China kauft Gold und trennt sich von seinen Dollars


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China trennt sich von einem Teil seiner Dollarreserven und stockt die Goldvorräte weiter auf. Wie der arabische Nachrichtensender Al Jazeera berichtet, beabsichtigt China den US-Dollar so in seiner Rolle als Weltreservewährung zu schwächen. Die chinesische Regierung hat angekündigt, die Goldbestände weiter aufstocken und weitere Länder dazu animieren, mehr Gold als Reserve zu halten. Damit möchte China offenbar zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen: Den US-Dollar als Weltreservewährung zu schwächen und den Yuan stärker auf dem Weltmarkt zu gewichten. Der Yuan soll ab 2015 auf den internationalen Märkten vollständig konvertierbar und frei handelbar sein. Zhou Xiaochuan, Gouverneur der chinesischen Zentralbank, sagte, dass sich der Yuan auf den internationalen Märkten positiver entwickle als erwartet.

Chinas Goldbestände sind im Vergleich zu denen anderer Wirtschaftsnationen mit 1’054 Tonnen noch verhältnismäßig klein. Gemäß den Daten des World Gold Council steht die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt somit nur an sechster Stelle.  Die Aufstockung der Goldreserven und die Freigabe des Yuan wird die Überlegenheit des US-Dollar als internationale Reservewährung massiv schwächen, wie Al Jazeera weiter berichtet. Als Weltreservewährung werden fast alle internationalen Geschäfte in Dollar abgewickelt. Kauft beispielsweise eine südkoreanische Gesellschaft Wein aus Chile, so müssen in der Regel beide Parteien Dollars kaufen, um ihre Geschäfte abzuwickeln. Globale Rohstoffe wie Öl werden ebenfalls in Dollar gehandelt.

„Die Vereinigten Staaten sind es gewohnt, die Weltreservewährung zu kontrollieren, jedoch haben es viele andere darauf abgesehen, diese zu ersetzen“, sagte Josh Aizenman, Professor für Volkswirtschaft an der Universität Kalifornien und Präsident der International Economics and Finance Society. „Jedes Land, das sein Geld selbst drucken kann, finanziert sich in der Regel so ein kostenloses Mittagessen.“ Mit Chinas neuem Sinneswandel könnten die Zeiten der „kostenlosen Mittagessen“ nun allerdings vorbei sein. In Anbetracht des riesigen US-Handelsdefizits sei es möglich, „dass die Amerikaner in die Küche umgesetzt werden, um schmutzige Teller zu waschen“, wie Al Jazeera hämisch prognostiziert.

Allerdings würde sich China mit einem Abverkauf selbst am meisten Schaden zufügen, da China der Hauptgläubiger der USA ist und Dollar-Anleihen im Wert von 3 Billionen US-Dollar hält. China kann diese Positionen also nicht übereilt auf den Markt kippen, sondern muss sich wohl dosiert davon trennen. Wertet der Dollar dadurch ab, wird die Exportwirtschaft der USA gestärkt. Den USA mit dieser Aktion „eins auszuwischen“ könnte ein Spiel mit dem Feuer werden. Zumindest für die Chinesen.

In jedem Fall aber wird der Dollar aller Wahrscheinlichkeit nach abwerten, ob die Chinesen ihn nun auf den Markt werfen oder die Federal Reserve mit ihren Stimulusprogrammen. Aus dieser Sicht ist es – ob für die Chinesen oder für den Privatanleger – wohl das Vernünftigste, seine Geldvermögen in Gold umzuschichten und seine Kaufkraft zu schützen, bis diese brandgefährlichen Muskelspielchen beendet sind.

Zahlen & Fakten

  1. China hält 3,04 Billionen US-Dollar Reserve (Stand 03/11)
  2. China ist der Hauptgläubiger der USA und hält Staatsanleihen im Wert von 1,166 Billionen US-Dollar (Stand 06/11)
  3. Lebten in China im Jahr 1981 noch 52,8% unter dem Existenzminimum, waren es 1991 nur noch 22,2% und 2001 nur noch 8%
  4. Fast 46 Millionen Amerikaner beziehen Lebensmittelmarken, allein zum Vorjahresmonat erhöhte sich diese Zahl um knapp 5 Millionen
  5. Nur 58 Prozent der Amerikaner haben derzeit einen Job
  6. China verfügt über 9’218 militärische Flugzeuge, 13’200 Panzer und gepanzerte Fahrzeuge, 29’060 Artilleriesysteme, 18’500 Raketenabwehrsysteme und 284 maritime Einheiten
  7. China ist seit 1964 im Besitz von Atomwaffen
  8. China gehört zu den weltweit drei größten Waffenimporteuren, ca. 95% werden aus Russland importiert
  9. Das reichste Prozent der USA besitzt 23 Prozent des Gesamtvermögens
  10. „Der Dollar ist unsere Währung, aber Euer Problem“ – John Conally, US-Finanzminister unter Präsident Nixon nach Aufhebung der Dollar-Anbindung an Gold im Jahr 1971

3 Kommentare

  1. Das meiste Gold ist in Amerika. Und zwar das der anderen Länder. Es glaubt doch niemand mehr, dass das tolle Amerika, die amerikanische Weltpolizei, die Führer dieser Welt das verpfändete Gold der anderen Staaten jemals wieder freigibt?

  2. wirft china den $ auf den markt fällt dessen wert und die us-exportindustrie kann sich besser behaupten – hä?, wie bitte? was bitte? us-exportindustrie? was ist das denn? etwa die hp, ibm, dell produkte die überwiegend aus taiwan und china, korea stammen? oder doch eher die braune brause und der mäcfraß?

    na dann mal sehen wie weit der dolar fallen muß um aller welt das glück der brause und des dickmachers angedeihen zu lassen. mir jedenfalls reicht eine 1/2″ armatur von grohe, hansa, etc. statt der 1″ panzerfaust, die di amis auf ihren scheißhäusern installieren. aber paßt ja vielleicht doch, weil der ami auich die größere schei.. produziert.

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