Chinas Dagong belässt Russlands Rating auf "A"


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Chinas Ratingagentur Dagong sieht keinen Grund für ein Downgrade von Russlands Bonität, sagte Vorsitzender Guan Jianzhong am Montag gegenüber Reportern. Für Januar hat Dagong Russland die Note „A“ mit stabilem Ausblick vergeben.

Kreml, Bildquelle: Wikipedia
Urheber: Минеева Ю. (Julmin), CC BY-SA 1.0

„Derzeit untersuchen wir die Balance zwischen den Haushaltseinnahmen und Schulden der russischen Wirtschaft. Es wurden keine besonderen Veränderungen festgestellt und wir werden die Bewertung nicht überarbeiten“, sagte Jianzhong.

Dagong ist eine der wichtigsten chinesischen Ratingagenturen und wurde im Jahr 1994 gegründet. Die Bonitätsnoten der Agentur werden von Chinas Regierung anerkannt. Zuletzt hatten die großen Ratingagenturen Standard & Poors, Fitch und Moodys Russlands Bonität herabgestuft, S&P sogar auf „Junk“, also de facto zahlungsunfähig. Zwar ist die russische Wirtschaft durch die Sanktionen tatsächlich eingebrochen mit der Folge einer starken Abwertung des Rubels, doch hat Russland eine Staatsverschuldung von umgerechnet 210 Milliarden Euro, was gerademal 11,15 Prozent der Wirtschaftsleistung entspricht.

Warum und wem gegenüber das rohstoffreiche Land mit diesen geringen Staatsschulden zahlungsunfähig sein soll, erschließt sich dem Autor nicht, weshalb das Junk-Rating durch S&P wohl wie so oft einen rein politischen Hintergrund haben dürfte.

Zum Vergleich: Deutschland (AAA) hat Schulden in Höhe von 2,6 Billionen Euro oder 80,8 Prozent der Wirtschaftsleistung, die USA (AA+ bzw. AAA) sogar umgerechnet über 15 Billionen Euro bzw. 104 Prozent.

3 Kommentare

  1. ganz einfach,

    solange Russland kein Geld aus den USA oder Europa benötigt schadet S&P nicht. Wenn es Geld benötigt liefert China oder Indien, oder Brasilien, oder oder, dann ist S&P auch nicht wichtig.
    Schließt man Russland aus dem SWIFT Abkommen aus, gibt es Krieg, dann ist S&P auch nicht mehr wichtig.
    Wo ist denn jetzt das Problem ?

  2. @ Frank Grossmann

    Sehr geehrter Herr
    Sie machen sich die Welt auch ein bisschen sehr einfach.

    Das Problem solcher aus den USA gemäss S&P global verbreiteter Falschnachrichten zur Wirtschaftskraft eines Landes liegt darin, dass bisher die globale Finanzwirtschaft sich an diesen politisch bewussten Fehlinterpretationen ausrichteten. Damit wurde einem Land nach Belieben ungemeinen Schaden zugefügt. Und das muss aufhören!

    Gut, dass es Chinas Dagong nun gibt. In den Mainstream-Nachrichten hört man nichts von dieser Meldung hier. Sie dürfen sich schon fragen, warum wohl!

  3. Hallo Elisa,

    das war ein bischen Zynismus. Es ist mir schon bewußt das unabhängige Ratingagenturen reine Selbstverteidigung der Staaten bedeuten.

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