Churchill, der Knast-Ausbrecher im Zweiten Burenkrieg


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Als Winston Churchill aus dem Gefängnis ausbrach, ließ er einen Entschuldigungsbrief auf seinem Bett liegen. Der Brief begann: „Ich habe die Ehre, Ihnen mitzuteilen, dass ich nicht der Auffassung bin, dass Ihre Regierung ein Recht darauf hat, mich als Kriegsgefangenen festzuhalten und deshalb beschlossen habe, aus Ihrer Obhut zu fliehen.“

Churchill Burenkrieg
Churchill Burenkrieg, Bild: Gegenfrage.com

Winston Churchill war einer berühmtesten britischen Premierminister, der das zerbröckelnde britische Imperium durch den Zweiten Weltkrieg führte. Bevor er Premierminister wurde hatte Churchill selbst in mehreren Kriegen gekämpft.

Im Jahr 1899 verließ er die Armee, um zu einer letztlich erfolglose Parlamentswahl anzutreten. Danach wurde er Zeitungskolumnist und reiste nach Südafrika, um über den Burenkrieg zu berichten.



Während Churchill an Bord eines Zugs war, der englische Truppen transportierte, wurde dieser von Burenkämpfern überfallen. Churchill versuchte den Soldaten zu helfen zu entkommen, wurde aber gefangen genommen und von den Buren als Kriegsgefangener festgehalten.

Er wurde in Gefangenschaft zwar gut behandelt, schrieb aber, dass er „jede Minute hasste“ und sagte weiter, er habe seinen Aufenthalt „mehr gehasst als jede andere Periode in meinem ganzen Leben“. Eines Tages ergab sich jedoch für ihn die Möglichkeit, aus dem Gefängnis zu entkommen.

Doch statt einfach spurlos zu verschwinden, hinterließ er einen Abschiedsbrief, den er an Louis de Souza schrieb, den Kriegsminister der Buren: „Ich habe die Ehre, Ihnen mitzuteilen, dass ich nicht der Auffassung bin, dass Ihre Regierung ein Recht darauf hat, mich als Kriegsgefangenen festzuhalten und deshalb beschlossen habe, aus Ihrer Obhut zu fliehen.“

1 Kommentar

  1. „… er wurde in der gefangenschaft zwar gut behandelt …“

    das hören wird doch gerne.

    die engländer haben im burenkrieg konzentrationslager für die buren eingerichtet.

    „… Rund 120.000 Farmbewohner, vor allem Frauen und Kinder, wurden in Konzentrationslagern interniert. Davon starben über 26.000 aufgrund katastrophaler Lebensbedingungen an Hunger und Krankheiten. Die Britin Emily Hobhouse besuchte mehrere Konzentrationslager und setzte sich in ihrer Heimat öffentlichkeitswirksam für die Internierten ein…“
    Wikipedia

    ob churchill konzentrationslager besucht hat, weiß ich nicht, aber er hat sie als journalist öffentlichkeitswirksam in england gefordert.

    im ersten weltkrieg organisierte er die hungerblockade gegen deutschland (700.000 tote).

    in den 20ern hat er im parlament giftgaseinsatz gegen indische aufständische gefordert.

    den strategischen bombenkrieg – die bombardierung von frauen und kindern – hat er gedanklich vorbereitet und dann als erster im zweiten weltkrieg angewendet.

    1940 ließ er die französische flotte bombardieren. 1.500 tote franzosen.

    aber schön, daß er gut behandelt wurde.

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