com

An diesem Tag im Jahr 1942 wurden während des Zweiten Weltkriegs sechs deutsche Agenten, die zu Sabotagezwecken heimlich in die Vereinigten Staaten eingereist waren, in Washington DC wegen Spionage hingerichtet.

Zwei weitere Saboteure, die dem FBI die Verschwörung offenlegten und den US-Behörden bei ihrer Suche nach ihren Mitarbeitern halfen, wurden inhaftiert. Der deutsche Geheimdienst „Abwehr“ leitete 1942 ein Programm ein, um die Vereinigten Staaten zu infiltrieren und Industrieanlagen, Brücken, Eisenbahnen und Wasserwerke zu zerstören.

Die Deutschen planten, dass Agenten alle sechs Wochen ein oder zwei Sabotageakte auf amerikanischem Gebiet durchführen würden. Die ersten beiden Teams, bestehend aus acht Agenten, die alle bereits vor dem Krieg in den USA gelebt hatten, verließen Ende Mai den deutschen U-Boot-Stützpunkt in Lorient, Frankreich.

Küstenwache

Kurz vor Mitternacht am 12. Juni erreichte ein deutsches U-Boot in dichtem Nebel die amerikanische Küste vor Amagansett, Long Island. Das Agententeam ruderte mit einem Schlauchboot an Land. Kurz nachdem sie Sprengstoff im Sand vergraben hatten, kam John C. Cullen, ein junger US-Küstenwächter, während einer routinemäßigen Streife am Strand auf sie zu.

Der Anführer des Teams, George Dasch, bestach Cullen, der das Geld akzeptierte und versprach, keine Informationen weiter zu geben. Er brach sein Wort, rannte zurück zur drei Kilometer entfernten Küstenwache und informierte seine Kollegen über den Vorfall. Nachdem die Küstenwache den Sprengstoff gesichert hatte informierte sie das FBI, das eine massive Fahndung nach den Agenten einleitete, die bereits geflohen waren.

Obwohl er nicht wusste, dass das FBI schon nach ihnen suchte, beschlossen Dasch und ein anderer Saboteur, Ernest Burger, sich selbst zu stellen und ihre Kollegen zu verraten. Sie vermuteten bereits, dass der bestochene Mitarbeiter der Küstenwache seine Vorgesetzten informiert hatte und eine Verhaftung drohte.

Am 15. Juli rief Dasch das FBI in New York an. Der Mitarbeiter am Telefon nahm ihn jedoch nicht ernst. Also beschloss Dasch zum Hauptquartier nach New York zu fahren. Am selben Tag traf ein weiteres deutsches Agententeam am Ponte Verdra Beach, Florida,  ein. Dasch gab diese Operation dem FBI bekannt.

Verhaftungen

Das Team von Long Island wurde am 22. Juni verhaftet und am 27. Juni das gesamte Florida-Team. Der Sabotageakt wurde als Kriegsgeheimnis klassifiziert, sodass US-Präsident Franklin D. Roosevelt die Agenten von ein Militärtribunal stellte. Dieses bestand aus sieben Generälen, die die deutschen Agenten verhörten.

Ende Juli wurde Dasch zu 30 Jahren Haft verurteilt, Burger zu lebenslanger Zwangsarbeit und die sechs anderen Deutschen zum Tode verurteilt. Die sechs verurteilten Saboteure wurden am 08. August in Washington DC auf dem elektrischen Stuhl hingerichtet. 1944 wurden zwei weitere deutsche Spione in Maine festgenommen.

Weitere Fälle deutscher Sabotage in den USA wurden während des Zweiten Weltkrieges nicht festgestellt. 1948 wurden Dasch und Burger auf Anordnung von US-Präsident Harry Truman begnadigt und kehrten nach Deutschland zurück.

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