David Cameron: "Stabilität der Weltwirtschaft in Gefahr"


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Der britische Premierminister sagte, dass aufgrund des Scheiterns der Regierungen in den USA und Europa, ihre Defizite zu bewältigen nun „die Stabilität der Weltwirtschaft in Gefahr“ sei. Cameron erwähnte den Börsencrash an den globalen Märkten, sowie den stärksten Rückgang des wichtigsten britischen Aktienindexes FTSE-100 seit mehr als zwei Jahren. Politiker, Zentralbanker und Investoren seien zunehmend besorgt, dass die größten Volkswirtschaften der Welt wieder in die Rezession abgleiten und von ausufernden Staatsschulden herabgezogen werden könnten. Mehr als düstere Wirtschaftszahlen führte weltweit anerkannte Ökonomen dazu zu sagen, dass Großbritannien, die USA und die Eurozone bereits allesamt in einer Rezession steckten. Inzwischen werde sogar vor einer zweiten Krise gewarnt, die schlimmer enden könnte als die von 2008-9, wie die britische Zeitung The Telegraph berichtet.

Der Ministerpräsident mahnte in Ottawa, Kanada nach seiner Warnung an Präsident Barack Obama und die Eurozonen-Chefs die dringende Notwendigkeit an, dem britischen Beispiel zu folgen und die staatlichen Defizite einzudämmen. Westliche Politiker müssten nun mehr Führungsstärke zeigen. Gleichzeitig warnte er davor, dass die aktuelle politische Unentschlossenheit die Krise noch verschlimmern werde. „Das Wachstum in Europa ist ins Stocken geraten und das Wachstum in Amerika ist ins Stocken geraten.“ Die Politik müsse ein klares Signal setzen, dass sie bereit sei, erforderliche Maßnahmen einzuleiten, um Wachstum und Stabilität für alle in der Zukunft zu erhalten.

In einem offenen Brief, welcher von Staats-und Regierungschefs aus Australien, Kanada, Indonesien, Mexiko und Südkorea unterzeichnet wurde, kritisierte Cameron implizit die USA und die Regierungen der Eurozone, da sie zu wenig Einsatz zeigten ihre Haushaltsdefizite zu reduzieren. Die Vereinigten Staaten „müssen die restlichen Hürden zur Wiederherstellung mittelfristiger fiskalischer Nachhaltigkeit überwinden.“ Regierungen der Eurozone müssten „schnell handeln“, um das Vertrauen der Märkte in die Einheitswährung und in wackelnde Länder wie Griechenland wiederherzustellen. Sämtliche europäische Volkswirtschaften müssten sich der Überschuldung entgegenstellen, um eine Ansteckung der globalen Wirtschaft zu verhindern.

Cameron hatte seine Warnungen in Washington bei einer Sitzung mit dem Internationalen Währungsfonds wiederholt. „Die aktuelle wirtschaftliche Situation ist der Übergang in eine gefährliche Phase“, sagte IWF-Chefin Christine Lagarde. Robert Zoellick von der Weltbank betonte ebenfalls, dass die Weltwirtschaft nun „in die Gefahrenzone“ übergehe.
Beide warnten die Welt vor einer anhaltenden Krise, falls Staats-und Regierungschefs den „politischen Willen“ für eine Genesung nicht aufbringen würden.

Zahlen & Fakten

  1. US-Banken jonglieren mit Derivaten im Wert von 249 Billionen Dollar
  2. Mit der Krise in Italien wird die Eurokrise erst richtig ernst
  3. Deutschland und Frankreich stagnieren, die Wirtschaft im Rest der EU fällt rapide
  4. In Deutschland erwirtschaften lediglich vier Bundesländer überhaupt einen Gewinn
  5. 80% der Deutschen wollen kein Geld mehr an Griechenland geben
  6. Moody’s macht aus einem “Too big to fail” ein “too big to bail” und schlägt vor, Banken pleite gehen zu lassen
  7. George Soros erwartet einen “finanzpolitischen GAU
  8. Die EU-Kommission verlangt von den AAA-Staaten der EU, den anderen Staaten günstige Kredite zu geben

1 Kommentar

  1. Camerons Besorgnis zur derzeitigen Lage der Weltfinanzverbrecher könnte durchaus als Hohn aufgefasst werden.Denen gegenüber nämlich,welche man als ihre Opfer bezeichnen kann.Die betrogenen Völker vorsätzlich zu Grunde gerichteter Volkswirtschaften,auch der Grossbritaniens.Was übrigens nur dadurch möglich war,weil die Politik ihre grundsätzliche Verpflichtung zum Rechtsstaat durch Korrumpierbarkeit einer Schlangenhaut gleich abgestossen hat.Ein Wesenszug,der sich in unserer Zeit zu potenzieren scheint.Im Grunde weiss jeder Staatsrechtler,dass die überwiegende Anzahl von Politikern der westlichen „zivilisierten Nationen“ nach Fug und Recht betrachtet eigentlich im Zuchthaus sitzen müsste.
    Was zählen da noch „Worte“ von „Politikern“ ?

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