Chinesische Investoren starten Öl-Projekte im Iran


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Chinesische Investoren stellen 3,5 bis 4 Milliarden Euro für neue Öl-Projekte bereit, was die Ölfördermenge des Iran um bis zu 100 Millionen Tonnen pro Jahr erhöhen wird. 13 weitere Projekte sollen sich ebenfalls in Planung befinden. Der Iran hat nach Venezuela und Saudi-Arabien derzeit die dritthöchsten Ölvorkommen der Welt.

Teheran, Iran – Bild: Wikipedia (en)
Autor: Amir1140, Lizenz: CC-BY-SA-3.0

Hassan Peivandi, stellvertretender Leiter der staatlichen National Iranian Oil Company (NIOC) mit Sitz in Teheran, sagte gegenüber der Nachrichtenagentur Mehr News, dass chinesische Investoren 3,5 bis 4 Milliarden Euro für sieben neue Öl-Projekte im Land bereitstellen.

In nächster Zukunft seien zudem 13 weitere Projekte in Planung. Durch die Investitionen soll die Ölfördermenge des Landes um bis zu 100 Millionen Tonnen jährlich im Wert von derzeit rund 30 Milliarden Euro erhöht werden. Wie chinesische Medien Anfang des Monats meldeten, liefert der Iran nach neu geschlossenen Verträgen 400’000 Barrel Öl pro Tag nach China, 140’000 Barrel nach Japan und ist zudem der größte Erdöl-Lieferant der Türkei. Der Iran hat nach aktuellem Kenntnisstand die weltweit drittgrößten Ölvorkommen, nach Venezuela und Saudi-Arabien.

Im Iran wird seit 1908 Öl gefördert, erstmals durch den Briten William Knox D’Arcy. Dies war ein historischer Schritt für das Land, allerdings rückte es dadurch auch verstärkt in den Fokus der Kolonialmächte, wie Mehr News schreibt. Kurz nach Beginn der Förderung brach der Erste Weltkrieg aus. Großbritannien, Russland und das Osmanische Reich verletzten die Neutralität Irans und drangen militärisch in den Iran ein. Großbritannien setzte sich letztlich durch und besetzte das Land.



Während der britischen Besatzung wurden lokale Lebensmittel und Getreide konfisziert, der Import wichtiger Lebensmittel aus Indien, Mesopotamien und den USA verhindert und der Zahlungsverkehr blockiert, sodass der Iran keinen Öl-Handel mehr betreiben konnte. Die Folge war die im Westen nur wenig bekannte Große Hungersnot von 1917 bis 1919, bei der 40 Prozent der iranischen Bevölkerung ums Leben kam.

Während dem Zweiten Weltkrieg marschierten die Alliierten USA, UdSSR und Großbritannien im Jahr 1941 erneut in den neutralen Iran ein, stürzten die Regierung und beschlagnahmten kriegswichtige Güter. Ein weiteres mal waren Jahre der bitteren Armut die Folge.

3 Kommentare

  1. möglich das die chinesen im geiste schon weiter sind, in der zeit nach der globalen amerikanischen vorherrschaft. sie sind jetzt schon die grösste handelsnation der welt und zocken den amis monat für monat zehntausende jobs ab. die amis werden china auch nicht wirklich sanktionieren können da china ein viertel der weltbevölkerung dastellt. es ist eine frage der zeit das der petrodollar stirbt denn die weltwährung wird langfristig nicht von der nummer 2 bereitgestellt werden sondern von der nummer 1. und das ist eben immer offensichtlicher china.

    aber wie wird es laufen wenn china irgendwann den ton angibt? wir freuen uns über den untergang der bestialischen amerikaner, aber werden die chinesen weniger brutal ihre interessen schützen? ich bin da nicht so sicher.

  2. @tuna

    China ist nicht auf imperialistische Spielchen aus, wie der Westen. Im Ggenteil. Was China sich wünscht, ist Stabilität, Gleichgewicht und Ausgewogenheit in den Beziehungen der Völker zueinander. Chinesen wollen keinen Dissenz, sondern Harmonie. Yin und Yang müssen sich die Waage halten. Eine gute Philosophie, denke ich.

  3. Leider agieren die Chinesen nicht sehr Friedvoll, mit Blick auf Vietnam, Japan usw. Man darf gespannt sein, wie sich die Lage für den „Westen“ entwickelt.

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